Medienberichten zufolge hat der Militärgeheimdienst Defense Intelligence Agency (DIA) Israel zuletzt als „kritischen“ Fall für die Spionageabwehr eingestuft. Derweil hatte Donald Trump ein hitziges Telefonat mit Benjamin Netanjahu.
Das Pentagon hat seine Spionageabwehr-Warnstufe in Bezug auf Israel nach Berichten mehrerer US-Medien auf das höchste Niveau angehoben.
NBC News berichtet, dass der Militärgeheimdienst Defense Intelligence Agency (DIA) Israel vor Kurzem als „kritischen“ Fall für die Spionageabwehr eingestuft hat, vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen den beiden Verbündeten über den Krieg gegen den Iran.
Auslöser waren demnach Befürchtungen, Israel habe versucht, Informationen über ranghohe US-Regierungsvertreter zu sammeln, um Einblick in interne Debatten und Entscheidungen der Regierung Trump zu Konflikten im Nahen Osten zu gewinnen.
Die New York Times berichtete über mutmaßliche israelische Versuche, hochrangige US-Vertreter zu überwachen, darunter Trumps Chefunterhändler Steve Witkoff und den zuständigen Pentagon-Politikchef Elbridge Colby.
Ein Sprecher der israelischen Botschaft in Washington weist Vorwürfe zurück
Ein Sprecher der israelischen Botschaft in Washington, den NBC News zitiert, wies die Vorwürfe zurück und nannte Berichte, Israel spioniere die Vereinigten Staaten aus, „völlig falsch“.
Die geheimdienstlichen Aktivitäten Israels richteten sich gegen Gegner des Landes, nicht gegen Verbündete, betonte er. Man betreibe keine Informationsbeschaffung gegen Vertreter der US-Regierung.
Das Pentagon lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab.
Auch ein Vertreter des Weißen Hauses wies die Vorwürfe zurück. Die Meldungen seien unzutreffend und stützten sich auf Quellen ohne direkte Kenntnis des Vorgangs.
Trump nennt Netanyahu „f***ing crazy“: Ist ihr Verhältnis inzwischen belastet?
US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch Berichte bestätigt, wonach er in einem Telefonat mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu deutliche Worte gewählt hat. Er sei „ein wenig verärgert“ über die anhaltenden israelischen Militäreinsätze im Libanon gewesen, sagte Trump.
In einem Interview mit der New York Post bestätigte Trump, Netanjahu wegen der Einsätze im Libanon zur Rede gestellt zu haben. Auf die Frage, ob er den israelischen Regierungschef „f***ing crazy“ genannt habe, antwortete er: „Habe ich.“
Der Schlagabtausch findet vor dem Hintergrund weiterer israelischer Angriffe im Süden des Libanon statt, obwohl die USA eine Waffenruhe vermittelt haben. Nach Angaben der libanesischen Behörden kamen am Samstag mindestens fünf Menschen bei zwei getrennten israelischen Luftschlägen ums Leben, 22 weitere wurden verletzt.
Trotz der gemeldeten Differenzen bezeichnete Trump sowohl sich selbst als auch Netanjahu als Staats- und Regierungschefs in einer Kriegssituation und betonte, die Zusammenarbeit zwischen Washington und Jerusalem bleibe intakt.