Nvidia-Chef Jensen Huang richtet harte Worte an den Technologiestandort Deutschland. Das Land sei im KI-Wettlauf stark zurückgefallen. Um diesen Rückstand aufzuholen, plant die Bundesregierung nun einen KI-Pakt mit dem US-Konzern.
Nvidia-CEO Jensen Huang warnt vor technologischem Rückstand Deutschlands bei künstlicher Intelligenz.
Der Chef des Chipkonzerns Nvidia, Jensen Huang, hat deutliche Kritik am Zustand der KI-Entwicklung in Deutschland geäußert. Bei einem Treffen mit Medienvertretern in London bedauerte Huang den deutlichen Rückstand von Deutschland im internationalen Vergleich.
Trotz des großen Potenzials und zahlreicher Talente werde die Entwicklung in Europa laut Huang durch zu langes Zögern und Analysieren blockiert. Er forderte die Verantwortlichen auf, direkt mit der praktischen Umsetzung zu beginnen.
Als Reaktion auf die technologische Stagnation plant die Bundesregierung eine enge Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen. Auf dem Berliner Investitionsgipfel Invest in Germany wollen Bundeskanzler Friedrich Merz und Jensen Huang daher einen gemeinsamen KI-Pakt präsentieren. Das Projekt soll die Integration künstlicher Intelligenz in der deutschen Wirtschaft beschleunigen.
Für die Initiative stellt der Bund eine dreistellige Millionensumme bereit. Neben dem Start-up Black Forest Labs wollen sich rund zehn etablierte deutsche Konzerne wie Siemens und Audi beteiligen. Die Kooperation knüpft an die Sovereign Open Source Foundation Models an, ein Bündnis zur Entwicklung leistungsfähiger, quelloffener KI-Modelle.
Die Fördergelder sollen primär für Rechenkapazitäten in der Industrial AI Cloud der Deutschen Telekom verwendet werden, die mit moderner Nvidia-Blackwell-Hardware ausgestattet ist. Die Bundesregierung strebt mit dieser Investition an, die Attraktivität Deutschlands als Innovationsstandort zu stärken.
Am Dienstag beraten internationale Topmanager, Investoren und Regierungsmitglieder bei dem Invest in Germany Summit über Investitionen am Standort Deutschland, mit Schwerpunkten bei künstlicher Intelligenz, Energie und Infrastruktur sowie der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.