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Europas Satellitenhoheit: Finanzierung auf dem Prüfstand, EU-Raumfahrtetat läuft aus

„Satellitenkonnektivität und IoT: Motor für Europas Wettbewerbsfähigkeit und Autonomie“, Treffen im Europäischen Parlament, 13. Oktober 2026
Satellitenkonnektivität und IoT: Motor für Europas Wettbewerbsfähigkeit und Autonomie – Sitzung im Europäischen Parlament, 13. Oktober 2026 -  Copyright  Euronews
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Von Quirino Mealha
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Im EU-Parlament beraten Aufsichtsbehörden, EU-Vertreter und der spanische Satellitenbetreiber Sateliot über Funkfrequenzen und Investitionen für Europas Netze im All; der Raumfahrtetat 2021–2027 endet nächstes Jahr.

Nationale Telekombehörden, EU-Entscheidungsträger und das in Barcelona ansässige Satellitenunternehmen Sateliot haben sich am Dienstag im Europäischen Parlament in Brüssel getroffen. Sie diskutierten, wie Funkfrequenzen und neue Finanzmittel darüber entscheiden, wer die satellitengestützte Kommunikation kontrolliert, auf die Europa angewiesen ist. Der derzeitige siebenjährige Raumfahrtetat der EU läuft 2027 aus.

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Euronews war bei der von Sateliot organisierten Veranstaltung vor Ort. Die Raumfahrzeuge des Unternehmens fungieren als Mobilfunkmasten im All und verbinden Internet-of-Things-Geräte wie Sensoren und Tracker, wo terrestrische Netze nicht hinreichen.

Das Raumfahrtprogramm der EU für die Jahre 2021 bis 2027 umfasst 14,8 Milliarden Euro. Daraus werden Galileo, das Satellitennavigationssystem der EU, und Copernicus, ihr Erdbeobachtungsdienst, finanziert. Zusammen mit dem Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR), dem siebenjährigen Haushaltsplan der EU, endet es im kommenden Jahr.

Für 2028 bis 2034 möchte die EU-Kommission die Raumfahrt aus einem neuen Europäischen Wettbewerbsfonds finanzieren. Dieser einheitliche Topf für strategische Branchen soll 131 Milliarden Euro für Verteidigung und Raumfahrt bereitstellen.

Die Staats- und Regierungschefs der EU beraten am Donnerstag und Freitag beim Europäischen Rat über den nächsten Haushalt.

Die für Rüstungsindustrie und Raumfahrt zuständige Kommissionsabteilung, die Generaldirektion DEFIS, hat am 29. September eine Ausschreibung abgeschlossen. Es geht um einen vierjährigen Rahmenvertrag im Volumen von 55 Millionen Euro für Management- und Rechtsberatung in drei Bereichen: IRIS², die geplante sichere Satellitenkonstellation der EU, Raumüberwachung und Bahnverfolgung von Objekten im Orbit sowie Analysen der Weltraumwirtschaft.

Unter Horizont Europa, dem Forschungs- und Innovationsprogramm der EU, folgen 2027 weitere Ausschreibungen. Auch die EU-Agentur für das Raumfahrtprogramm EUSPA und die Europäische Weltraumorganisation ESA, eine zwischenstaatliche Einrichtung außerhalb der EU, veröffentlichen laufend neue Vergaben.

Frequenzen und Souveränität

Ein großer Teil der Debatte drehte sich um das Funkspektrum, also die Frequenzen, die Satelliten und Mobilfunknetze für ihre Übertragungen brauchen.

Im Mai schlug die Kommission eine einheitliche EU-weite Lizenz für mobile Satellitendienste im 2-GHz-Band vor. Diese Dienste verbinden Satelliten direkt mit Handys und anderen Endgeräten. Die derzeitigen Nutzungsrechte laufen im Mai 2027 aus. Ein Teil des Frequenzbands soll gezielt europäischen Betreibern und einem mit IRIS² verknüpften sicheren System vorbehalten bleiben.

Der Vizepräsident des Europäischen Parlaments Javier López leitete das Treffen. Für die Digitalabteilung der Kommission, die Generaldirektion CONNECT, nahm Gerasimos Sofianatos teil, Leiter des Referats für Funkfrequenzpolitik.

