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Nur noch 3,7 Milliarden Euro: Deutschland bleibt Irans wichtigster EU-Handelspartner

Auf diesem Dateifoto vom Montag, 15. Oktober 2018, wird ein Containerschiff im Hafen von Hamburg beladen.
Auf diesem Dateifoto vom Montag, 15. Oktober 2018, wird ein Containerschiff im Hafen von Hamburg beladen. Copyright  Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved
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Von Servet Yanatma
Zuerst veröffentlicht am
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Der Handel zwischen der EU und dem Iran ist aufgrund der Sanktionen im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahrzehnten gefallen. Der Handel wird in begrenztem Umfang fortgesetzt, wobei der größte Anteil auf Deutschland entfällt.

Die Energiepreise steigen deutlich, da die Ölmärkte auf den anhaltenden Krieg im Iran reagieren. Angriffe auf Energieanlagen in den Golfstaaten schüren die Sorge vor möglichen Versorgungsunterbrechungen.

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Mit Blick auf die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und dem Iran markiert die aktuelle Lage die jüngste Phase eines mehr als zehnjährigen Rückgangs. Seit Jahren haben sich die Handelsbeziehungen infolge von Sanktionen schrittweise verschlechtert.

Ende Januar 2026 verhängte die EU neue Sanktionen gegen den Iran – unter anderem wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen sowie wegen der anhaltenden Unterstützung Russlands im Krieg gegen die Ukraine.

Der Handel besteht dennoch fort, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau als in der Vergangenheit.

Im Jahr 2025 belief sich der gesamte Warenhandel zwischen der EU und dem Iran laut Eurostat auf 3,72 Milliarden Euro. Die Einfuhren der EU lagen bei 0,76 Milliarden Euro, die Ausfuhren bei 2,97 Milliarden Euro. Daraus ergab sich ein Handelsüberschuss von rund 2,2 Milliarden Euro zugunsten der EU.

Der Dienstleistungsverkehr belief sich im Jahr 2024 in beide Richtungen auf 1,56 Milliarden Euro. Die EU importierte Dienstleistungen im Wert von 0,69 Milliarden Euro und exportierte Leistungen im Umfang von 0,87 Milliarden Euro.

Insgesamt bleibt der Iran ein vergleichsweise unbedeutender Handelspartner für die EU. Im Jahr 2025 entfielen lediglich 0,1 Prozent der EU-Ausfuhren auf den Iran, während sein Anteil an den Importen nahezu bei null lag. Mitte der 2000er Jahre lagen beide Werte noch bei rund einem Prozent oder etwas darüber.

Der drastische Rückgang zeigt sich besonders deutlich im Warenhandel. Im Jahr 2005 erreichte das Handelsvolumen zwischen der EU und dem Iran noch 23,8 Milliarden Euro, 2011 stieg es auf einen Höchststand von über 27 Milliarden Euro.

Bis 2025 fiel es auf 3,7 Milliarden Euro – fast eine Milliarde weniger als die 4,6 Milliarden Euro im Jahr 2024.

Nach den Sanktionen von 2011 brach der Handel zunächst auf 6,1 Milliarden Euro im Jahr 2013 ein, bevor er sich schrittweise auf 20,7 Milliarden Euro erholte. Dieser Anstieg war vor allem auf das Atomabkommen von 2015 im Rahmen des Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplans (JCPOA) zurückzuführen.

Seit 2019 geht das Handelsvolumen jedoch erneut deutlich zurück. Damals lag es bei 5,1 Milliarden Euro – seither ist es infolge neuer Sanktionen weiter gesunken.

Deutschland: Größter Handelspartner

Deutschland ist mit einem Anteil von 31,8 Prozent am Gesamthandel im Jahr 2025 der wichtigste Handelspartner des Irans innerhalb der EU. Die Einfuhren aus dem Iran beliefen sich auf 218 Millionen Euro, die Ausfuhren auf 963 Millionen Euro – ein Rückgang gegenüber 1,27 Milliarden Euro im Jahr 2024.

Italien folgt mit einem Anteil von 15,6 Prozent als zweitgrößter Handelspartner. Das Land importierte Waren im Wert von 132 Millionen Euro und exportierte Güter im Umfang von 447 Millionen Euro.

An dritter Stelle stehen die Niederlande, auf die 15,5 Prozent des gesamten EU-Handels mit dem Iran entfallen – ein Anstieg gegenüber 13,3 Prozent im Jahr 2024. Die Importe lagen bei 58 Millionen Euro, die Exporte bei 517 Millionen Euro.

Trotz des drittgrößten Handelsvolumens blieben die Niederlande auch 2024 der zweitgrößte Exporteur der EU in den Iran.

Auf diese drei Länder entfallen zusammen 62,9 Prozent des Handels zwischen der EU und dem Iran – also etwas weniger als zwei Drittel. Auf Frankreich und Spanien entfielen jeweils weniger als 250 Millionen Euro.

Die wichtigsten Handelsgüter zwischen der EU und dem Iran

Nach Angaben der Europäischen Kommission werden die EU-Ausfuhren vor allem von Maschinen und Transportausrüstungen dominiert. Im Jahr 2024 erreichten die Exporte in dieser Kategorie einen Wert von 1,28 Milliarden Euro und machten damit 34 Prozent der gesamten EU-Ausfuhren in den Iran aus.

Eine weitere wichtige Warengruppe sind chemische und verwandte Erzeugnisse. Ihre Ausfuhren beliefen sich auf rund 1,13 Milliarden Euro, was etwa 31 Prozent entspricht.

Die Einfuhren der EU aus dem Iran konzentrieren sich auf wenige Warengruppen. Den größten Anteil haben Lebensmittel und lebende Tiere mit rund 305 Millionen Euro beziehungsweise 37 Prozent der Importe.

Es folgen chemische Erzeugnisse und verwandte Produkte mit etwa 188 Millionen Euro (23 Prozent) sowie Fertigwaren nach Materialgruppen mit rund 180 Millionen Euro (22 Prozent). Rohstoffe – ohne Brennstoffe – machen mit etwa 89 Millionen Euro (11 Prozent) einen vergleichsweise kleinen Anteil aus.

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