Russland meldet die Festnahme eines Deutschen, der für die Ukraine gekämpft haben soll. Der FSB spricht von "Söldnertum", doch nach dem Völkerrecht könnte der Mann als regulärer Soldat gelten.
Russische Behörden haben nach eigenen Angaben einen deutschen Staatsbürger festgenommen, der für die ukrainische Armee gekämpft haben soll.
Wie die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf den Inlandsgeheimdienst FSB berichtet, werfen die Ermittler dem Mann "Söldnertum" vor.
Laut FSB war der Deutsche bereits von 2016 bis 2018 als Scharfschütze für eine ukrainische Einheit im Einsatz. Im November 2025 soll er erneut eingereist sein und einen Dreijahresvertrag mit den ukrainischen Streitkräften unterzeichnet haben.
Die Behörden prüfen nun ein Strafverfahren. Eine unabhängige Bestätigung der Angaben sowie eine Stellungnahme deutscher Behörden stehen noch aus. Wann und wo der Mann festgenommen wurde, ist bislang unbekannt.
Söldner oder Soldat?
Ein Söldner kämpft meist vor allem für Geld in einem fremden Krieg, ohne fest zur regulären Armee des Landes zu gehören. Nach dem Völkerrecht haben Söldner keinen Anspruch auf den Status eines Kombattanten und damit auch nicht auf den Schutz als Kriegsgefangene.
Wer als Ausländer einen offiziellen Vertrag unterschreibt und festes Mitglied der regulären ukrainischen Armee wird, gilt dagegen nicht als Söldner, sondern als Soldat und damit als Kombattant.
Hat der Deutsche tatsächlich einen festen Dreijahresvertrag mit den ukrainischen Streitkräften, wäre er demnach ein regulärer Soldat, unabhängig von seiner Herkunft. Russland wertet den Fall offenbar anders.