Teils schwer bewaffnete Polizisten haben das Tempelhofer Feld in Berlin durchkämmt. Nach Zeugenangaben soll dort eine Person mit einer Waffe oder einem "schusswaffenähnlichen Gegenstand" unterwegs gewesen sein.
Über hundert Polizisten haben das Tempelhofer Feld in Berlindurchsucht. Auch ein Polizeihubschrauber war auf dem Gelände des ehemaligen Tempelhofer Flughafens im Einsatz. Nach Zeugenangaben soll dort eine Person mit einer Waffe oder einem "schusswaffenähnlichen Gegenstand" unterwegs sein. Es bestehe der "Verdacht einer Gefahrenlage", so die Polizei auf der Onlineplattform X mit.
Radfahrer, Jogger und weitere Besucher waren aufgefordert worden, das Gebiet zu verlassen.
Die verdächtige Person soll sich in der Nähe der dortigen Flüchtlingsunterkunft aufgehalten haben. Am Nachmittag gab die Polizei Entwarnung. "Bislang haben unsere Einsatzkräfte keine konkrete Gefahr festgestellt", so die Polizei.
Bewaffnete Polizisten durchsuchten unter anderem einen Wohncontainer auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft. Offensichtlich ohne Erfolg. Gegen 16:20 Uhr wurden sämtliche Absperrmaßnahmen aufgehoben.
Mehr Kriminalität in Berlin: LKA richtete Sondereinheit ein
Vor gut zwei Monaten kam es in der nahegelegenen Hasenheide in Berlin zu einem ähnlichen Großeinsatz der Polizei. Damals hatten Zeugen Schüsse gemeldet. Zahlreiche Einsatzkräfte sowie ein Hubschrauber und Spürhunde durchsuchten das Gebiet – nach knapp drei Stunden wurde der Einsatz ergebnislos beendet.
In der Nacht zum Dienstag war die Polizei in Berlin-Kreuzberg zweimal im Einsatz: In der Urbanstraße fielen auf einem Spielplatz Schüsse, auf dem sich ein Mann aufgehalten haben soll, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Dieser blieb demnach unverletzt.
Aufgrund der aktuellen Entwicklungen hat die Polizei eine Sondereinheit des Landeskriminalamtes (LKA) namens "Ferrum" (lateinisch für "Eisen") eingerichtet. Auch die Berliner Staatsanwaltschaft reagierte und gründete die Ermittlungsgruppe "Telum". Durch Razzien in Bars und an bekannten Treffpunkten soll der Druck auf organisierte Kriminalität in der deutschen Hauptstadt erhöht werden.