Papst Leo XIV landet am Samstag kurz nach zehn Uhr dreißig in Barajas. Es ist seine erste Reise nach Spanien seit seiner Wahl am achten Mai 2025; Madrid, Barcelona, Montserrat, Gran Canaria und Teneriffa erwarten ihn sechs Tage lang.
Unter dem Motto „Erhebt den Blick“ wird Papst León XIV. rund 2.500 Kilometer zurücklegen. Die Reise führt ihn vom 6. bis 12. Juni quer durch Spanien. Es ist sein erster apostolischer Besuch im Land, seit er am achten Mai 2025 zum Papst gewählt wurde.
Der Mann, der vor gut einem Jahr noch Kardinal Robert Francis Prevost war, ist auf dem Flughafen Barajas gelandet, nachdem er am römischen Flughafen Fiumicino gestartet war. Dort bestieg er das Flugzeug um acht Uhr.
Geboren am 14. September 1955 in Chicago, hat León XIV. ausgeprägte multikulturelle Wurzeln. Sein Vater war französischer und italienischer Abstammung, seine Mutter stammt aus einer kreolischen Familie aus Louisiana mit dominikanischen, französischen, afrikanischen und spanischen Vorfahren.
Diese Herkunft ist für diese Reise kein nebensächliches Detail: Robert Francis Prevost Martínez hat über seine Mutter spanische Wurzeln. Das verleiht einem Besuch, der ohnehin großes historisches Gewicht hat, eine zusätzliche persönliche Dimension.
Er ist der erste US-amerikanische Papst in den fast zwei Jahrtausenden Geschichte der katholischen Kirche. Außerdem ist er, wie Euronews berichtet, der erste Papst mit doppelter Staatsbürgerschaft – US-amerikanisch und peruanisch – sowie der erste Augustinerpapst in der Geschichte des Katholizismus.
Papstbesuch mit 21 Terminen in sechs Tagen: von Cibeles bis Bernabéu
Das Programm umfasst 21 Termine in sechs Tagen und vier Stationen: Madrid, Barcelona mit Montserrat, Gran Canaria und Teneriffa.
In der Hauptstadt konzentrieren sich die intensivsten Tage auf das Wochenende. Es werden bis zu 1,5 Millionen Menschen zur Fronleichnamsmesse auf dem Platz Cibeles erwartet und 500.000 zur Vigil auf der Plaza de Lima. Das Papamobil fährt über die Calle Serrano und die Calle Goya sowie über den Platz Colón, bevor es Cibeles erreicht.
Am Montag, dem achten, nimmt der Terminkalender einen stärker institutionellen Charakter an: Um halb zehn ist ein Treffen mit dem Regierungspräsidenten in der Apostolischen Nuntiatur vorgesehen. Um halb elf spricht er vor den Abgeordneten im Congreso de los Diputados. Noch nie zuvor hat ein Papst an einer Veranstaltung dieser Art im spanischen Parlament teilgenommen. Am Nachmittag sind um 18 Uhr Gebet und ein Ehrenerweis an die Virgen de la Almudena in der Kathedrale geplant, um 19 Uhr folgt ein Treffen mit der Diözesangemeinschaft im Stadion Santiago Bernabéu.
Am Dienstag, dem neunten, verlässt León XIV. Madrid in Richtung Barcelona, wo er voraussichtlich die Heilige Messe in der Basilika der Sagrada Família zelebrieren wird.
Warum dieser Besuch besonders ist
Mehrere Fakten ordnen diese Reise in eine eigene Kategorie ein. Zuletzt setzte vor 15 Jahren ein Papst Fuß auf spanischen Boden, damals Benedikt XVI. León XIV. ist dem Land trotzdem nicht fremd. Noch bevor er Papst wurde, besuchte Robert Prevost mindestens ein Dutzend spanischer Städte, darunter Madrid, wo er mehrmals war. Die Dimension der aktuellen Reise hat jedoch in jüngerer Zeit kein Vorbild.
Auch wirtschaftlich ist der Besuch bedeutsam. Nach Schätzungen der Spanischen Bischofskonferenz kostet der siebentägige Aufenthalt des Papstes rund 25 Millionen Euro, könnte aber einen wirtschaftlichen Ertrag von mehr als 150 Millionen Euro generieren. Buchungsplattformen zeigen den Effekt bereits: Booking.com verzeichnet einen starken Anstieg der Suchanfragen nach Unterkünften in den Städten der Papstreise, mit Zuwächsen von 52 % in Barcelona und 46 % in Madrid.
Bei einer kurzen Ansprache im Flugzeug sagte Papst León XIV.: „Persönlich freue ich mich sehr auf diese Reise.“ Vatikan-Sprecher Matteo Bruni erklärte dazu in dieser Woche: Die Reise von León XIV. nach Spanien sei ein Zeichen dafür, dass der Papst trotz der Säkularisierung der Gesellschaft „noch etwas zu sagen hat – in vielen Bereichen, in Spanien und in Europa, wo er sich konstruktiv in die öffentliche Debatte einbringen kann“.