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Lagarde wegen zusätzlichem BIZ-Gehalt trotz EZB-Limits für Nebenverdienst in der Kritik

EZB-Präsidentin Christine Lagarde nimmt am Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz teil, am 23. Januar 2026.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde beim Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz am 23. Januar 2026. Copyright  AP Photo/Markus Schreiber
Copyright AP Photo/Markus Schreiber
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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EZB-Präsidentin Lagarde gerät unter Druck: Als Mitglied der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich kassiert sie über 140.000 Euro jährlich, obwohl EZB-Angestellten Nebenhonorare untersagt sind.

Christine Lagarde hat am Freitag offengelegt, dass sie im vergangenen Jahr 130.457 Schweizer Franken (142.700 Euro) von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich erhalten hat. Das geht aus einem Schreiben an die Europaabgeordneten Fabio De Masi und Dick Erixon hervor, über das die Financial Times berichtet.

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Intern in der EZB kritisieren Beschäftigte die aus ihrer Sicht unehrliche „Doppelvergütung“ von Christine Lagarde.

„Wasser predigen, Wein trinken!“, schrieb ein Beschäftigter unverblümt in einem internen Forum, wie aus Screenshots hervorgeht, über die die FT berichtet.

Mitarbeitende erklären, sie dürften für dienstliche Aufgaben keine zusätzlichen Zahlungen von außen annehmen.

Selbst die eigens benannte EZB-Kraft, die Lagarde zu den BIS-Sitzungen begleitet, darf keine Zulage der Bank beziehen.

Laut dem internen Regelwerk müssen normale Beschäftigte jede externe Vergütung für ihre Aufgaben an die EZB abführen.

„Wir Sterblichen dürfen die BIS-Zulage nicht nehmen“, schrieb ein weiterer frustrierter Mitarbeiter.

Die Notenbank verteidigt die Zahlungen. Sie zieht eine scharfe Trennlinie zwischen normalen Angestellten und der Führungsebene. Lagarde gehöre nicht zum allgemeinen Personal und unterliege einem eigenen Verhaltenskodex für Spitzenkräfte.

Zudem argumentiert die EZB, Lagardes Mandat im BIS umfasse wichtige Entscheidungen zur Unternehmensführung, die mit persönlichen Haftungsrisiken verbunden seien. Dies rechtfertige die gesonderte Vergütung. Mitarbeitende, die sie unterstützen, trügen diese rechtlichen Risiken hingegen nicht.

Die Zentralbank des Euroraums verweist außerdem darauf, dass die EZB-Präsidentin lediglich der Praxis ihrer Vorgänger Mario Draghi und Jean-Claude Trichet folge, die ebenfalls eine BIS-Zulage erhielten.

Lagarde gehört zu den achtzehn Spitzenvertretern von Notenbanken im BIS-Vorstand, doch nicht alle gehen gleich mit der Zusatzvergütung um.

So verzichten etwa der Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve und der Chef der Bank of England auf ihr BIS-Gehalt. Im Fall der Fed verbietet US-Recht ihren Vertretern grundsätzlich, Geld von ausländischen Institutionen anzunehmen.

Die Banque de France erlaubt ihrem Gouverneur, die Zulage zu behalten, zieht jedoch fünfzig Prozent des festen BIS-Gehalts für die eigene Institution wieder ein.

Durch ihre kombinierten Einkünfte gilt Lagarde derzeit als bestbezahlte Amtsträgerin in der Europäischen Union. Schätzungen zufolge kommt sie auf rund 743.000 Euro im Jahr.

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