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YouTube, KI und Neurodiversität: Gen Z und Gen Alpha prägen neue Erzählformen

Obwohl sie immer mehr Inhalte auf YouTube und TikTok schauen, strömen jüngere Generationen weiterhin ins Kino.
Jüngere Menschen schauen zwar mehr Stories auf YouTube und TikTok, strömen aber weiterhin ins Kino. -  Copyright  Canva
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Von Amber Louise Bryce
Zuerst veröffentlicht am
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Gen Z und Gen Alpha wünschen sich weiterhin mehr Vielfalt auf den Bildschirmen, stehen KI‑Erzählungen laut Bericht „Teens and Screens 2026“ aber überraschend offen gegenüber.

In einer Unterhaltungswelt, die von Nostalgie beherrscht wird, definieren jüngere Generationen das Geschichtenerzählen neu – über YouTube, TikTok und sogar mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI). Das zeigt der Bericht „Teens and Screens 2026“ (Quelle auf Englisch).

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Erstellt hat ihn das Center for Scholars & Storytellers (CSS) an der University of California, Los Angeles (UCLA). Die Studie startete vor fünf Jahren und untersucht seitdem die Mediennutzung von mehr als 1.500 US-Amerikanerinnen und US-Amerikanern im Alter von zehn bis 24 Jahren.

Die aktuellen Ergebnisse zeigen, wie stark sich heutige Erzählformen verbreitert haben. Gen Alpha und Gen Z finden in unkonventionellen Formaten wie 30-sekündigen Clips genauso viel Wert wie in abendfüllenden Spielfilmen.

Die Mehrheit der Befragten (72,9 %) nannte YouTube ihr liebstes Medium für Geschichten. Fast vier von fünf sagten, auch Kurzvideos könnten eine Geschichte erzählen; unter den sozialen Netzwerken lag TikTok mit 64,2 % vorne.

Fernsehserien (70,3 %), Filme (70,2 %) und Videospiele (68,5 %) folgen dicht dahinter. Zum dritten Jahr in Folge wählten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen das Kino zu ihrer liebsten Wochenendaktivität.

Diese Zahlen spiegeln auch Entwicklungen in Europa. Nach Angaben der Cinema Advertising Association ist die Hälfte der Kinobesucherinnen und Kinobesucher im Vereinigten Königreich jünger als 35 Jahre. CineEurope berichtet zudem, dass 47 % der jungen Menschen Filme inzwischen über TikTok entdecken.

Mehr Figuren, mit denen sich das Publikum identifiziert

„Stranger Things“ gilt unter der Generation Z als Beispiel für Figuren, mit denen sie sich identifizieren kann, und für die Darstellung von LGBTQ+-Personen.
„Stranger Things“ gilt unter der Generation Z als Beispiel für Figuren, mit denen sie sich identifizieren kann, und für die Darstellung von LGBTQ+-Personen. Netflix

Obwohl junge Menschen zu den wichtigsten Zielgruppen der Unterhaltungsbranche zählen, finden ihre Erfahrungen und Wünsche oft kaum Gehör.

Ein wiederkehrendes Motiv ist der Wunsch nach stärkeren Identifikationsfiguren. 55 % der Befragten wollen mehr neurodivergente Figuren auf der Leinwand oder dem Bildschirm sehen; unter LGBTQIA+-Jugendlichen liegt der Anteil noch höher.

Nur 22,7 % finden, dass die derzeitigen Darstellungen von Neurodivergenz in den Medien „meistens der Realität entsprechen“. Eine Darstellung, die 2021 besonders scharf kritisiert wurde, war Sias Regiedebüt Music, in dem die neurotypische Schauspielerin Maddie Ziegler eine nicht sprechende autistische Frau spielt.

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen wünschen sich außerdem „hoffnungsvolle, aufbauende Geschichten, in denen Menschen gegen alle Widerstände gewinnen“, mehr „Freundschaften und soziale Gruppen“ und „Menschen mit einem Leben wie meinem“.

Damit bestätigt die Studie frühere Ergebnisse: Junge Menschen wollen weniger Sex auf der Leinwand und mehr platonische Beziehungen. 52 % glauben, dass Liebesbeziehungen in Filmen und Serien im Vergleich zum echten Leben überbetont werden.

„Der Ruf nach mehr neurodivergenten Figuren und nach Freundschaften ist nur ein Beispiel für die breite Nachfrage nach vielfältigeren und authentischeren Darstellungen“, sagt Studienmitautorin Stephanie Rivas-Lara.

Wie die Jugend auf KI blickt

Von künstlichen Schauspielerinnen und Schauspielern bis hin zu massenhaftem Inhalt in sozialen Netzwerken: KI hat die Medienlandschaft im Eiltempo erobert und sorgt vor allem unter jungen Zuschauerinnen und Zuschauern für Streit.

Trotzdem überwiegt in der Umfrage Neugier gegenüber Sorge. 28,2 % fühlen sich von der Technologie „fasziniert“, 25,6 % „aufgeregt“. Auf der anderen Seite sagen 22 %, sie fühlten sich „dem Untergang geweiht“, und 10,1 % geben an, „Angst“ zu haben.

Am positivsten bewerten die jüngsten Befragten im Alter von zehn bis 13 Jahren KI. 44,2 % von ihnen beschreiben Sendungen über KI als „faszinierend“.

Wie es mit der Unterhaltung weitergeht

„Backrooms“, produziert vom YouTuber Kane Parsons, war einer der erfolgreichsten Blockbuster des Jahres 2026.
„Backrooms“, produziert vom YouTuber Kane Parsons, war einer der erfolgreichsten Blockbuster des Jahres 2026. A24

In der Pandemie brachen die Besucherzahlen in den Kinos massiv ein. Seit einigen Jahren steigen sie jedoch wieder, weil viele junge Menschen dem Smartphone entkommen wollen, Gemeinschaft suchen und den Kontakt zur Außenwelt neu entdecken.

Neue Blockbuster wie Backrooms und Obsession, die YouTube-Creator inszeniert haben, zeigen ebenfalls: Jüngere Zielgruppen wünschen sich originelle Geschichten, die Internetformate und deren Mythen aufgreifen und die digitalen Welten spiegeln, in denen sie aufgewachsen sind.

„Die Gatekeeper haben sich verändert. Junge Menschen selbst entscheiden, was sie sehen wollen und wovon sie mehr verlangen“, sagt Yalda T. Uhls, Gründerin und CEO des CSS sowie Dozentin am Psychologischen Institut der UCLA.

„Verantwortliche der Branche sollten auf die Stimmen der jungen Menschen hören – und auf Expertinnen und Experten, die das positive Aufwachsen und Wohlbefinden Jugendlicher im Blick haben“, so Uhls weiter.

„Der diesjährige Bericht zeigt sehr deutlich: Genau das ist der Schlüssel, um hochwertige Inhalte zu schaffen, die die Jugend von heute überzeugen.“

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