Die meisten asiatischen Börsen legten am Freitagmorgen zu. Rückenwind kam von Kursgewinnen an der Wall Street und fallenden Ölpreisen.
Japans Leitindex Nikkei 225 legte um 1,9 Prozent auf 65.332,57 Punkte zu, nachdem die Bank von Japan ihren Leitzins von 1,0 auf 1,25 Prozent angehoben hatte – der höchste Stand seit 31 Jahren.
Die Zinserhöhung galt weitgehend als eingepreist, nachdem auch die US-Notenbank Federal Reserve in dieser Woche ihren Schlüsselzins erhöht hatte. Aus den USA wächst der Druck auf Japan, die Zinsen wegen Sorgen über den schwächer werdenden Yen anzuheben.
Beide Länder hatten zuletzt gemeinsam am Devisenmarkt interveniert, um den Yen zu stützen. Die Bemühungen zeigten jedoch kaum Wirkung.
Im Devisenhandel stieg der US-Dollar von 155,95 auf 157,11 Yen. Der Euro kostete 1,1487 Dollar nach zuvor 1,1480 Dollar.
Der südkoreanische Kospi kletterte um 2,3 Prozent auf 6.866,83 Punkte. In Australien gab der S&P/ASX 200 leicht nach und sank um weniger als 0,1 Prozent auf 8.731,50 Punkte. In Hongkong gewann der Hang Seng fast 0,7 Prozent auf 24.769,80 Punkte, der Shanghai Composite legte um 1,0 Prozent auf 3.916,08 Punkte zu.
Sinkende Ölpreise und nachlassender Druck vom Anleihemarkt halfen der Wall Street, einen großen Teil der Verluste vom Vortag wettzumachen.
Der S&P 500 stieg um 1,1 Prozent und verbuchte damit erst den zweiten Gewinntag in den vergangenen neun Tagen. Der Dow Jones Industrial Average legte um 316 Punkte beziehungsweise 0,6 Prozent zu, der Nasdaq Composite gewann 1,7 Prozent.
US-Aktien erhielten Rückenwind, nachdem der Preis für ein Fass Brent-Öl von fast 110 Dollar, die es zu Wochenbeginn erreicht hatte, deutlich gefallen war. Auslöser waren Sorgen, der Krieg mit Iran könne Öl im Nahen Osten festhalten statt es an Kunden weltweit zu liefern.
Im asiatischen Handel gab Brent, die internationale Referenzsorte, um 0,94 Prozent auf 103,83 Dollar je Barrel nach. US-Referenzöl der Sorte WTI verlor 0,83 Prozent auf 101,06 Dollar.
Brent ist damit weiterhin deutlich teurer als die 72 Dollar je Fass, die es im Sommer kostete. Der jüngste Rückgang drückte jedoch die Renditen am Anleihemarkt und nahm den Aktien etwas Druck. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe sank von 5,01 auf 4,93 Prozent.
Die US-Notenbank Federal Reserve erhöhte am Mittwoch den von ihr gesteuerten kurzfristigen Leitzins, den sogenannten Federal Funds Rate, um einen Viertelprozentpunkt. Es war die erste Anhebung seit mehr als drei Jahren. Notenbanker signalisierten zugleich, dass der Satz in diesem Jahr womöglich ein weiteres Mal steigen könnte, um die hohe Inflation in den USA in den Griff zu bekommen.
Die Signale schickten die Wall Street auf eine Achterbahnfahrt. Nach der Bekanntgabe der Entscheidung lagen die Kurse zunächst im Plus. Danach rutschten sie deutlich ab, bevor ein Teil der Verluste bis Handelsschluss wieder aufgeholt wurde.
Positiv für die Märkte: Der Kurswechsel hin zu höheren Zinsen stärkte das Vertrauen, dass die Fed entschlossen ist, die Inflation wieder in Richtung ihres Zielwerts von zwei Prozent zu drücken. Negativ: Höhere Zinsen belasten die Bewertungen von Aktien und anderen Anlageklassen.
Unter dem Strich gewann der S&P 500 85,95 Punkte auf 7.637,76 Zähler. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 316,14 Punkte auf 51.778,04 Punkte, der Nasdaq Composite legte 439,87 Punkte zu und schloss bei 26.418,30 Punkten.