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Nvidia peilt weiteres Rekordjahr an: Prognose von 70 Prozent Wachstum bis 2028

ARCHIV - Nvidia-Chef Jensen Huang spricht bei der Keynote der Nvidia GTC am Dienstag, 18. März 2025, in San José, Kalifornien. (AP Photo/Nic Coury)
ARCHIV - Nvidia-CEO Jensen Huang spricht am Dienstag, 18. März 2025, während der Keynote der Konferenz GTC in San Jose, Kalifornien. (AP Photo/Nic Coury) Copyright  Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
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Von Una Hajdari
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Nvidia meldet Quartalsumsatz von 96,2 Mrd. Dollar und optimistischen Ausblick bis 2028, dämpft damit Blasensorgen um KI, bleibt aber stark von Großkunden und China-Comeback abhängig.

Nvidia hat am Mittwoch die Erwartungen der Wall Street deutlich übertroffen. Der Konzern erzielte im Quartal einen Umsatz von 96,2 Milliarden Dollar (82,4 Milliarden Euro), geplant waren 92,2 Milliarden Dollar (79 Milliarden Euro). Für das laufende Vierteljahr stellt Nvidia nun 108 Milliarden Dollar (92,5 Milliarden Euro) in Aussicht – erneut mehr als Analysten erwartet hatten.

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„KI hat ihren Wendepunkt erreicht“, sagte Jensen Huang in einer Erklärung. „Sie erledigt nützliche Arbeit. Ihre Tokens sind produktiv und profitabel. Rechenleistung wird damit direkt zu Umsatz, und die Nachfrage zieht an.“

Der Konzern gab zudem einen optimistischen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2028. Finanzchefin Colette Kress sagte Analysten in einer Telefonkonferenz nach Vorlage der Zahlen, Nvidia rechne dann mit einem Umsatzplus von rund 70 %. Die Wall Street war bisher von 45 % ausgegangen.

„Bemerkenswerterweise sehen wir eine Beschleunigung der Nachfrage, obwohl wir bereits diese Größenordnung erreicht haben“, sagte sie. „Die Prognosen unserer Kunden deuten darauf hin, dass sich unser Wachstum im nächsten Jahr verdoppeln wird.“

Die Tage, an denen Nvidia Quartalszahlen vorlegt, haben für das wertvollste Unternehmen der Welt besondere Bedeutung.

Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 5 Billionen Dollar (4,3 Billionen Euro) ist Nvidia mehr wert als das Bruttoinlandsprodukt Japans, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

Nach Bekanntgabe der Zahlen gaben die Nvidia-Aktien im nachbörslichen Handel zunächst um 1,8 % nach. Bereits im regulären Handel hatten sie 1,6 % verloren.

Später drehte der Kurs jedoch und legte im Späthandel um mehr als 4 % zu, nachdem die Aussagen von Kress zur Umsatzprognose bekannt wurden. Anlegerinnen und Anleger griffen wegen des überraschend starken Ausblicks zu.

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag im Quartal bei 2,22 Dollar und damit über den 2,09 Dollar, die Analysten erwartet hatten.

Nvidia: Wachstum mit Klumpenrisiko

Die zentrale Frage rund um Nvidia ist inzwischen weniger, ob das Unternehmen weiter wachsen kann. Entscheidend ist, für wen es eigentlich wächst.

Den Großteil seines Umsatzes erzielt Nvidia weiterhin mit den Tech-Giganten Amazon, Google und Microsoft. Alle drei entwickeln inzwischen eigene Chips, um ihre Abhängigkeit von Nvidia zu verringern. Die neuen Zahlen zeigen jedoch, wie groß diese Abhängigkeit nach wie vor ist.

Zusätzlichen Druck brachte in dieser Woche OpenAI. Das Unternehmen erklärte, sein neuer hausentwickelter Jalapeno-Prozessor schlage Nvidias aktuelle Produktpalette in Tests – wobei die neueren Vera-Rubin-Chips von Nvidia in diesem Vergleich außen vor blieben.

Umso wichtiger ist die Einschätzung von Unternehmenschef Jensen Huang zur Nachfrage bis 2027. Seit Juli treibt Anlegerinnen und Anleger verstärkt die Sorge um, ob die enormen Investitionen in Künstliche Intelligenz überhaupt angemessene Erträge bringen.

Die Antwort von Nvidia besteht darin, den Ausbau selbst mitzufinanzieren. Allein in diesem Monat stellte der Konzern gemeinsam mit sechs Vermögensverwaltern von der Wall Street einen Kapitalpool von 500 Milliarden Dollar (428 Milliarden Euro) für Rechenzentrumsprojekte zusammen. Zusätzlich sagte Nvidia bis zu 105 Milliarden Dollar (90 Milliarden Euro) für ein OpenAI-Rechenzentrum im Pike County im US-Bundesstaat Ohio zu. Es soll zunächst eine Leistung von 4,25 Gigawatt haben, mit einer Option auf weitere 3,75 Gigawatt.

