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Riesige Hummer in Pompeji: Antike Ruinen treffen auf Pop-Art von Philip Colbert

Philip Colbert in Pompeji: Pop-Mythologie
Philip Colbert in Pompeji: Pop-Mythologie Copyright  Ivan Romano/Getty Images for Philip Colbert Studio
Copyright Ivan Romano/Getty Images for Philip Colbert Studio
Von Ilaria Federico
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30 riesige Hummer-Skulpturen sind in Pompeji eingetroffen: Der britische Popkünstler Philip Colbert zeigt dort seine bislang größte Schau, die Mythologie und Popkultur verbindet.

Wer in diesem Sommer die antiken Ruinen von Pompeji besucht, könnte auf einen unerwarteten Anblick stoßen: überdimensionale Hummer-Skulpturen zwischen römischen Villen, alten Straßen und archäologischen Überresten.

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Die surreale Intervention, die vergangene Woche begonnen hat, gehört zur Schau „Philip Colbert in Pompeii: Pop Mythology“. Es ist die bislang größte Ausstellung des britischen Künstlers. An einem der berühmtesten archäologischen Orte der Welt stehen mehr als 30 monumentale Hummer-Skulpturen und eröffnen einen ungewöhnlichen Dialog zwischen Antike und Popkultur der Gegenwart.

Colbert, bekannt für sein farbenfrohes Alter Ego „The Lobster“, hat sich mit einer popkulturellen Neuinterpretation der Kunstgeschichte einen internationalen Namen gemacht. Kritiker bezeichnen den Londoner häufig als Erben von Andy Warhol. Er hat groß angelegte Installationen im öffentlichen Raum von London und Venedig bis Seoul, Singapur und Shanghai realisiert. Mit Pompeji markiert er seinen bisher ehrgeizigsten Eingriff in einen historischen Ort.

Philip Colbert in Pompeii Pop Mythology​
Philip Colbert in Pompeii Pop Mythology​ ©Ivan Romano / Getty Images for Philip Colbert Studio

Für den Archäologischen Park ist die Ausstellung ebenfalls ein Meilenstein. Erstmals seit 30 Jahren gibt es in Pompeji wieder eine Schau zeitgenössischer Skulpturen. Zudem zeigt zum ersten Mal ein Künstler seine Werke in den Häusern der antiken Stadt.

Für Colbert ist Pompeji weit mehr als eine archäologische Sehenswürdigkeit.

„Pompeji ist für mich die ultimative Stadt der Antike, ein Ort jenseits der Zeit“, sagt er. „Ich kenne keinen stärkeren Rahmen, um einen skulpturalen Dialog über Zeit, Identität und darüber zu führen, wie Kunst ihre eigenen Grenzen überwinden kann.“

Angeregt durch das berühmte Hummer-Mosaik im Haus des Fauns in Pompeji umfasst die Installation zwölf neue Skulpturen, die eigens für diesen Ort entstanden sind. Hummer-Figuren aus Edelstahl tauchen überraschend zwischen Säulen, Tempeln und antiken Wohnhäusern auf. Monumentale Arbeiten aus schwarzem Stahl zeigen futuristische, robotische Hummer-Krieger. Sie erinnern an das, was Colbert als „zukünftige mythologische Relikte“ bezeichnet.

​Philip Colbert in Pompeii Pop Mythology​
​Philip Colbert in Pompeii Pop Mythology​ ©Ivan Romano/Getty Images for Philip Colbert Studio

Der Künstler hofft, dass diese imaginären Wesen die Besucher dazu anregen, Pompeji mit neuen Augen zu sehen.

„Die Ruinen von Pompeji stehen zugleich für Tragödie und Schönheit, und die Stadt wirkt, als wäre sie zwischen Vergangenheit und Gegenwart eingefroren“, erklärt er.

Statt Pompeji als erstarrtes Monument zu betrachten, zeigt „Pop Mythology“ die Stadt als lebendige Kulturlandschaft, in der klassische Mythologie, Archäologie und zeitgenössische Bildkultur zusammenkommen. Die Ausstellung kreist um Themen wie Vergänglichkeit, Zivilisation, Erinnerung und das Verhältnis des Menschen zur Technologie. Sie lädt die Besucher ein, darüber nachzudenken, wie Gesellschaften ihre Geschichte bewahren und gleichzeitig ihre Zukunft entwerfen.

Zum Rahmenprogramm gehören auch Begegnungen mit Schulen und lokalen Vereinen in der Region. Damit unterstreicht Colbert seinen Anspruch, zeitgenössische Kunst mit den Menschen vor Ort ebenso zu verbinden wie mit internationalen Gästen.

Die Ausstellung erstreckt sich zudem auf Longola, Boscoreale, Oplontis, die Villa San Marco, die Villa Arianna und das Real Polverificio Borbonico. So entsteht eine Route zeitgenössischer Kunst durch einige der wichtigsten archäologischen Stätten Kampaniens.

Ob verspielt, provokativ oder einfach überraschend – Colberts riesige Hummer erinnern eindrücklich daran, dass selbst eine der am besten erhaltenen antiken Städte der Geschichte zur Leinwand für neue künstlerische Dialoge werden kann.

Philip Colbert in Pompeii: Pop Mythology läuft noch bis Anfang 2027 im Archäologischen Park von Pompeji.

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