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WM 2026 Trikot-Ranking: Welche Teams sind modische Sieger, welche Stil-Verlierer?

Trikot-Ranking zur Fußball-WM 2026: Welche Teams glänzen, welche enttäuschen?
WM 2026-Trikotcheck: Welche Teams sind stylische Sieger, welche modische Verlierer? Copyright  Adidas, Nike, FIFA
Copyright Adidas, Nike, FIFA
Von David Mouriquand
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Euronews Culture zieht Bilanz: Das sind die gelungensten und die misslungensten Trikots bei der diesjährigen Fußball-WM.

Die Weltmeisterschaft beginnt in zwei Wochen. Und es gibt viele Gründe, sich nur mäßig zu freuen oder sogar hin- und hergerissen zu sein.

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Die Eintrittspreise sind absurd hoch. Sie haben dazu geführt, dass der Weltfußballverband zunehmend unter juristischen Druck gerät. Das lässt das gesamte Turnier wie einen elitären Fehlgriff wirken.

Von politischer Neutralität kann bei der FIFA kaum noch die Rede sein: Präsident Gianni Infantino hat sie mit seiner Anbiederung an den ersten Träger des FIFA-Friedenspreises, Donald Trump, gründlich beschädigt.

Auch der iranische Fußballverband erklärt, man könne von ihm angesichts der aktuellen geopolitischen Lage und der erneuten „Verteidigungsschläge“ nicht erwarten, der Weltmeisterschaft hoffnungsvoll entgegenzublicken.

Mehr als 120 Organisationen haben gemeinsam eine „Reisewarnung“ (Quelle auf Englisch) veröffentlicht, ausgelöst durch das, was sie als „gewaltsames und missbräuchliches Vorgehen der Trump-Regierung gegen Migrantinnen und Migranten“ bezeichnen.

Das ist eine ganze Menge.

Um wieder etwas Normalität herzustellen, hat sich Euronews Culture durch die Trikots der 48 Teams gearbeitet, die in diesem Jahr antreten. Wir haben die stilvollsten und die misslungensten Shirts herausgesucht, die ihr in diesem Sommer auf dem Platz sehen werdet. Viel ändern wird das nicht, aber vielleicht hilft es ein wenig, sich auf die Schnittmenge zu konzentrieren, in der sich Sportfans und Fashionistas die Hand reichen.

TOP: Argentinien – Auswärtstrikot

Argentinien
Argentinien ADIDAS - FIFA

So spielt man mit Stil. Das ungewöhnliche Design zeigt blaue Blattornamente auf schwarzem Grund, inspiriert von der Fileteado-Kunst. Der traditionelle Stil mit seinen geschwungenen Linien und Symmetrien prägt in Buenos Aires Schilder, Plakate, Hausfassaden und sogar Taxis. Eine perfekte Hommage an die Kultur der Porteños – und dazu noch ein richtig kämpferischer Look.

FLOP: USA – Heimtrikot

USA
USA NIKE - FIFA

Zugegeben, das diesjährige Trikot ist besser als das schlichte weiße Shirt von 2022. Die wehenden Rot-Weiß-Streifen sind für den Mitveranstalter allerdings reichlich plakativ. Zumal in diesem Jahr, mit all den Flaggen-Feiern zum 250-jährigen Jubiläum der USA. Zusammen mit dem Auswärtstrikot, das vor Sternen nur so strotzt, ergibt das zwar ein Konzept. Insgesamt ist uns das Ganze aber doch zu sehr „250 Freedom“ / „Guck mal, Mama, ich bin sternenbanner-mäßig toll“.

TOP: Ghana – Heimtrikot

Ghana
Ghana PUMA - FIFA

Inspiriert von Anansi, der Figur aus der westafrikanischen Folklore, die mit Weisheit und List verbunden ist, wirkt dieses Shirt zugleich kraftvoll und klug durchdacht. Der zentrale Black Star und die davon ausgehenden Risse erinnern an ein Spinnennetz – passend, denn Anansi wird als Spinne dargestellt. Wie das Argentinien-Auswärtstrikot verbindet Ghanas Jersey Tradition und Mode auf überzeugende Weise.

