Das Flaggschiff Thaon di Revel der Mission EUNAVFOR MED IRINI stoppte in internationalen Gewässern vor Pantelleria einen russischen Tanker, unterstützt von Griechenland und Polen.
Am Sonntagmorgen, dem 2. August, hat das Flaggschiff „Thaon di Revel“ der Operation EUNAVFOR MED IRINI, der EU-Mission im Mittelmeer, den Tanker „Toa Payoh“ kontrolliert. Das Schiff steht unter Sanktionen der Europäischen Union und gilt als Teil der russischen sogenannten „Schattenflotte“. Die Inspektion sollte die tatsächliche Staatszugehörigkeit klären, die sich bei Schiffen aus der geführten Flagge ergibt. Die „Toa Payoh“ fährt offiziell unter kamerunischer Flagge.
Der Tanker war am sechzehnten Juli im Hafen von Cotonou in Benin ausgelaufen und auf dem Weg nach Istanbul. Die „Toa Payoh“ wurde westlich von Pantelleria abgefangen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums verweigerte der Kapitän zunächst die geforderte Zusammenarbeit. Daraufhin setzte ein italienisches Einsatzteam mit einem Hubschrauber der „Thaon di Revel“ auf dem Tanker auf und führte die vorgesehenen Kontrollen durch.
„Ich möchte dem Personal der ‚Thaon di Revel‘ und allen beteiligten Soldatinnen und Soldaten zu ihrer Professionalität, Vorbereitung und Entschlossenheit gratulieren. Auch dieser Einsatz zeigt konkret den Beitrag Italiens zur Sicherheit des Mittelmeers und zum Handeln der Europäischen Union“, erklärte Verteidigungsminister Guido Crosetto.
So lief die Operation ab
Das Verteidigungsministerium teilte mit, dass der Einsatz mit Unterstützung eines griechischen Schiffes und eines polnischen Patrouillenflugzeugs rund zwei Stunden dauerte. Er endete planmäßig und in voller Sicherheit.
Laut Ministerium fand die Aktion in internationalen Gewässern im Rahmen des europäischen Mandats statt. Sie erfolgte im Einklang mit Artikel 110 des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen (UNCLOS). Diese Bestimmung erlaubt Kriegsschiffen unter bestimmten Voraussetzungen, die Staatszugehörigkeit und die geführte Flagge von Handelsschiffen zu überprüfen. Die italienischen Behörden werten derzeit die bei der Kontrolle gewonnenen Informationen und Unterlagen aus.