Nvidia: Ausblick

Washington untersagte im April 2025 den Verkauf des speziell für China entwickelten H20-Chips, vollzog später eine Kehrtwende, und seitdem darf Nvidia den leistungsfähigeren H200-Chip an geprüfte chinesische Kunden liefern.

Der Konzern bestätigte am Mittwoch, im zurückliegenden Quartal eine kleine Zahl von H200-Chips an chinesische Kunden verkauft zu haben. Es sind die ersten Verkäufe von KI-Chips nach China seit Anfang 2025, als H20-Chips im Wert von rund 60 Millionen Dollar (51 Millionen Euro) dorthin geliefert wurden.

Die H200-Verkäufe machten weniger als ein Prozent des Umsatzes mit Rechenzentren aus. Nvidia erklärte, man könne die nach der US-Lizenz erlaubte Menge nicht vollständig ausschöpfen, weil Behörden in Peking Einwände erhoben haben.

In den vergangenen sechs Monaten verbuchte Nvidia außerdem eine Abschreibung von 400 Millionen Dollar (342 Millionen Euro) auf überschüssige H200-Bestände, ausgelöst durch eine schwächere Nachfrage. Der Gesamtumsatz in China, einschließlich Gaming-Produkten und anderer nicht KI-bezogener Hardware, stieg auf 7,88 Milliarden Dollar (6,75 Milliarden Euro) – fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.

Für das Geschäft mit Rechenzentren und KI-Chips rechnet Nvidia weiterhin mit keinem Umsatz aus China. Das Thema könnte bei Gesprächen wieder auftauchen, wenn Chinas Staats- und Regierungschef Xi Jinping im kommenden Monat nach Washington reist.

Das aktuelle Wachstum treibt vor allem die Blackwell-Chipgeneration an, die heute den Großteil der KI-Rechenzentren versorgt. Ihr Nachfolger mit dem Namen Vera Rubin soll in der zweiten Jahreshälfte ausgeliefert werden.

Nvidia benennt seine Chip-Architekturen traditionell nach Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Frühere Generationen heißen Ampere, nach dem Physiker André-Marie Ampère, Hopper, nach der Informatikerin Grace Hopper, und der aktuelle Blackwell-Chip, nach dem Mathematiker David Blackwell.

Vera Rubin setzt diese Tradition fort. Die US-Astronomin lieferte mit ihren Beobachtungen zur Rotation von Galaxien einige der wichtigsten frühen Hinweise auf die Existenz der Dunklen Materie – jenes unsichtbaren Stoffes, der einen Großteil des Universums ausmachen soll. Rubin starb 2016 und gilt vielen als Wissenschaftlerin, der zu Lebzeiten ein Nobelpreis verwehrt blieb.

„Vera Rubin befindet sich jetzt in der Vollproduktion“, sagte Huang. „Der Ausbau der KI-Infrastruktur läuft auf Hochtouren. Vera Rubin, jetzt in voller Produktion, wurde genau für diesen Moment entwickelt.“

Woche voller Impulse für die Märkte

Die am Mittwoch veröffentlichten Daten brachten keine Entspannung bei der Inflation.

Der Preisindex für persönliche Konsumausgaben, das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank, stieg im Juli um 0,2 %, erwartet worden waren 0,1 %. Auf Jahressicht verharrte die Teuerungsrate bei 3,7 % statt auf die prognostizierten 3,6 % zu fallen. Die Kerninflation blieb bei 3,3 % und liegt damit seit 65 Monaten über dem 2-%-Ziel der Fed.

Das Federal Open Market Committee (FOMC) beließ den Leitzins im Juli in der Spanne von 3,50 bis 3,75 %. Drei regionale Fed-Präsidenten stimmten dagegen und plädierten für eine Anhebung um einen Viertelpunkt.

An den Märkten wird die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September derzeit auf rund 40 % geschätzt.

Nun richtet sich der Blick auf das Notenbanktreffen in Jackson Hole. Dort hält Fed-Chef Kevin Warsh am Freitagmorgen seine erste Grundsatzrede seit seinem Amtsantritt im Mai – nur 19 Tage vor der nächsten Zinsentscheidung. Am selben Nachmittag nimmt EZB-Direktorin Isabel Schnabel an einer Podiumsdiskussion teil.

Die US-Börsen bewegten sich am Mittwoch in einem ruhigen Handel, nachdem die Daten gezeigt hatten, dass die Inflation im Vormonat leicht über den Erwartungen der Volkswirte lag.

Der S&P-500-Index gab um weniger als 0,1 % nach und liegt weiter nahe seinem Rekordhoch von Anfang des Monats. Der Dow Jones Industrial Average verlor 0,2 %, der Nasdaq Composite 0,1 %.

Die Renditen von US-Staatsanleihen zogen nach dem Inflationsbericht etwas an. Viele Händler rechnen weiterhin damit, dass die Federal Reserve den Leitzins noch vor Jahresende anhebt. Die Ölpreise gaben nach einer weiteren volatilen Sitzung nach.

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