Eurovision Asia wird bereits zweitausendsechzehn angekündigt. Zehn Jahre später taucht kurz eine Website auf, dann verschwindet sie. Nun steht fest: Der erste Songwettbewerb der Region steigt im November in Bangkok.
Eurovision Song Contest kommt nach Asien
Zehn Jahre nach der ersten Ankündigung steht nun fest: Das erste Eurovision-Ablegerformat findet Ende dieses Jahres in Bangkok statt, nachdem auf EurovisionAsia.com zuvor erste Details zum Wettbewerb aufgetaucht waren.
Am Montag ging eine offizielle Website online, verschwand aber kurz darauf wieder.
Der Wettbewerb soll am 14. November in der thailändischen Hauptstadt über die Bühne gehen. Angemeldet sind unter anderem Bangladesch, Bhutan, Kambodscha, Laos, Malaysia, Nepal, die Philippinen, Thailand und Vietnam.
Eurovision Asia war bereits 2016 angekündigt worden, die Pläne wurden später jedoch wieder verworfen.
2018 berichteten australische Medien, die Gespräche über den Wettbewerb seien wieder aufgenommen worden. Zu einem Ergebnis kam es damals jedoch nicht.
Voxovation, das die internationalen Rechte an Eurovision-Wettbewerben hält, hat bereits den American Song Contest entwickelt und führt Gespräche über den Eurovision Song Contest Latin America.
Unterdessen steigt die diesjährige, heftig umstrittene Eurovision-Ausgabe im Mai in Wien.
Insgesamt nehmen 35 Länder am größten live im Fernsehen übertragenen Musikwettbewerb der Welt teil. Spanien, Irland, die Niederlande, Slowenien und Island sind diesmal jedoch nicht dabei; sie haben ihre Teilnahme aus Protest gegen die weiterhin zugelassene Beteiligung Israels zurückgezogen, das im Wettbewerb bleibt.
Die Regierungen dieser Länder argumentieren, eine Teilnahme sei „nicht zu verantworten“ angesichts der zivilen Opfer im Gazastreifen infolge der israelischen Reaktion auf den Angriff der Hamas vom 7. Oktober 2023.
Trotz des Mottos „United by Music“ und der Ankündigung des ORF, palästinensische Fahnen nicht zu verbieten und Buhrufe gegen den israelischen Beitrag nicht zu übertönen, überschattet der diplomatische Streit mit zahlreichen Boykotten weiterhin die 70. Ausgabe des Wettbewerbs.
Eurovision-Direktor Martin Green betonte, der Song Contest bleibe „ein Ort, an dem Freundschaften entstehen, Sprachen gelernt und neue Genres und Künstler entdeckt werden“. In einer schwierigen Welt könne man „tatsächlich durch Musik vereint sein“.
Zu den Spannungen kommt eine weitere Wendung: Roland Weissmann, Generaldirektor des österreichischen öffentlich-rechtlichen Senders ORF, der in diesem Jahr den ohnehin umstrittenen Eurovision ausrichtet, ist wegen Vorwürfen sexueller Belästigung zurückgetreten.
Weissmann, 57, weist die Anschuldigungen zurück. Sein Anwalt Oliver Scherbaum erklärte, sein Mandant sei zurückgetreten, „um Schaden vom Unternehmen abzuwenden“.
Der Eurovision Song Contest 2026 findet in Wien statt: am 12. und 14. Mai (Halbfinals) sowie am 16. Mai (Finale).