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Zweiter Katar-LNG-Tanker in Hormus getroffen: Force Majeure ausgeweitet

Tanker und Frachtschiffe fahren am 16. Juni 2026 im Golf von Oman auf den Routen zwischen der Straße von Hormus und dem Arabischen Meer.
Im Golf von Oman fahren am 16. Juni 2026 Tanker und Frachter auf Schifffahrtsrouten zwischen Straße von Hormus und Arabischem Meer. Copyright  AP Photo
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Von Mohamed Elashi
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der Tanker GasLog Shanghai wurde beim Verlassen der Straße von Hormus getroffen, wenige Wochen nach einem ähnlichen Angriff auf die Al Rekayyat. Insgesamt sind nun 24 Lieferungen bis September betroffen.

Im Golf von Hormus ist innerhalb von weniger als einem Monat zum zweiten Mal ein LNG-Tanker getroffen worden, der zuvor in Katar beladen worden war. Gleichzeitig weitet QatarEnergy seine Lieferausfälle unter Berufung auf höhere Gewalt aus, und die Versicherungsprämien steigen.

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Die britische Behörde UK Maritime Trade Operations meldete, dass vor der Küste Omans ein unbekanntes Schiff von einem Projektil getroffen wurde. Sicherheitsberatungen Vanguard Tech und Marisks identifizierten das Schiff später als die GasLog Shanghai.

GasLog bestätigte, dass sich der Vorfall am vergangenen Freitag ereignete, als das Schiff den Golf von Hormus verließ. Alle Besatzungsmitglieder seien unverletzt und an Bord, der Tanker liege stabil im Wasser.

Die GasLog Shanghai nahm ihre Ladung etwa am vergangenen Montag in Katar an Bord. Am Freitag stellte sie nahe dem westlichen Eingang der Meerenge ihre Positionsmeldungen ein.

Noch ist unklar, wem das LNG an Bord gehört. QatarEnergy beantwortete Fragen zur Ladung und zu möglichen Auswirkungen auf weitere Lieferungen zunächst nicht.

GasLog ist eine in Monaco ansässige Reederei für LNG-Transporte. Das Unternehmen betreibt Schiffe für QatarEnergy und andere große Gasproduzenten.

Angriffe auf LNG-Tanker: Schwerer Rückschlag

Der Golf von Hormus ist Katars einzige Seeverbindung zu den internationalen LNG-Märkten. Katar ist nach Australien der weltweit zweitgrößte Exporteur von Flüssigerdgas und verschifft rund 77 Millionen Tonnen pro Jahr. Fast die gesamte Menge passiert die Meerenge.

Der LNG-Tanker Al Rekayyat im Besitz Katars wurde am siebten Juli nahe der Meerenge getroffen. Nach dem Angriff setzte Katar seine LNG-Transporte durch den Golf von Hormus für drei Wochen aus.

Für Jean-Christian Heintz, Geschäftsführer der in der Schweiz ansässigen LNG-Beratung Wideangle LNG, ist der zweite Vorfall ein deutlicher Rückschlag.

„Das ist ein Schlag gegen Katars Beharrlichkeit, die Folgen der Krise abzufedern“, sagte Heintz gegenüber Euronews.

Nach seiner Einschätzung ist das Risiko für QatarEnergy gleich groß, egal ob das Unternehmen seine eigene Flotte einsetzt oder externe Reeder beauftragt. „Auch wenn QatarEnergy zwischen eigenen Schiffen und Drittanbietern wählen kann, unterscheidet sich die Risikoabwägung kaum“, erläuterte Heintz.

Der Einsatz von Fremdreedereien senkt das Risiko für Katars LNG-Lieferungen nach Ansicht von Heintz daher nicht zwingend.

„Das ist ein schwerer Schlag für Katars Bemühungen, die Auswirkungen der Krise zu begrenzen“, bekräftigte Heintz im Gespräch mit Euronews.

„Selbst wenn QatarEnergy zwischen Schiffen der eigenen Flotte und Drittanbietern wählen kann, bleibt die Sicherheitsbewertung aus seiner Sicht weitgehend identisch.“

Der Vorfall mit der GasLog Shanghai ereignete sich zudem nur wenige Tage nachdem eine Drohne im ägyptischen Hafen Damietta das LNG-Schiff Energos Winter getroffen hatte. Der Angriff löste einen Brand aus, der auf ein weiteres von GasLog betriebenes Schiff, die GasLog Salem, übergriff. Bisher hat keine Gruppe die Verantwortung für den Angriff in Damietta übernommen.

QatarEnergy: Höhere Gewalt bleibt in Kraft

QatarEnergy beruft sich seit März bei mehreren Lieferverträgen auf höhere Gewalt. Damals hatten iranische Angriffe auf den Industriekomplex Ras Laffan und die anschließende Sperrung des Golfs von Hormus Produktion und Schifffahrt gestört.

Der Komplex Ras Laffan, den QatarEnergy als weltweit größte Anlage zur LNG-Produktion bezeichnet, steht für den Großteil der Exportkapazität des Landes. Bei den Angriffen im März wurden zwei seiner Produktionslinien beschädigt.

Das italienische Versorgungsunternehmen Edison teilte mit, QatarEnergy habe angekündigt, dass drei weitere LNG-Ladungen nicht geliefert werden. Die Erklärung höherer Gewalt für die Belieferung des Unternehmens gilt damit bis Ende September.

Insgesamt fallen nun 24 für die Zeit zwischen April und Ende September vorgesehene Ladungen unter höhere Gewalt. Sie entsprechen rund drei Milliarden Kubikmetern Erdgas.

Edison gab an, 17 der betroffenen Ladungen bereits ersetzt zu haben und seine Verpflichtungen gegenüber den Kunden weiterhin erfüllen zu können. Der Versorger hat seit 2009 einen 25-jährigen Liefervertrag mit QatarEnergy über jährlich 6,4 Milliarden Kubikmeter Erdgas.

Heintz sieht kaum Gründe, dass QatarEnergy die Erklärung höherer Gewalt aufhebt, solange die Sicherheitslage ungeklärt bleibt.

Jeder neue Vorfall zwingt Reedereien, Händler und Versicherer nach seinen Worten dazu, die Kosten einer Durchfahrt durch den Golf von Hormus neu zu kalkulieren. „Die Versicherungsprämien, sowohl für die Schiffe als auch für ihre Ladungen, können von jetzt an nur steigen“, sagte Heintz.

Die globalen Gasmärkte haben sich nach seinen Beobachtungen bereits deutlich an die Störungen angepasst. Die jüngsten Vorfälle zusammen mit der kräftigen europäischen Nachfrage zum Auffüllen der Speicher vor dem Winter seien jedoch „definitiv preistreibend“, schloss Heintz.

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