Seit August empfängt das Luxushotel in Gravenbruch bei Frankfurt keine Gäste, denn es gehörte einem Oligarchen, der als Strohmann von Irans oberster Führung gilt. Jetzt soll es einen Neuanfang geben.
Im Luxushotel in Gravenbruch bei Frankfurt waren schon die Rolling Stones, Michael Jackson, Bill Clinton sowie der Dalai Lama zu Gast - und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft entspannte sich einst regelmäßig im Wellness-Bereich des Traditionshauses.
Seit Mitte August dürfen keine Gäste mehr ins Hilton Gravenbruch kommen, die etwa 90 Beschäftigten arbeiten im Notbetrieb, wie die Hessenschau berichtet. Doch jetzt gibt es neue Hoffnung für das einstige Kempinski.
Concierge Sovin Sethi, der seit mehr als 20 Jahren in dem Hotel arbeitet, spricht von "einem 6-er im Lotto". Und Küchenchef Robin Eisermann hofft, dass bald wieder die Stars von Eintracht Frankfurt bei ihm essen werden.
Hotel gehörte einem Strohmann der Familie Chamenei
Im Juli 2026 war das Fünf-Sterne-Hilton von den EU-Sanktionen gegen Iran betroffen, da es dem iranischen Investor Ali Ansari gehörte. Der in Dubai Unternehmer gilt als Strohmann der obersten iranischen Führung. Laut Bloomberg organisierte Ansari das Finanzimperium der Familie Chamenei, mit einem guten Draht zu Mojtaba Khamenei schon vor dem Tod des Vaters. Experten beschreiben Ansari als einen der einflussreichsten iranischen Oligarchen.
Über seinen Anwalt erklärte Ansari alledings, er „weise entschieden zurück, jemals finanzielle oder persönliche Beziehungen zu Modschtaba Chamenei unterhalten zu haben".
Hotel in Gravenbruch soll Flagship der Comer Group werden
Dass das Luxushotel in Gravenbruch von den Sanktionen gegen Iran betroffen war, machte die Abwicklung durch den Insolvenz-Verwalter sehr kompliziert. Doch jetzt hat die britische Comer Group das Traditionshaus auf einem Anwesen, das im 16. Jahrhundert Adelsfamilien gehörte, übernommen.
Wie der irische Millardär und CEO Luke Comer mitteilte, soll das Hotel bei Offenbach nicht weit vom Frankfurter Flughafen sogar das Flagship der Comer Group in Europa werden.
Wann wieder Gäste kommen können, steht allerdings noch nicht fest.
Im Januar 2026 hatte die EU neue Sanktionen gegen Iran unter anderem wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen sowie wegen der anhaltenden Unterstützung Russlands im Krieg gegen die Ukraine verhängt. Dennoch blieb Deutschland 2025 der wichtigste Handelspartner des Iran.