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Syriens Präsident zahlt Kaffee mit Visa-Karte: Damaskus kehrt ins Finanzsystem zurück

Archivbild: Syriens Präsident Ahmed al-Sharaa geht zum Amtssitz von Premierminister Keir Starmer in London, am 31. März 2026.
ARCHIV: Syriens Präsident Ahmed al-Scharaa geht zur zehn Downing Street, um Großbritanniens Premierminister Keir Starmer in London zu treffen, 31. März 2026 Copyright  AP Photo/Alastair Grant
Copyright AP Photo/Alastair Grant
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Syriens Präsident hat in Damaskus einen Kaffee mit einer Visa-Karte bezahlt – als Symbol für die Streichung Syriens von der US-Terrorliste und die Rückkehr seiner Banken ins globale Finanzsystem.

Eine Tasse Kaffee in der Altstadt von Damaskus ist zum Symbol für Syriens Rückkehr in die Weltwirtschaft geworden.

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In einem von einem offiziellen Regierungsaccount veröffentlichten Video bezahlt Syriens Präsident Ahmed al-Sharaa in einem Café zusammen mit Zentralbankchef Mohammed Safwat Raslan mit einer Visa-Karte. Damit markiert Damaskus Washingtons Entscheidung, das Land von seiner Terrorliste zu streichen.

„Mehr als 15 Jahre lang war dieser einfache Vorgang unmöglich“, heißt es in dem Beitrag.

Raslan sprach von „einem historischen Schritt, der das Land an seinen natürlichen Platz im globalen Wirtschaftssystem zurückbringt“.

Welche Sanktionen entfallen?

Das US-Außenministerium hat am Montag Syriens Einstufung als Terrorunterstützer aufgehoben und damit eine Einstufung beendet, die seit 1979 galt.

In Kraft trat der Schritt nach einer 45-tägigen Prüfung im Kongress, ausgelöst durch eine Mitteilung von US-Präsident Donald Trump an die Abgeordneten im Juli.

Parallel dazu strich Washington auch Hayat Tahrir al-Sham von einer besonderen globalen Terrorliste. Die frühere Miliz hatte die Offensive angeführt, die zum Sturz des Assad-Regimes in Syrien führte.

Die meisten US-Sanktionen waren bereits zuvor gefallen. Das umfassende Sanktionsprogramm endete Mitte 2025, und im Dezember 2025 schaffte der Kongress den Caesar Act ab, das schärfste Paket sekundärer Sanktionen, eingebettet in ein Verteidigungsausgaben-Gesetz.

Die Einstufung als Terrorunterstützer brachte jedoch Beschränkungen für Finanztransaktionen mit sich und schreckte weiter Banken und Investoren ab.

Das US-Finanzministerium hat inzwischen bestätigt, dass amerikanische Finanzinstitute syrische Kunden bedienen, Zahlungen mit syrischen Banken abwickeln und Korrespondenzbankbeziehungen aufbauen dürfen.

„Die Maßnahme wird zusätzliche Investitionen in Syrien erleichtern und so politische und wirtschaftliche Stabilität fördern“, sagte US-Finanzminister Scott Bessent.

Das Ende der Terror-Einstufung sei „faktisch eine grüne Ampel“ für Investitionen in den Wiederaufbau, erklärt das in Dubai ansässige Schwellenländer-Forschungsunternehmen Tellimer. Besonders Banken, Technologie- und Telekommunikationsunternehmen dürften von dem wiederhergestellten Zugang zum SWIFT-System profitieren.

In Kraft bleiben jedoch Maßnahmen gegen Vertraute des gestürzten Diktators Baschar al-Assad, gegen Menschenrechtsverletzer und gegen Netzwerke des captagon-Handels. Syrien steht zudem weiter auf der Grauen Liste der Financial Action Task Force der G7 wegen Geldwäschebedenken.

Wie die EU reagiert

Brüssel folgt beim Abbau der Sanktionen gegen Syrien weitgehend dem Kurs der USA.

Der Europäische Rat hob im Mai 2025 sämtliche Wirtschaftssanktionen auf. Er behielt nur Beschränkungen aus Sicherheitsgründen bei, etwa für Waffen und Technologien, die zur inneren Repression der Bevölkerung genutzt werden könnten.

In diesem Jahr ging die EU noch weiter.

Am 11. Mai setzte der Rat das EU-Syrien-Kooperationsabkommen wieder vollständig in Kraft; Teile waren seit 2011 ausgesetzt. Außerdem fand erstmals seit der Zeit vor dem Bürgerkrieg wieder ein politischer Dialog auf hoher Ebene mit Damaskus statt.

Eine Woche später verlängerte der Rat Sanktionen gegen mit dem früheren Regime verbundene Personen bis Juni 2027, strich aber sieben Einrichtungen von der Liste. Dazu gehören das Innen- und das Verteidigungsministerium, die inzwischen unter Kontrolle der Übergangsbehörden stehen.

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