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Prix Pascal: neuer französischer Literaturpreis für gemeinsam mit KI verfasste Bücher

Prix Pascal: Frankreich vergibt neuen Literaturpreis für Bücher mit KI-Co-Autorenschaft
Prix Pascal: Frankreich vergibt neuen Literaturpreis für Bücher mit KI-Mitautorenschaft -  Copyright  Canva
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Von David Mouriquand
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Ein neuer Literaturpreis zeichnet Arbeiten aus, die gemeinsam mit KI entstehen. Der Start kommt zur denkbar ungünstigen Zeit.

In Frankreich ist in dieser Woche ein neuer Preis für von KI mitverfasste Bücher gestartet. Der Zeitpunkt könnte kaum ungünstiger sein.

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Dem Prix Pascal de Littérature IA gehen wochenlange Debatten über den Einsatz von KI durch Finalistinnen und Finalisten mehrerer Literaturpreise voraus, darunter des Prix Goncourt, der als prestigeträchtigster Literaturpreis Frankreichs gilt.

Seit September erschüttert die Affäre um Thélyson Orélien die französische Literaturszene. Auslöser sind Vorwürfe massiver KI-Nutzung in dem Roman „C’était ça ou mourir“ des kanadisch-haitianischen Autors.

Gestern bestätigte Oréliens kanadischer Verlag, dass im Buch tatsächlich KI zum Einsatz kam, und beendete die Zusammenarbeit mit dem Autor. Orélien weist die Vorwürfe weiter zurück und sagte dem „Libération“-Journalisten Rachid Laïreche, er habe für die historischen Recherchen auf externe Quellen zurückgegriffen.

„Ich habe immer gesagt, dass ich das Buch geschrieben habe; es ist ja nicht so, dass die KI es geschrieben hätte“, betont er. „So wie man beim Übersetzen von Sprachen Hilfsmittel benutzt, habe auch ich Werkzeuge genutzt“, fügt er hinzu und sagt, er habe ‚mit alledem nicht gerechnet‘.

Nun ermutigt der Prix Pascal ganz offen zum Einsatz von KI, besteht auf seiner Website (Quelle auf Englisch) aber darauf, dass der Preis „kein Technologie-Wettbewerb“ sei.

„KI ist in Schreibwerkstätten, in Manuskripten und in Buchhandlungen längst präsent, oft unbemerkt“, heißt es dort. „Der Prix Pascal stellt laut die Frage: Was macht ein literarisches Werk aus, wenn Autor und Maschine zusammenarbeiten?“

Teilnehmende müssen ein Manuskript einreichen sowie ein technisches Dossier, in dem sie die genutzte algorithmische Unterstützung genau beschreiben. Zugelassen sind alle großen Sprachmodelle, darunter ChatGPT, Claude, Gemini und LLaMA.

„Andere jagen der KI mit widersprüchlichen Erkennungs-Tools hinterher; der Prix Pascal fordert Autorinnen und Autoren stattdessen dazu auf, ihren Einsatz offenzulegen: keine Missionierung, keine Klagen – Transparenz als Grundlage für Debatte und kollektive Intelligenz“, erklären die Organisatoren des Preises.

„Der Preis steht allen offen, die auf Französisch schreiben – überall in der frankophonen Welt, unabhängig von Nationalität oder Wohnort und ohne Verlag“, erläutern seine Gründer Philippe Rodriguez, Albin Serviant und Gilles Mentré, allesamt Technologieunternehmer. Rodriguez ist Gründungspartner der M&A-Beratung Avolta, Serviant war Vorsitzender des LGBTQ+-Magazins „Têtu“, Mentré lehrt an der Harvard University und an der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne.

„Die Jury sucht nach einem unveröffentlichten Werk, das nützlich ist oder zum Nachdenken anregt“, fügen sie hinzu.

Gestern startete der Aufruf zur Einreichung von Texten, die „Jury aus fünf prominenten Persönlichkeiten“ soll Ende des Monats vorgestellt werden. Die Gewinnerin oder der Gewinner des Preises 2026 wird Mitte Dezember verkündet. Preisgeld gibt es nicht, aber Unterstützung bei der Veröffentlichung.

Da das französische Recht den Einsatz von KI beim Schreiben literarischer Werke weder regelt noch verbietet, bewegt sich der Preis auf legalem Boden. Er kommt allerdings in einem Moment, in dem Kreative immer lauter gegen den Einsatz von KI protestieren und klare Regeln sowie Schutzmechanismen fordern.

Der neue Preis trägt den Namen des französischen Mathematikers und Philosophen Blaise Pascal. Auf der Website des Prix Pascal heißt es, Pascal sei „der einzige westliche Denker gewesen, der zugleich Pionier mechanischer Vorrichtungen und Meister der Sprache war“.

Zitiert wird auch sein Satz „À mesure qu’on a plus d’esprit, on trouve qu’il y a plus d’hommes originaux“ – auf Deutsch etwa: „Je mehr Esprit man hat, desto mehr erkennt man, wie viele originelle Menschen es gibt.“

Man möchte fast wetten, dass sich der gefeierte Universalgelehrte und Autor der „Pensées“ im Grab umdreht.

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