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Huthis aus Jemen melden Abschuss von Saudi-Jet, bestreiten Angriff auf Mekka

Archiv: Huthi-Kämpfer zeigen ihre Waffen bei einer Versammlung in Sanaa, 20. Februar 2020
ARCHIV: Huthi-Kämpfer präsentieren ihre Waffen bei einer Versammlung in Sanaa am 20. Februar 2020 Copyright  AP Photo
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Von Aleksandar Brezar
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Saudi-Arabien droht den Huthis mit „abschreckenden Maßnahmen“, nachdem erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs im Februar vor möglichen Drohnenangriffen nahe der heiligsten Stätte des Islam gewarnt wurde.

Die Huthi-Rebellen im Jemen haben nach eigenen Angaben am Mittwoch ein saudisches Kampfflugzeug abgeschossen. Sie erklärten, sie hätten dafür selbst gefertigte Waffen eingesetzt.

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„Die jemenitischen Streitkräfte haben mit Allahs Hilfe und Gnade erfolgreich eine saudische F‑15 abgeschossen, während sie feindliche Operationen durchführte“, erklärte der Militärsprecher der Huthis, Yahya Saree, in sozialen Medien. Er warf Saudi-Arabien vor, 450 Luftangriffe geflogen zu haben.

Er sagte, die Maschine sei „mit einer lokal produzierten Luft-Luft-Rakete“ angegriffen worden.

Der Sprecher wies zudem saudische Behauptungen zurück, die Huthis hätten die heilige Stadt Mekka ins Visier genommen.

„Unsere Operationen richten sich gegen Öl-Anlagen und Militärbasen, die weit entfernt von den heiligen Stätten liegen“, sagte er und fügte hinzu: „Die vom verbrecherischen Al-Saud-Regime verbreiteten Erfindungen und Lügen können niemanden täuschen.“

Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition kündigte Vergeltung an und warnte, die Sicherheit der heiligen Stätten sei eine „rote Linie“.

„Die Sicherheit der beiden Heiligen Moscheen und der Pilger ist eine ‚rote Linie‘, und das gemeinsame Streitkräftekommando der Koalition wird nicht zögern, notwendige und abschreckende Maßnahmen gegen die terroristische Huthi-Miliz zu ergreifen“, hieß es in einer Erklärung, die Sprecher Turki al-Maliki auf X verbreitete.

ARCHIV: Pilger vollziehen den Tawaf al-Wada um die Kaaba, die heiligste Stätte des Islam, in der Großen Moschee während der Abschlussriten der jährlichen Hadsch-Pilgerfahrt in Mekka, 29. Mai 2026
ARCHIV: Pilger vollziehen den Tawaf al-Wada um die Kaaba, die heiligste Stätte des Islam, in der Großen Moschee während der Abschlussriten der jährlichen Hadsch-Pilgerfahrt in Mekka, 29. Mai 2026 AP Photo

Saudi-Arabien gab am Dienstag kurze Warnmeldungen wegen möglicher Angriffe in Mekka und in weiten Teilen des Südens des Königreichs heraus, der an Jemen grenzt.

Die Warnungen, darunter die erste in Mekka seit dem Ausbruch des Kriegs mit Iran im Februar, folgten einen Tag nach einer Welle ballistischer Raketen- und Drohnenangriffe aus Jemen, bei der im Süden des Königreichs 13 Menschen verletzt wurden.

Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif verurteilte am Mittwoch „in schärfster Form“ den „feigen und abscheulichen“ Angriff auf Mekka.

„Das Volk Pakistans ist über diese ungeheuerliche Tat traurig und beunruhigt“, erklärte er auf X.

Auch die Organisation für Islamische Zusammenarbeit, ein Zusammenschluss von 57 mehrheitlich muslimischen Staaten, verurteilte den „abscheulichen“ Angriff.

Die Huthis gehören der zaiditischen Schia an, einem eigenen Zweig des Islam mit historischen Wurzeln im Norden des Jemen. Theologisch unterscheiden sie sich sowohl von der Zwölfer-Schia, die im Iran vorherrscht, als auch von der sunnitischen, vom Wahhabismus geprägten Tradition Saudi-Arabiens.

Mekka ist die heiligste Stätte des Islam. Dort steht die Kaaba, zu der sich Muslime weltweit im Gebet wenden. Die Stadt ist zudem Ziel der Hadsch-Pilgerfahrt, einer der fünf Säulen des Glaubens.

Ein bestätigter Angriff auf die Stadt würde die Verantwortlichen in den Augen nahezu der gesamten muslimischen Welt – Schiiten wie Sunniten – ins Abseits stellen.

