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Nvidia-Zahlen im Fokus: Bericht, auf den der Markt wartet

Archivaufnahme: Besucher drängen sich am Nvidia-Stand auf dem Mobile World Congress in Barcelona, Spanien, im Februar 2014.
ARCHIV: Besucherinnen und Besucher am Nvidia-Stand auf dem Mobile World Congress für Mobilfunk in Barcelona, Spanien, Februar 2014. Copyright  AP Photo/Manu Fernandez
Copyright AP Photo/Manu Fernandez
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Nvidia legt nach US-Börsenschluss am Mittwoch die Zahlen für das zweite Quartal vor. Analysten erwarten rund 92 Milliarden Dollar Umsatz; Anleger sehen die Prognose als Gradmesser, ob die KI-Rally weitergeht.

Das wichtigste Unternehmensereignis des Quartals steht heute Abend an.

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Nvidia legt seine Quartalszahlen nach Börsenschluss in den USA gegen 22.00 Uhr MESZ vor. Der zurückliegende Abschnitt dürfte erneut überragend ausfallen. Entscheidend für die Märkte ist aber, was CEO Jensen Huang über die kommenden Monate sagt.

Die Zahlen von Nvidia sind wichtiger als die der meisten anderen Tech-Konzerne, denn der Chip-Spezialist liefert die Bausteine für den KI-Boom. Fällt der Ausblick enttäuschend aus, dürften die Schockwellen weit über das Silicon Valley hinausreichen.

Das Unternehmen gilt inzwischen als Gradmesser für die gesamte KI-Rally an den Börsen.

Der Bericht kommt nach einer schwierigen Phase für die Aktie: Nvidia hat an sieben Handelstagen in Folge Terrain verloren – die längste Verlustserie seit 2022. Seit Montag ist der Kurs im Vorfeld der Zahlen um rund 3 % zurückgekommen, liegt aber noch mehr als 6 % unter dem Niveau vom Wochenauftakt.

Europäische Chip-Hersteller schauen mit ähnlicher Spannung auf Nvidias Ausblick wie die Wall Street.

ASML, der niederländische Konzern, dessen Lithografie-Maschinen Nvidias gesamte Lieferkette stützen, hat seine eigene Umsatzerwartung für 2026 in diesem Jahr bereits zweimal angehoben – getrieben von der KI-Nachfrage. Die Aktien von ASML sowie des niederländischen Ausrüsters BE Semiconductor und des deutschen Optikspezialisten Jenoptik bewegen sich meist im Gleichklang mit Nvidias Perspektiven.

Im August liegt Nvidia trotz der Rückschläge noch rund 8 % im Plus. Seit Jahresbeginn hat die Aktie um mehr als 13 % zugelegt.

Von Bloomberg befragte Analystinnen und Analysten rechnen mit einem bereinigten Gewinn von 2,09 Dollar je Aktie und Erlösen von rund 92 Milliarden Dollar (78,8 Mrd. Euro). Das wäre ein Plus von 96 % gegenüber dem Vorjahresquartal.

Nvidia selbst hatte einen Umsatz von 91 Milliarden Dollar (78 Mrd. Euro) prognostiziert, plus/minus 2 %. Der Konsens liegt damit weniger als einen Prozentpunkt über der eigenen Mittenschätzung. Dieses enge Polster erhöht den Druck – ein kleiner Überraschungserfolg könnte den Anlegerinnen und Anlegern nicht reichen.

Die Erlöse im Geschäft mit Rechenzentren sollen 85,4 Milliarden Dollar (73,1 Mrd. Euro) übersteigen, ein Zuwachs von rund 105 %.

Anlegerinnen und Anleger sehen diesmal genauer, woher diese Umsätze stammen. Nvidia hat seine Berichterstattung im vergangenen Quartal umgestellt und trennt nun Verkäufe an Hyperscaler und KI-Clouds, erwartet bei 43,5 Milliarden Dollar (37,2 Mrd. Euro), von Industrie- und Unternehmenskunden, veranschlagt bei 41,7 Milliarden Dollar (35,7 Mrd. Euro).

In 22 der vergangenen 24 Quartale hat das Unternehmen die Erwartungen der Wall Street übertroffen.

Nvidias Quartal: Konzentrationsrisiko im Fokus

Die größte Sorge rund um Nvidia betrifft die starke Abhängigkeit von wenigen Kunden.

Den Großteil des Umsatzes erzielt der Konzern weiterhin mit Amazon, Google und Microsoft. Alle drei entwickeln eigene Chips, um die Abhängigkeit von Nvidia zu verringern. Die neue Aufschlüsselung soll zeigen, wie groß diese Konzentration noch ist.

Huang bekommt damit mit seinen Aussagen zur Nachfrage bis 2027 mehr Gewicht als jede einzelne Kennzahl.

Seit Juli ist diese Frage drängender geworden. Damals gaben die Märkte nach, weil Zweifel aufkamen, ob die enorme KI-Investitionswelle tatsächlich Renditen bringt.

Nvidia reagiert darauf, indem der Konzern den Ausbau selbst mitfinanziert. Zusammen mit Wall-Street-Häusern hat er in diesem Monat einen Kapitalpool von 500 Milliarden Dollar (433 Mrd. Euro) aufgelegt und unterstützt in Ohio gemeinsam mit OpenAI ein Rechenzentrum mit acht Gigawatt Leistung.

Marktwoche: Zahlreiche Impulse für Anleger

Nvidia ist in dieser Woche nicht der einzige Belastungstest für die Märkte.

Am Mittwoch um 14.30 Uhr MESZ veröffentlicht die US-Notenbank Federal Reserve ihren bevorzugten Inflationsindikator, den Preisindex für Konsumausgaben im Juli. Gleichzeitig kommt die zweite Schätzung für das Wachstum der US-Wirtschaft im zweiten Quartal.

Ökonominnen und Ökonomen erwarten, dass die Gesamtteuerung im Monatsvergleich um 0,1 % steigt, der Kernwert um 0,2 %. Auf Jahressicht würde die Kerninflation damit bei 3,3 % liegen.

Danach richtet sich der Blick nach Wyoming, wo am Donnerstag das Notenbanker-Treffen in Jackson Hole der regionalen Fed von Kansas City beginnt.

Am Freitag hält Fed-Chef Kevin Warsh die zentrale Rede. Es ist seine erste Grundsatzrede in dieser Funktion, nur 19 Tage vor der Zinssitzung im September, für die die Märkte derzeit eine Erhöhungswahrscheinlichkeit von rund einem Drittel einpreisen.

Am selben Tag nimmt Isabel Schnabel von der Europäischen Zentralbank an einer Diskussionsrunde teil.

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