„Diese Diskussion könnte kaum zu einem besseren Zeitpunkt stattfinden, wenn man die aktuellen geopolitischen Spannungen und den Wettbewerb um Technologien betrachtet“, sagte López in seiner Eröffnungsrede.

„Ein Europa, das seine eigenen Netze und Daten kontrolliert, ist ein Europa, das unabhängig handeln und eigene Entscheidungen treffen kann. [...] Satellitenkonnektivität ist ein perfektes Beispiel für einen Bereich, in dem wir strategische Kontrolle erreichen müssen“, fügte López hinzu.

Im Gespräch mit Euronews nach der Veranstaltung erklärte Sateliot-Mitgründer und -Chef Jaume Sanpera: „Wir müssen europäische Champions aufbauen und unterstützen, die im Raumfahrtsektor weltweit mithalten können“, und ergänzte: „Heute will die Hälfte der Welt mit europäischen Unternehmen in Verteidigung und Raumfahrt zusammenarbeiten, weil wir berechenbarer sind.“

Im September wählte die ESA Sateliot aus, um zum Low-LEO-Layer von IRIS² beizutragen. In dieser Testumgebung im niedrigen Erdorbit erproben Behörden neue Dienste, bevor sie in das Hauptsystem einfließen. Die ESA plant dafür Weltraumtests zwischen 2027 und 2029.

Über das Projekt RESCUE-NET untersucht Sateliot außerdem, wie 5G-Verbindungen aus dem All Behörden vernetzt halten können, wenn terrestrische Netze ausfallen. Für diese Phase unterzeichnete die ESA 18 Verträge im Gesamtwert von 20 Millionen Euro mit fast 80 Unternehmen.

Von SpaceX zu PLD Space

Für Kleinsatelliten führt der Weg in den Orbit bislang meist über amerikanische Raketen.

Am 1. Oktober hat Sateliot fünf Satelliten des spanischen Kleinsatellitenherstellers Alén Space an Bord der Mitflugmission Transporter-18 in den Orbit gebracht. Der Sammelstart des Raketenunternehmens SpaceX von Elon Musk bündelt Nutzlasten vieler Kunden. Damit stieg die Zahl der gestarteten Sateliot-Satelliten auf elf.

Durch die zusätzlichen Satelliten verdoppeln sich nach Firmenangaben die täglichen Überflüge über jeden Punkt der Erde.

Auf die Frage von Euronews, ob Europa seine Satellitenflotten auch ohne nicht-europäische Trägerraketen ausbauen kann, zeigte sich Sanpera optimistisch. Derzeit gebe es vier oder fünf Unternehmen, die diese Lücke schließen wollen, sagte er.

ARCHIV: Eine Falcon-9-Rakete von SpaceX mit einer vierköpfigen Besatzung startet von Rampe 40 der Cape Canaveral Space Force Station in Cape Canaveral, Florida, am 1. Okt. 2026
ARCHIV: Eine Falcon-9-Rakete von SpaceX mit einer vierköpfigen Besatzung startet von Rampe 40 der Cape Canaveral Space Force Station in Cape Canaveral, Florida, am 1. Okt. 2026 AP Photo/John Raoux

Sanpera erklärte außerdem, dass der nächste Start des Unternehmens im Juli 2027 erneut gemeinsam mit SpaceX geplant ist. Der darauffolgende Flug soll dann mit PLD Space erfolgen, einem spanischen Startunternehmen mit Sitz in Elche.

Dieser Start Ende 2027 wird nicht nur vollständig europäisch sein. Er trägt auch die ersten zwei Tritó-Satelliten von Sateliot an Bord, eine größere neue Generation, die 5G-Direktverbindungen zu gewöhnlichen Mobiltelefonen ermöglichen soll.

Sie sollen auf der Miura 5 starten, einer kleinen Orbitalrakete von PLD Space, die bisher noch keinen Flug absolviert hat.

Bereits im August erhielt PLD im Rahmen der „European Launcher Challenge“ der ESA einen vorläufigen Auftrag über 158,9 Millionen Euro, mit dem neue europäische Trägerraketen gefördert werden. Das Unternehmen plant einen Erstflug vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guyana bis Ende dieses Jahres.

Sateliot selbst sammelt derzeit 150 Millionen Euro bei Investoren ein, 100 Millionen Euro Eigenkapital und bis zu 50 Millionen Euro Fremdkapital, und will seine Konstellation auf mehr als 500 Satelliten ausbauen.

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