FLOP: Schweden – Auswärtstrikot

Schweden
Schweden ADIDAS - FIFA

Schwedens Auswärtsshirts sind zwar meist spannender als das traditionelle gelbe Heimtrikot, doch dieses Wellenmuster, so dezent es auch sein mag, bereitet uns Kopfschmerzen. Und es erinnert stark an Oktopus-Tentakel... Noch jemand Lust auf Pulpo?

TOP: Frankreich – Heimtrikot

Frankreich
Frankreich NIKE - FIFA

Frankreich trifft beim Trikotdesign fast immer den richtigen Ton, und 2026 ist keine Ausnahme. Das Shirt ist weniger auffällig als das EM-Trikot 2024, aber deutlich stilvoller. Das Markenzeichen-Blau kommt diesmal mit einem coolen Zickzack-Muster. Der ordentliche weiße Kragen setzt einen klaren Kontrast. Und die bronzefarben strukturierten Logos sorgen für ein zusätzliches bisschen va-va-voom. Mühelos elegant.

FLOP: England – Heimtrikot

England
England NIKE - FIFA

Ein klarer Rückgriff auf die Umbro-Ästhetik der 90er: Das Design für 2026 ist zwar kein Totalausfall, aber definitiv eines der langweiligsten. Und fangen wir gar nicht erst mit der „Happy and glorious“-Aufschrift im Shirt an. England, wir wünschen euch für das Turnier alles Gute, aber wirklich glücklich oder glorreich wart ihr zuletzt 1966. Zeit, darüber hinwegzukommen.

TOP: Mexiko – Heimtrikot

Mexiko
Mexiko ADIDAS - FIFA

Anders als die USA hat Co-Gastgeber Mexiko beim Design voll ins Schwarze getroffen. Die grünen Shirts zeigen einen aztekischen Piedra-del-Sol-Kalender, aufwendig und zugleich eindrucksvoll. Dazu kommt der subtile Einsatz der Nationalfarben – ein echter Volltreffer. Topnoten.

FLOP: Brasilien – Auswärtstrikot

Brasilien
Brasilien JORDAN - FIFA

Die Position des Wappens ist gelungen, die gelben Abschlüsse stechen hervor. Außerdem ist es erfrischend, einmal ein Trikot zu sehen, das nicht von Adidas oder Nike stammt, sondern in Zusammenarbeit mit der Marke Jordan entworfen wurde. Soweit, so gut. Doch die schwarzen und dunkelblauen Grafiken sehen leider wie Schweißflecken aus. Laut Hersteller soll das Design von den Warnfarben des Pfeilgiftfroschs im Amazonas inspiriert sein – eine ausgefallene, symbolisch durchaus stimmige Referenz. In der Praxis überzeugt sie uns aber nicht.

TOP: Nigeria – Auswärtstrikot

Nigeria
Nigeria NIKE - FIFA

Nationalfarben? Check. Ein schlichtes, aber markantes Design mit stylischem Kragen, der alles zusammenhält? Check. Flammen, die richtig was hermachen? CHECK.

FLOP: Deutschland – Auswärtstrikot

Deutschland
Deutschland ADIDAS - FIFA

Das letzte von Adidas produzierte Trikot der Mannschaft bevor Nike 2027 übernimmt, ist leider eine Enttäuschung. Das Heimshirt setzt zwar auf Nostalgie mit gelb-schwarz-roten Rauten im Stil der frühen 90er-Jahre. Dennoch bleibt der Effekt blass. Das Auswärtstrikot greift die Rauten ebenfalls auf, sieht aber aus wie ein asthmatischer Matrix-Bildschirmschoner. Ein lauter Abschied von Adidas wäre schöner gewesen. Stattdessen gibt es nur ein müdes Wimmern – und insgesamt vor allem eines: langweilig.

Die Weltmeisterschaft beginnt am 11. Juni und läuft bis zum 19. Juli. Ausgetragen wird das Turnier in den USA, in Kanada und in Mexiko.

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