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Madrid: Woody Allens neue Film-Muse

Von links nach rechts: Schauspielerin Emma Stone, Regisseur Woody Allen und Parker Posey beim 68. Internationalen Filmfestival von Cannes in Frankreich, Freitag, 15. Mai 2015.
Von links nach rechts: Schauspielerin Emma Stone, Regisseur Woody Allen und Parker Posey beim 68. Filmfestival in Cannes, Freitag, 15. Mai 2015. Copyright  AP Photo/Lionel Cironneau
Copyright AP Photo/Lionel Cironneau
Von Lucia Blasco
Zuerst veröffentlicht am
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Woody Allens nächster Film spielt komplett in Madrid und macht die Stadt zur Hauptfigur. Ab Oktober dreht der Regisseur dort und knüpft an seine Stadtporträts von New York, Paris, Rom und Barcelona an.

New York, Paris, Rom und Barcelona gehören untrennbar zu Woody Allens filmischer Bilderwelt. Jetzt will der US-Regisseur einen weiteren Namen hinzufügen: Madrid.

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Mit 90 Jahren bereitet Allen einen neuen Film vor, dessen Dreharbeiten am kommenden fünften Oktober beginnen sollen. Handlung und Besetzung bleiben noch unter Verschluss. In allen bisherigen Beschreibungen des Projekts taucht jedoch ein Motiv immer wieder auf: Spaniens Hauptstadt soll nicht nur Kulisse sein. Die als Ensemble-Romantikkomödie konzipierte Produktion will Madrid zu einer der Hauptfiguren der Geschichte machen – in der Tradition jener Städte, die Allens Filmografie geprägt haben.

Es ist nicht Allens erster Abstecher nach Spanien. Zuvor drehte er bereits „Vicky Cristina Barcelona“ und Jahre später „Rifkin's Festival“ („El festival de Rifkin“), angesiedelt in San Sebastián. Eine seiner Geschichten hat er jedoch noch nie in Madrid verortet. „Ich freue mich sehr darauf, nach Spanien zurückzukehren“, sagte Allen, als das Projekt Ende des vergangenen Jahres angekündigt wurde. „Es wäre mein dritter Dreh dort und meine erste Gelegenheit, einen Film in Madrid zu machen, einer Stadt, die ich schon immer geliebt habe“.

Die Wahl der Stadt ist kein Zufall. Das Projekt soll Madrid nicht nur als Kulisse nutzen, sondern die Stadt weltweit bekannt machen. Der Stadtrat von Madrid betont (Quelle auf Spanisch), das Vorhaben werde die Stadt als „touristisches, kulturelles und kreatives“ Reiseziel für ein internationales Publikum positionieren. Ziel ist, dass die Hauptstadt in der Handlung so deutlich erkennbar wird wie andere Städte, die eng mit Allens filmischer Welt verbunden sind.

Film zeigt Madrid der Welt

Madrid taucht nicht nur auf der Leinwand auf. Die Stadt soll auch im Titel des Films stehen. Der Name Madrid ist eine der Bedingungen, die mit dem Projekt verknüpft sind.

Plaza Mayor in Madrid
Plaza Mayor in Madrid Ayuntamiento de Madrid

Der Arbeitstitel lautet derzeit „WASP 2026“ (für „Woody Allen Summer Project“, Woody Allens Sommerprojekt), während die Produktion die letzten Vorbereitungen für den Drehstart trifft. Beteiligt sind die Firmen Wanda Visión, Gravier Productions und 3Six9 Studios.

Vereinbarungsgemäß soll der Film gut erkennbar Orte, Landschaften und Elemente des architektonischen, historischen und kulturellen Erbes Madrids zeigen. Madrid soll im Verlauf der Erzählung dauerhaft präsent sein, sodass das Publikum die Stadt klar auf der Leinwand erkennt. Mindestens 15 Prozent der Szenen werden an Außenmotiven entstehen.

Die Strategie endet nicht mit dem Dreh. Geplant sind ein internationaler Kinostart, Teilnahmen an renommierten Festivals und Werbeaktionen außerhalb Spaniens, darunter Vorpremieren in mehreren Städten weltweit.

Eine weitere Besonderheit des Projekts: Vorproduktion und Dreharbeiten finden vollständig in Madrid statt. Die Postproduktion teilen sich die spanische Hauptstadt und New York.

Die offene Rechnung

Allens kommender Film gilt zudem als eine der größten institutionellen Wetten Madrids auf das internationale Kino der vergangenen Jahre.

Der Beitrag der Stadt beläuft sich auf eineinhalb Millionen Euro. Das entspricht zwölf Komma fünf Prozent des Gesamtbudgets, das bei zwölf Millionen Euro liegt.

Nach den Prognosen entstehen 1 196 direkte und 2 293 indirekte Arbeitsplätze. Hinzu kommt die wirtschaftliche Wirkung durch die Vergabe von Aufträgen in den Bereichen audiovisuelle Dienstleistungen, Transport, Unterkunft, Gastronomie und Logistik rund um den Dreh.

Das Vorhaben ist Teil einer breiteren Strategie. Madrid will sich als internationaler Standort für audiovisuelle Produktionen etablieren. Die Behörden verweisen auf den Boom des sogenannten „Screen Tourismus“, eines Trends, der weltweit rund 100 Millionen Reisende pro Jahr anzieht und viele Städte dazu bringt, den Film als Instrument der Außenwerbung zu nutzen.

In den Unterlagen zum Projekt werden mehrere Zielmärkte für die internationale Auswertung genannt, darunter die USA, das Vereinigte Königreich, Frankreich, Deutschland, Italien und Kanada. Erwartet wird, dass die internationale Laufbahn eines Films von Woody Allen die Sichtbarkeit Madrids stärkt – auch lange nach Ende der Dreharbeiten.

Die Produktion führt Allens europäische Phase fort. Madrid war bislang das fehlende Kapitel.

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