Die Bilder von brennenden Straßen und Plünderungen bei den eskalierenden Schülerprotesten in Frankreich gehen seit Tagen um die Welt. Nun wollen auch linksextreme Gruppen in Deutschland mobilisieren - Endet es auch hier in Gewalt?
Es hat mit Protest gegen Lehrermangel und schlechte Bedingungen an Schulen begonnen und ist binnen Tagen eskaliert. Gebäude brannten, Polizisten wurden gewaltsam angegriffen, Geschäfte geplündert. Präsident Macrons Aufforderung nach friedlichen Protesten verhallt in Rauch und Zerstörung. Die französische Regierung wirft der Partei "La France insoumise" (LFI) und ultralinken Gruppen vor, die Proteste angeheizt und für politische Zwecke genutzt zu haben.
Der Psychologe und Extremismusexperte Ahmad Mansour stellt infrage, ob die Ereignisse noch als reine Schülerproteste bezeichnet werden sollten. "Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum immer noch von Schülerprotesten gesprochen wird. Hier entsteht eine immer tiefere Kluft zwischen öffentlicher Meinung und veröffentlichter Meinung", schrieb er auf LinkedIn.
Auch er behauptet, die Bewegung sei von linksradikalen Gruppen und gewaltbereiten Jugendlichen übernommen worden. "Vielleicht hat es einmal als Protest begonnen. Mittlerweile ist die Bewegung von zwei Gruppen übernommen worden: von linksradikalen Chaoten, die den Rechtsstaat nicht nur destabilisieren, sondern letztlich überwinden wollen, und von Jugendlichen, häufig mit Migrationshintergrund der dritten, vierten oder fünften Generation, deren Motive offenbar oft wenig mit politischer Empörung zu tun haben."
Vielmehr gehe es um Verachtung gegenüber dem Land, in dem sie leben, und um die pure Lust an Gewalt, Zerstörung und dem Adrenalinkick. In Belgien und Italien kommt es zu ähnlichen Vorfällen und auch in Deutschland geht es jetzt los. Der erste vergleichbare Protest fand am 12. Oktober 2026 in Berlin statt.
Nun verdichten sich die Hinweise, dass extremistische Netzwerke, wie ultralinke Gruppen und islamistische Akteure, versuchen könnten, die Unzufriedenheit von Jugendlichen auch hierzulande für ihre eigenen politischen Ziele auszunutzen.
In einem Bericht der "WELT" wird der Extremismus-Experte Ahmad Mansour mit der Warnung zitiert, linksradikale Gruppen versuchten gezielt, die Entwicklung nach Deutschland zu bringen. Die zunächst friedlichen Aktionen an deutschen Schulen könnten seiner Einschätzung nach ebenso schnell eskalieren.
Er sieht eine zunehmende Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen. In der ZDF‑Sendung "Markus Lanz“ vom 15. Oktober 2026 sprach Mansour von einer "Radikalisierungswelle von Minderjährigen“. Er argumentierte, dass Gewalt bei manchen Jugendlichen zunehmend unabhängig von einem konkreten politischen Anliegen auftrete. Als mögliche Einflussfaktoren thematisierte er unter anderem soziale Medien, Perspektivlosigkeit und Integrationsprobleme
"Gen Z regelt das“
„Gen Z regelt das“ lautet der Slogan einer aktuellen, überwiegend über soziale Netzwerke organisierten Schulstreik- und Protestbewegung Jugendlicher in Deutschland. Sie entstand im Oktober 2026 im Zuge einer Solidaritätswelle mit den umfangreichen Schüler- und Jugendprotesten in Frankreich.
Laut ihrer offiziellen Website mobilisiert die Initiative „Gen Z regelt das“ für bundesweite Proteste am Samstag, dem 31. Oktober 2026, ab 14 Uhr. Zu ihren erklärten Anliegen zählen bessere Bildung, die Ablehnung der Wehrpflicht, eine bessere Gesundheitsversorgung, bezahlbare Lebensbedingungen, bessere Zukunftsperspektiven und mehr politische Mitbestimmung.
Auf dem Stuttgarter Social-Media-Profil der Initiative finden sich darüber hinaus Beiträge mit den Forderungen "Free Kurdistan“ und "Free Palestine“. In weiteren Social-Media-Beiträgen laufen Schüler entschlossen auf eine Polizeibarrikade zu. Zudem wird der Vorwurf der "Genozid-Unterstützung“ erhoben.
Ein ähnliches Bild zeigte sich auch in Frankreich. Aufnahmen, die über Medien und soziale Netzwerke verbreitet wurden, zeigen neben Antifa- und anarchistischen Fahnen auch Palästinaflaggen sowie junge Menschen mit Palästinensertüchern. Damit waren bei den Schülerprotesten neben den ursprünglichen schulpolitischen Anliegen einmal mehr auch linksradikale und pro-palästinensische Symbole präsent.
Auf einigen Plakaten, die zum Schülerprotest am 31. Oktober aufrufen, steht das Thema Palästina optisch deutlich stärker im Vordergrund als die eigentlichen Anliegen der Schülerbewegung. Dadurch verfestigt sich der Eindruck, dass hier nicht die Interessen der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt stehen, sondern ein anderes Anliegen.
Extremismus-Expertin Prof. Susanne Schröter sagte gegenüber der BILD: „Es handelt sich um eine Allianz zwischen Linken und Islamisten. Sie wird durch den israelbezogenen Antisemitismus, der häufig in eine radikale Judenfeindschaft kippt, eine fundamentale Ablehnung des Westens und eine Ästhetisierung von Gewalt zusammengehalten. Gewalt ist keine Nebenerscheinung, sondern ein zentrales Moment der Mobilisierung.“
Die Sicherheitsbehörden sind alarmiert
Berlin, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, Köln, München, Bremen, Leipzig und Düsseldorf gehören zu den angekündigten Veranstaltungsorten. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin warnt vor einer Vereinnahmung des Protests durch radikale Kräfte.
Die Berliner Polizei bereitet sich auf einen sehr umfangreichen Einsatz in der Halloweennacht vor. Polizeisprecher Florian Nath sagte im Tagesspiegel, dass man genau hinschauen werde, "ob es sich um legitime Schülerproteste handelt oder wer lediglich die Kulisse von Halloween nutzen will für eigene Interessen“. Bestrebungen radikaler Gruppen, die Kulisse zu missbrauchen, werde man nicht zulassen.
Der hessische Innenminister Roman Poseck erklärte zur Mobilisierung in Frankfurt am Main, dass die Sicherheitsbehörden den 31. Oktober fest im Blick haben. In einem Interview gegenüber der "BILD-Zeitung" warnte er davor, dass „linke Radikale unser Stadtbild bestimmen“. Er betonte: „Frankreich darf und wird sich auf hessischen Straßen nicht wiederholen. Unsere Polizei wird konsequent handeln und keinerlei Gewalt gegen Personen oder Sachen dulden.“