Frankreich übernimmt ab dem 15. Juni die Kosten für Abnehmmedikamente, kündigte die Gesundheitsministerin des Landes an.
Frankreich übernimmt ab dem 15. Juni die Kosten für Abnehmmittel wie Wegovy und Mounjaro, wie Gesundheitsministerin Stéphanie Rist am Donnerstag bekanntgab.
Damit ist Frankreich das erste Land in Europa, das die Kosten für diese Mittel übernimmt.
„Darauf bin ich ziemlich stolz. Wir sind das erste Land in der Europäischen Union, das diese Arzneimittel dauerhaft in die Regelversorgung aufnimmt“, sagte Rist im französischen Fernsehen.
„Offiziell liegt die Erstattung bei 65 %, in der Praxis sind aber fast alle Patientinnen und Patienten komplett abgesichert, weil sie Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes haben“, präzisierte die Ministerin. Für die große Mehrheit werde daher faktisch eine Erstattung von 100 % gelten.
Wegovy, das vom dänischen Pharmakonzern Novo Nordisk hergestellt wird, und Mounjaro von Eli Lilly gehören zu einer neuen Generation von Abnehmmitteln.
Als sogenannte GLP-1-Rezeptoragonisten (glucagon-like peptide-1) ahmen sie ein Hormon nach, das den Appetit dämpft und so beim abnehmen hilft.
Ende Januar wurden in Frankreich Schätzungen zufolge mehr als 70.000 Menschen mit Mounjaro behandelt.
Die hohen Preise erschweren weltweit den Zugang – auch in Frankreich, wo Patientinnen und Patienten rund 300 Euro im Monat für die Spritzen zahlen.
Die Therapie ist in Frankreich seit 2024 auf Rezept erhältlich. Die gesetzliche Krankenversicherung hat sie jedoch erst jetzt zur Erstattung zugelassen.
Seit Juni 2025 dürfen nicht mehr nur Fachärztinnen und Fachärzte wie Endokrinologinnen und Endokrinologen, sondern alle Ärztinnen und Ärzte diese Mittel verschreiben.
Laut der Nationalen Epidemiologischen Erhebung zu Übergewicht und Adipositas 2024 sind in Frankreich rund 18 % der Bevölkerung, also etwa 10 Millionen Menschen, adipös.
In der EU gelten nach Angaben des Europäischen Parlaments schätzungsweise 51 % der Menschen ab 16 Jahren als übergewichtig, 17 % als adipös.