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Putin-Vertrauter droht Polen mit Vernichtung in 2-3 Tagen

Russlands Präsident Wladimir Putin und der frühere FSB-Chef Nikolai Patruschew.
Russlands Präsident Wladimir Putin und der frühere FSB-Chef Nikolai Patruschew. Copyright  Sputnik
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Von Mateusz Jaronski
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Russland-Politiker attackiert polnischen Außenminister nach dessen NATO-Äußerungen und droht, Polen innerhalb von "2-3" Tagen zu vernichten.

Der frühere Leiter des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB und einer der engsten Vertrauten Wladimir Putins, Nikolai Patruschew, hat Polen mit der Vernichtung innerhalb von nur zwei bis drei Tagen gedroht. Damit reagiert er auf Aussagen vom polnischen Vizepremier und Außenminister Radosław Sikorski über die militärische Überlegenheit der NATO-Staaten gegenüber Russland.

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Sikorski hatte auf der Konferenz Yalta European Strategy (YES) in Kyjiw in der Ukraine erklärt , die NATO-Staaten verfügten über eine klare militärische Überlegenheit gegenüber Russland.

"Wenn Russland uns angreifen würde und wir die Handschuhe ausziehen würden, glaube ich, dass wir Russland ziemlich schnell besiegen würden“, sagte Sikorski.

Der polnische Minister betonte vor allem die Stärke des Bündnisses in der Luft. Er verwies darauf, dass die europäischen NATO-Staaten über rund 2500 Militärflugzeuge verfügen.

Sikorski sprach auch über die Wirkung ukrainischer Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur.

"Wir haben eine überwältigende Luftüberlegenheit gegenüber Russland. Wenn die Ukrainer innerhalb von sechs Monaten die Hälfte der russischen Raffineriekapazitäten ausgeschaltet haben, könnten wir das in sechs Wochen tun und die zweite Hälfte lahmlegen“, erklärte er.

Auf diese Worte reagierte Patruschew mit scharfer Kritik. Der frühere FSB-Chef nannte die Einschätzung des polnischen Ministers völlig falsch.

"Wenn Sikorski von einer militärischen Überlegenheit Polens gegenüber Russland spricht, ist ihm offenbar nicht klar, dass Russland im Falle eines Kriegseintritts Polens sein gesamtes Arsenal an Kräften und Mitteln einsetzen würde – und der polnische Staat in zwei oder drei Tagen aufhören würde zu existieren“, sagte Patruschew nach Angaben der russischen Agentur TASS.

Er fügte hinzu: "Der Leiter der polnischen Diplomatie bewertet die militärische Stärke unseres Landes offensichtlich amateurhaft und will nicht verstehen, dass die russischen Streitkräfte im Rahmen der speziellen Militäroperation ihren gesamten Handlungsspielraum keinesfalls ausschöpfen.“

Zu den Aussagen Sikorskis äußerte sich auch die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa.

"Wenn Russland Polen angreifen würde, würden wir sehr schnell gewinnen," schrieb sie in sozialen Netzwerken.

Die russische Diplomatin verdrehte damit den Sinn der Aussage von Radosław Sikorski. Der polnische Minister sprach über das Potenzial der NATO insgesamt, nicht über die Möglichkeiten Polens in einer direkten Konfrontation mit Russland.

Sikorski schoss in Afghanistan auf Russen?

Im Hintergrund des aktuellen Schlagabtauschs zwischen Sikorski und Russland steht ein weniger bekannter Abschnitt seiner Biografie. Bevor er Vizepremier und Außenminister Polens wurde, arbeitete er als Journalist und sammelte überraschende Kriegserfahrungen.

In den 1980er-Jahren reiste er als Kriegsreporter nach Afghanistan, um den Kampf der Mudschahedin gegen die Truppen der Sowjetunion zu dokumentieren.

Seine Erlebnisse beschrieb er später in einem 2002 erschienenen Buch. Sikorski räumte ein, bei einem nächtlichen Angriff selbst zur Waffe gegriffen zu haben.

"Bei einem nächtlichen Angriff auf eine Garnison habe ich drei Magazine verschossen, aber wie ich einschätze, nur Munition verschwendet: Ich habe lediglich ein paar Stücke aus alten Ziegeln herausgesplittert“, schrieb er.

Nach seiner Schilderung wurde bei diesem Vorfall niemand verletzt.

Im Jahr 2016 erinnerte Michał Kamiński, damals Abgeordneter der Bürgerplattform, an diese Geschichte. In einem Interview bei Radio ZET sprach er über Sikorski und dessen Erfahrungen in Afghanistan.

"Radosław Sikorski ist der einzige mir bekannte lebende polnische Politiker, der auf Russen geschossen hat und mit ihnen im Krieg war“, sagte Kamiński.

Seine Aussage war zugleich Teil einer breiteren innenpolitischen Auseinandersetzung.

Der Politiker nutzte Sikorskis Geschichte, um politische Gegner zu kritisieren und ihr Verhalten angesichts von Bedrohungen in Frage zu stellen.

Vizepremier und Außenminister Polens Radosław Sikorski in Afghanistan als Kriegsberichterstatter. September 1986.
Vizepremier und Außenminister Polens Radosław Sikorski in Afghanistan als Kriegsberichterstatter. September 1986. Radosław Sikorski / Instagram

Russischer Botschafter fragt, wie viele Russen Sikorski getötet hat

Sikorskis Vergangenheit in Afghanistan wurde später Teil einer russischen Kampagne gegen den polnischen Politiker. Im Jahr 2011 veröffentlichte Dmitri Rogosin, damals russischer NATO-Botschafter, Fotos von Sikorski aus Afghanistan. Der russische Diplomat nutzte sie, um den polnischen Außenminister anzugreifen.

"Das ist Sikorski – der Außenminister Polens. Es ist das Jahr 1987. Ich frage mich, wie viele unserer Leute er getötet hat“, schrieb Rogosin in sozialen Netzwerken.

In einem weiteren Kommentar fragte er: "Was ist das für ein Journalist, der sich am Angriff der Mudschahedin auf einen Posten sowjetischer Soldaten beteiligt und drei Magazine aus einem Sturmgewehr verschießt?“

Das polnische Außenministerium verzichtete damals auf eine offizielle Reaktion auf den russischen Botschafter. Man verwies darauf, dass Rogosin für derartige provokative Äußerungen bekannt sei.

Polen gehört zu den wichtigsten Staaten an der östlichen NATO-Flanke und ist ein zentraler Partner der Ukraine. Aufgrund seiner Lage steht das Land seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine besonders im Fokus des Kreml.

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