Bayerns Vize-Regierungschef ist im Alter von 55 Jahren verstorben. Hubert Aiwanger wurde in einem Hotel in Berlin tot aufgefunden.
"Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger ist eine absolute Tragödie. Wir sind alle zutiefst geschockt. Unsere Gedanken sind nun zuerst bei seiner Familie und seinen Kindern. Wir trauern mit ihnen und beten für sie." Das schreibt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder an diesem Mittwochabend auf X.
Der bayerische Vize-Regierungschef, Wirtschaftsminister und Vorsitzende der Freien Wähler war in einem Hotel in Berlin tot aufgefunden worden. Hubert Aiwanger hielt sich in der Hauptstadt auf, um dort ein Büro der Freien Wähler zu eröffnen, denn er wollte auch in der Bundespolitik mitmischen.
Bei der Feier, auf der der konservative Aiwanger eine Rede halten sollte, war der 55-Jährige aber nicht anwesend. Berichten zufolge ließ er sich vertreten. Der Parteichef war im Hotel geblieben, weil es ihm nicht gut ging.
Ermittlungen zur Todesursache eingeleitet
Laut Medienberichten waren Ermittler am Hotel in Berlin-Mitte im Einsatz. Hubert Aiwanger soll schon am Vormittag verstorben sein. Über eine Krankheit des Politikers war offenbar nichts bekannt.
Die Polizei Berlin erklärte, die Staatsanwaltschaft Berlin und die 6. Mordkommission des Landeskriminalamts Berlin haben ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Ziel des Todesermittlungsverfahrens ist es, die konkrete Todesursache und den Hergang des Todes herauszufinden sowie ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen.
Hubert Aiwanger galt als volksnaher, authentischer Politiker. In seiner Freizeit war er als Jäger unterwegs.
Bei den Landtagswahlen in Bayern vor drei Jahren lagen die CSU und Aiwangers Freie Wähler vor der AfD.
Schlagzeilen machte der Politiker mit der sogenannten "Flugblattaffäre" 2023 um ein antisemitisches Pamphlet aus seiner Schulzeit, das Hubert Aiwanger oder sein Bruder verfasst haben sollen.
Aiwanger hinterlässt Lebensgefährtin und zwei Kinder
Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, war Aiwanger nicht verheiratet, lebte aber mit der Regensburger Kommunalpolitikerin Tanja Schweiger zusammen. Die beiden haben zwei Söhne.
Hubert Aiwanger war 26. Januar 1971 im niederbayerischen Ergoldsbach geboren und wuchs dort auf einem Bauernhof auf. Nach dem Abitur absolvierte er ein Agrarstudium an der FH Weihenstephan und wurde Landwirt.
Seit 2006 war Hubert Aiwanger Landesvorsitzender der Freien Wähler Bayern. Für seine Partei zog er 2008 erstmals in den Bayerischen Landtag ein. Zehn Jahre später wurde er bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sowie stellvertretender Ministerpräsident.
Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Cem Özdemir schreibt in den sozialen Medien: "Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger bestürzt mich sehr. Er war ein streitbarer Politiker mit Ecken und Kanten, der für seine Überzeugungen kämpfte. Meine Gedanken sind bei seiner Familie und allen, die ihm nahestanden. Mein aufrichtiges Beileid!"