Seit der Islamischen Revolution sind die Beziehungen zwischen Teheran und der deutschen Regierung angespannt. Doch die Geschäfte liefen weiter - bis zu den inzwischen weitreichenden Sanktionen.
Einst war Deutschland einer der wichtigsten Handelspartner des Iran - über Jahre der drittwichtigste hinter China und Japan. Viele deutsche Firmen hatten in den 70er Jahren Niederlassungen in Iran, Konzerne wie BASF, Krupp, Mercedes, Volkswagen und MAN machten in dem Land mit 90 Millionen Einwohnern gute Geschäfte.
Deutschland wird in Iran traditionell geschätzt
Schätzungen zufolge leben mehr als 200.000 Menschen mit iranischen Wurzeln in Deutschland. Sie gelten als sehr gut ausgebildet, viele von ihnen sind Ärzte, Ingenieure und Akademiker oder Politiker, wie der Grünen-Abgeordnete Omid Nouripour.
Die deutsche Kultur wird traditionell in Iran geschätzt, und zahlreiche Iraner - vor allem politisch Andersdenkende und religiöse Minderheiten - sind nach Europa geflohen.
Seit der Islamischen Revolution 1979 gelten die Beziehungen zwischen den Regierungen in Iran und Deutschland als angespannt. Berlin kritisierte wiederholt die Lage der Menschenrechte sowie das iranische Atomprogramm.
Doch der wirtschaftliche Austausch ging zunächst zumindest teilweise weiter.
US-Sanktionen 2018 schränken deutschen Handel mit Iran ein
Das Handelsvolumen hat sich jedoch aufgrund von Sanktionen gegen Iran stark verringert. 2017 belief sich der deutsch-iranische Handel nach Angaben der deutschen Botschaft in Teheran auf 3,4 Milliarden Euro. Bis 2019 reduzierte er sich auf 1,7 Milliarden Euro. Das lag vor allem am Rückzug der USA - während der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump - aus dem Nuklearabkommen, dem sogenannten "Joint Comprehensive Plan of Action" JCPoA) im Jahr 2018. Damit setzten die USA einseitig Sanktionen in Kraft.
Nach weiteren Verstößen des Iran gegen das Nuklearabkommen seit 2019 haben Deutschland, Frankreich und Großbritannien im August 2025 den sogenannten Snapback-Mechanismus ausgelöst. Dadurch wird der Handel mit Iran weiter eingeschränkt.
Pistazien aus Iran, Maschinen und Chemie aus Deutschland
2024 betrug das deutsch-iranische Außenhandelsvolumen etwa 1,5 Milliarden Euro.
In der Rangliste der Handelspartner im Außenhandel Deutschlands war die Islamische Republik Iran im Jahr 2024 auf Platz 68 abgerutscht- hinter Irak und Katar, aber vor Kuwait und Usbekistan.
Trotz bestehender Sanktionen - seit 2022 auch wegen der Unterstützung des Iran für den Angriffskrieg Russlands in der Ukraine - exportierten deutsche Unternehmen weiterhin Maschinen, chemische und pharmazeutische Produkte, Fahrzeuge und Elektronik nach Iran.
Aus Iran importierte Deutschand vorwiegend Nahrungsmittel - besonders Pistazien - und Teppiche. Iran ist hinter den USA der weltweit größte Produzent von Pistazien mit einem Anteil von etwa 25 Prozent. Und Deutschland ist der größte europäische Pistazienmarkt.
Dramatische Krise für die Menschen in Iran
Die durch die Sanktionen angespannte wirtschaftliche Lage für die Menschen im Iran hat sich nach dem Krieg Israels und der USA gegen das Land im Juni 2025 immer weiter verschlechtert. Zudem gab es enorme Probleme mit der Wasserversorgung.
Trotz der reichen Öl- und Gasvorkommen des Landes leiden viele Menschen unter Armut. Als Grund dafür gelten nicht nur die Sanktionen, sondern auch das Missmanagement des Regimes, das in Aufrüstung investiert statt in Sozialleistungen.
So produziert Iran weiterhin massiv Kamikaze-Drohnen vor allem vom Typ Shahed u.a. in Isfahan - was laut einem Bericht des Handelsblatt Satellitenaufnahmen belegen. Teheran unterhalte sogar eine Drohnenfabrik im Ausland - nämlich in Tadschikistan, was die Lieferungen nach Russland vereinfache.
Nach Angaben der Weltbank müssen mehr als ein Drittel der Menschen in Iran mit weniger als 8 Dollar pro Tag auskommen. Die jüngsten Proteste wurden durch die wirtschaftliche Krise ausgelöst und haben viele unzufriedene Iraner auf die Straßen getrieben.
Jetzt erhebt Trump Zölle gegen Irans Handelspartner
Präsident Donald Trump hat nun angekündigt, dass die USA - statt des angedrohten militärischen Eingreifens zur Unterstützung der Protestierenden - Sanktionen in Form von Zöllen in Höhe von 25 Prozent gegen die Handelspartner des Iran verhängen.
Doch ob Deutschland zu den Ländern gehört, die von diesen US-Sanktionen betroffen sind, und welche Produkte Trump mit den neuen Zöllen belegen will, war zunächst nicht vollständig klar. Der US-Präsident hatte die Aktion in einem Post auf seinem sozialen Netzwerk angekündigt und das Weiße Haus wollte keine weiteren Erklärungen dazu abgeben.