Bab el-Mandeb: Warnungen vor Eskalation

Die Huthis, offiziell Ansar Allah, kämpfen seit Juli wieder verstärkt gegen die international anerkannte Regierung. Damit ist der Bürgerkrieg im Jemen neu aufgeflammt.

Durch die Kämpfe im ärmsten Land der Arabischen Halbinsel sind seit Anfang September nach UN-Angaben rund 82.000 Menschen aus ihren Häusern geflohen.

Jemens ständiger UN-Vertreter Abdullah al-Saadi sagte, seine Landsleute kämpften darum, „staatliche Institutionen auf jedem Zentimeter ihres Landes“ wiederherzustellen, und rief die internationale Gemeinschaft auf, gegen die Huthis zu handeln.

Die Gruppe hat zudem eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien ausgerufen und greift dessen Schiffe im Roten Meer an.

In einer Blitzoffensive vergangene Woche brachten die Huthis die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer sowie die Meerenge Bab el-Mandeb unter ihre Kontrolle.

Die Meerenge zählt zu den wichtigsten Schifffahrtswegen der Welt. Sie verbindet den Indischen Ozean mit dem Roten Meer und gilt als zentrale Engstelle auf der Frachtroute ins Mittelmeer und nach Europa. Für die saudischen Ölexporte ist Bab el-Mandeb besonders wichtig, da der weiter östlich gelegene Persische Golf mit der Straße von Hormus durch den größeren Krieg im Nahen Osten zunehmend blockiert wird.

Die Huthis betonen, die Schifffahrt durch Bab el-Mandeb sei nur für saudische Schiffe gefährdet.

ARCHIV: Ein Soldat der jemenitischen Regierung fährt am 6. April 2026 in Gewässern nördlich der Meerenge Bab el-Mandeb bei Mokka.
ARCHIV: Ein Soldat der jemenitischen Regierung fährt am 6. April 2026 in Gewässern nördlich der Meerenge Bab el-Mandeb bei Mokka. AP Photo

Weitere Angriffe in der Meerenge dürften Reedereien abschrecken.

Störungen in der Wasserstraße könnten auch Ägypten gefährden. Das Rote Meer ist der Zugang zum Suezkanal, auf dessen Gebühreneinnahmen Kairo als wichtige Devisenquelle angewiesen ist.

Laut der ägyptischen Präsidentschaft forderten Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman und Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi am Dienstag, die „Freiheit und Sicherheit der Seeschifffahrt“ durch die Straße von Hormus und Bab el-Mandeb zu gewährleisten.

Auch Katar warnte am Dienstag vor schweren Folgen, falls Bab el-Mandeb geschlossen würde, und erklärte, dies wäre eine Katastrophe für die ganze Welt.

US-Medien berichteten vergangene Woche, der saudische Kronprinz habe Präsident Donald Trump persönlich um ein Eingreifen der USA gebeten; die Bitte sei jedoch abgelehnt worden. Weder Riad noch Washington nahmen bislang Stellung zu diesen Berichten.

Eine US-Militäreinheit arbeitet jedoch daran, den Austausch von Aufklärungsdaten und die Planungsunterstützung für die saudischen Streitkräfte zu verbessern, wie ein US-Vertreter am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Die Einnahmen aus dem Suezkanal liegen derzeit bei etwa der Hälfte des Niveaus, das vor Beginn der Huthi-Angriffe auf die Schifffahrt im Roten Meer im Jahr 2023 erzielt wurde. Die Huthis rechtfertigen ihre Kampagne als Solidarität mit den Palästinensern im Krieg zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen.

Die Huthis nehmen zudem die Öl-Infrastruktur in Saudi-Arabien ins Visier, dem weltweit größten Rohöl-Exporteur. Dadurch stieg der Weltmarktpreis zeitweise über die Marke von 100 Dollar je Barrel.

Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition erklärte, sie werde die Angriffe „entschlossen beantworten, um die Souveränität des Königreichs zu schützen“ und „alle nötigen operativen Maßnahmen ergreifen, um diesen feindseligen und extremistischen Kurs zu stoppen“.

Die Huthis gehören zu Teherans sogenannter Achse des Widerstands – einem losen Netzwerk bewaffneter Gruppen in mehreren Ländern der Region, darunter die Hisbollah im Libanon, die Hamas im Gazastreifen und Milizen im Irak. Diese Kräfte werden von der iranischen Revolutionsgarde in unterschiedlichem Umfang unterstützt, ausgebildet und ausgerüstet.

Weitere Quellen • AFP

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