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Intesa Sanpaolo startet Angebot für MPS: Fusion soll im Dezember 2026 stehen

Archivbild vom Sonntag, 26. Oktober 2014: Filiale der Bank Monte dei Paschi di Siena in Mailand.
Archivbild vom Sonntag, 26. Oktober 2014: Filiale der Bank Monte dei Paschi di Siena in Mailand. Copyright  AP Photo
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Von Cecilia Attanasio Ghezzi & Gabriele Barbati
Zuerst veröffentlicht am
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Keine 24 Stunden nach dem Vorstoß von Banco Bpm startet Intesa Sanpaolo ein Übernahme- und Aktientauschangebot für Monte dei Paschi; bei Erfolg entsteht der zweitgrößte Bankkonzern Europas.

Neue Runde im italienischen Bankenpoker. Intesa Sanpaolo gemeinsam mit Unipol, was auch Folgen für die Beteiligung Bper hat, hat am Montag ein öffentliches Kauf- und Tauschangebot (OPAS) im Wert von 30,6 Milliarden Euro für das gesamte Aktienkapital der Bankengruppe Monte dei Paschi di Siena (MPS) vorgelegt. Der italienische Staat hält über das Wirtschaftsministerium noch einen kleinen Anteil.

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Unipol wird Bper, bei der der Konzern Hauptaktionär ist, eine Fusion mit den Filialen in Siena vorschlagen. Daraus würde ein neuer Verbund mit dem Namen Banca Monte dei Paschi entstehen. Zur Unterstützung der Transaktion ist eine Kapitalerhöhung bei Unipol Assicurazioni von bis zu 2,5 Milliarden Euro vorgesehen.

Gelingt die Operation, steigt Intesa Sanpaolo nach Börsenwert zum zweitgrößten Bankenkonzern Europas auf. Das würde die italienische und europäische Bankenlandschaft erneut kräftig durcheinanderwirbeln.

MPS hatte im Dezember die Übernahme von Mediobanca abgeschlossen, die Teile des Versicherungsgiganten Generali kontrolliert. Zuvor hatten monatelange Angebote und Verhandlungen stattgefunden, an denen erneut BPM und Unicredit beteiligt waren und die auch zu einem Schlagabtausch zwischen der italienischen Regierung und der Europäischen Kommission führten.

BPM-Gegenofferte

Mit diesem Schritt bringen Intesa und Unipol die Pläne von Banco BPM durcheinander. Die Bank hatte MPS am Sonntag einen freundlichen Vorschlag für eine Fusion unter Gleichen unterbreitet.

Ziel des Vorschlags von Banco BPM – und damit auch der französischen Crédit Agricole, die mit 20,1 % beteiligt ist – ist der Aufbau einer großen Bankengruppe, die das faktische Duopol auf dem italienischen Markt durch Intesa Sanpaolo und Unicredit aufbrechen soll.

„Die Erfolgschancen eines Verliebten, der glaubt, die Angebetete allein mit einem Brief erobern zu können, sind gering“, kommentierte Unipol-Präsident Carlo Cimbri in Anspielung auf die Absichten von BPM bei der Pressekonferenz in Mailand, auf der er zusammen mit Intesa Sanpaolo den strategischen Plan für MPS vorstellte.

Für das Institut aus Mailand wird es dennoch schwieriger, diese Strategie weiterzuverfolgen. Das OPAS von Intesa blockiert andere Transaktionen und konkurrierende Angebote für Monte dei Paschi auf Basis der sogenannten passivity rule, die solche Schritte für die Dauer des Angebots untersagt, das bis Dezember 2026 abgeschlossen sein muss.

Fusion soll zweitgrößten Bankenkonzern Europas schaffen

Nach Recherchen des Corriere della Sera (Quelle auf Italienisch) will Intesa Sanpaolo für den 10. September eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Die Aktionäre sollen über eine Kapitalerhöhung um 5,7 Milliarden Euro abstimmen. Damit kann der Konzern neue Stammaktien zur Finanzierung der Transaktion ausgeben. Geplant ist, dass Intesa die juristische Hülle von MPS, Mediobanca und deren Aktivitäten übernimmt.

Unipol wird dafür 635 Filialen von Monte dei Paschi übernehmen, Einlagen in Höhe von 55 Milliarden Euro und Kundenkredite von rund 42 Milliarden Euro. Der Deal bringt einen Gewinnbeitrag zwischen 400 Millionen und 460 Millionen Euro und umfasst risikogewichtete Aktiva von bis zu 20 Milliarden Euro, die Marke MPS und rund zwei Millionen Kundinnen und Kunden.

In dieser Phase tritt Bper auf den Plan, der Unipol die Kombination mit der „neuen“ MPS und eine Umbenennung der neuen Einheit in Banca Monte dei Paschi vorschlägt.

Zur Umsetzung des Vorhabens will Unipol einer noch anzusetzenden außerordentlichen Hauptversammlung vorschlagen, den Verwaltungsrat zu ermächtigen, das Grundkapital um bis zu 2,5 Milliarden Euro zu erhöhen.

Die Fusion soll im Dezember abgeschlossen sein und dem neuen Bankenpol nach den Plänen der Beteiligten ermöglichen, seine Rolle als europäischer Marktführer bei der Unterstützung der Real- und Sozialwirtschaft weiter auszubauen.

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