Rolling Stones bringen ihr 25. Album, 'Evil Dead Burn' liefert neuen Dämonen-Horror ins Kino, das sind die Highlights dieser Woche.
Die Sommermonate wirken manchmal träge und verschlafen. Der Kalender dieser Woche zeigt jedoch, dass es jede Menge Anlässe gibt, in Fahrt zu kommen.
Von Ausstellungen über die Feinheiten des Heilens über Filme mit seelenverderbenden Dämonen bis hin zu neuen Alben legendärer Rockstars: Es wartet ein buntes Programm, das zu Nachdenken, Nostalgie und in manchen Fällen zu purem Horror einlädt.
Mit anderen Worten: Es ist für alle etwas dabei.
Kalender zücken, einen kühlen Kopf bewahren und weiter scrollen.
Ausstellungen und Events
Better health: Audrey Amiss & Rudy Loewe
Wann: 9. Juli 2026–7. Februar 2027
Wo: Wellcome Collection (London, UK)
Mehr als eine Milliarde Menschen leben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit psychischen Erkrankungen. Für die meisten bleibt der Zugang zu echter Hilfe jedoch ein Kraftakt. Heilung wird zu einem langen, verschlungenen Weg, geprägt von Stigmatisierung und chronischer Unterfinanzierung. Die Werke zweier britischer Künstlerinnen und Künstler greifen dieses Spannungsfeld auf; ihre sehr unterschiedlichen Erfahrungen spiegeln sich gegenseitig und erheben zugleich die Stimme für andere. Es sind die verstorbene Audrey Amiss, die mit Kunst ihre Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken verarbeitete, und Rudy Loewe, eine nichtbinäre Kunstschaffende, die die Vorurteile beleuchtet, mit denen Schwarze Patientinnen und Patienten heute konfrontiert sind. Ein starkes, nachhallendes Ausstellungserlebnis. Mehr Infos hier. (Quelle auf Englisch)
Der kleine Prinz: Die immersive Odyssee
Wann: Bis 13. September 2026
Wo: Atelier des Lumières (Paris, Frankreich)
Antoine de Saint-Exupérys Klassiker Le Petit Prince wird in diesem Jahr 80 Jahre alt. Zu Ehren seiner ungebrochenen Magie lässt das Atelier des Lumières die Geschichte in einer immersiven Ausstellung lebendig werden, in der Saint-Exupérys Aquarelle und poetische Sätze über die Wände tanzen. Der Begriff „immersiv“ lässt manche zwar zurückschrecken und steht oft als Kürzel für „sinnlosen Gimmick“. Doch der Veranstaltungsort hat sich darauf spezialisiert, Geschichten mit digitaler Kunst aus neuen Blickwinkeln zu erzählen. Dieses Know-how und der innewohnende Zauber des Stoffes machen die Schau ideal für Kinder – und für Erwachsene, die sich wieder einmal von Fantasiewelten forttragen lassen möchten. Mehr Infos hier. (Quelle auf Englisch)
Bonus-Tipp: Im norwegischen Munch-Museum (Quelle auf Englisch) ist noch „Paula Rego – Dance Among Thorns“ zu sehen, aber nicht mehr lange – die Ausstellung endet am 2. August.
Filme
Evil Dead Burn
Wo: Kinos
Wann: 10. Juli
Familientreffen können zum Horror werden. Evil Dead Burn zeigt, dass es noch schlimmer geht. In diesem neuen Teil von Sam Raimis Kultreihe besucht eine junge Frau (Luciane Buchanan) nach dem Tod ihres Mannes ihre Schwiegerfamilie in einer abgelegenen Hütte – ein sofortiges Warnsignal. Sie ahnt nicht, dass auch das Buch der Toten mit am Tisch sitzt und bereit ist, eine grausame Dämonenbesessenheit zu entfesseln.
Regisseur und Drehbuchautor Sébastien Vanicek (Infested) knüpft an Evil Dead Rise aus dem Jahr 2023 an; der Film ist der dritte Beitrag der Neustart-Serie. Wie seine Vorgänger treibt er Traumata mit unerbittlichem, körperlich spürbarem Splatter auf die Spitze. Unsere Reaktion: „Groovy“.
Bonus-Tipp: Noch ein Tag, noch ein Realfilm-Remake von Disney. Diesmal trifft es Moana – der Song „How Far I’ll Go“ dürfte sich also für Wochen im Kopf festsetzen. Ab 10. Juli in den Kinos in ganz Europa.
TV-Serien
Little House on the Prairie
Wo: Netflix
Wann: 9. Juli
Basierend auf den gleichnamigen Büchern von Laura Ingalls Wilder erzählt Little House on the Prairie die Geschichte einer Siedlerfamilie im Amerika des 19. Jahrhunderts, die versucht, sich ein neues Leben aufzubauen. Die TV-Serie aus den 1970er-Jahren gilt bis heute als klassischer Wohlfühlstoff. Netflix wählt nun einen deutlich härteren Ton, hebt Wilders schonungslosere Themen hervor und rückt das Überleben der Familie ins Zentrum.
Bonus-Tipp: Die Verfilmung des Romans The Five Star Weekend von Elin Hilderbrand aus dem Jahr 2023 zeigt Jennifer Garner und Chloë Sevigny als Freundinnen, die nach einem schweren Verlust wieder zueinanderfinden. Die Serie läuft ab 9. Juli bei Sky Atlantic.
Musik
The Rolling Stones: Foreign Tongues
Wann: 10. Juli
Was für ein Jahr für zurückkehrende Stars der 1960er-Jahre. Nach Paul McCartneys nostalgischem Album „The Boys of Dungeon Lane“ legen nun die Stones nach – mit ihrem 25. Studioalbum. Das comichafte Cover hat manche zwar irritiert (siehe unser Kritiker David Mouriquand), deutet aber zugleich auf einen retrohaften Stilmix hin, der die vielfältigen Einflüsse der Band aus den vergangenen Jahrzehnten durchspielt.
Das Album umfasst 14 Songs, als Gäste sind unter anderem Robert Smith, Paul McCartney, Chad Smith und Steve Winwood dabei.
Bonus-Tipp: Die US-SängerinKelela, deren letztes Album zu unseren Favoriten des Jahres 2025 gehörte, veröffentlicht am 10. Juli „New Avatar“ – eine Gänsehaut verursachende Mischung aus verzerrtem R&B und ambientem Grunge, die glücklicherweise nichts mit James Camerons blauhäutiger Avatar-Reihe zu tun hat.