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Nach Hafermilch setzt Europa auf Erbse: Griechin treibt die Entwicklung voran

Ein Karton Hafermilch von Oatly steht am Dienstag, 18. Mai 2021, in einem Kühlschrank in Bellingham. Oatly ist der größte Hafermilchhersteller.
Ein Karton Oatly-Hafermilch steht am 18. Mai 2021 in einem Kühlschrank in Bellingham im US-Staat Washington. Oatly gilt als größte Hafermilchfirma. Copyright  AP Photo
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Von Symela Touchtidou
Zuerst veröffentlicht am
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Die Preisträgerin des European Inventor Award 2026, Angeliki Triantafyllou, sagt bei Euronews: Die Zukunft pflanzlicher Ernährung sind nährstoffreiche, klimafreundliche Produkte.

Wie lassen sich in den kommenden Jahrzehnten alle Menschen ernähren, wenn die Weltbevölkerung weiter wächst und natürliche Ressourcen knapper werden?

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Diese Frage steht im Zentrum der europäischen Forschung zu Lebensmitteln der nächsten Generation. Ziel ist es nicht nur, mehr pflanzliche Ersatzprodukte zu entwickeln. Vielmehr geht es darum, Produkte zu schaffen, die einen hohen Nährwert mit einem kleineren ökologischen Fußabdruck verbinden.

Der Druck wächst, denn die Produktion von Kuhmilch gehört zu den ressourcenintensivsten Bereichen der Landwirtschaft: Sie benötigt viel Land, Wasser und Futtermittel und verursacht zugleich erhebliche Treibhausgasemissionen.

Eine der Wissenschaftlerinnen, die diese Entwicklung prägen, ist die griechische Biotechnologin Angeliki Triantafyllou. Sie ist Präsidentin von Cerealiq AB und Gewinnerin des European Inventor Award 2026 in der Kategorie "Industrie". Triantafyllou war Mitgründerin von Oatly, dem weltweit größten Hersteller von Haferdrinks, und leitete mehr als 20 Jahre lang die Forschung des Unternehmens.

Die von ihr entwickelte und patentierte enzymatische Methode verbesserte Geschmack, Farbe, Textur und Aufschäumbarkeit von Haferdrinks deutlich. Zugleich steigerte sie den Nährwert im Vergleich zu früheren Technologien.

Diese Innovation trug entscheidend dazu bei, Haferdrinks von einem Nischenprodukt zu einem Angebot für den Weltmarkt zu machen.

Heute richtet Triantafyllou ihre Forschung jedoch auf ein neues Produkt: Erbsendrink.

Wie sie Euronews erzählt, entwickelt ihr Team eine Technologie, die die gesamte Erbse nutzt und alle Nährstoffe erhält. Anders als bei vielen heutigen Anwendungen soll also nicht nur isoliertes Protein verwendet werden.

"Unsere Methode, mit unserer Enzymtechnologie, sichert alle Eigenschaften und den gesamten Nährwert der Erbse. Und sie ist natürlich eine umweltfreundliche Methode."

Schluss mit Ernährungstrends

Triantafyllou ist überzeugt, dass die Zukunft pflanzlicher Lebensmittel nicht in einer wahllosen Expansion des Marktes liegt und auch nicht in der Suche nach dem nächsten "trendy" Produkt.

Die Herausforderung besteht jetzt darin, in der gesamten Bandbreite tierischer und pflanzlicher Produkte gute Qualität zu bieten. Wir sollten keinen Moden hinterherlaufen, sondern Lebensmittel entwickeln, die wirklich einen hohen Nährwert haben und ihre Berechtigung.
Αγγελική Τριανταφύλλου
Biotechnologin, Gewinnerin des European Inventor Award 2026

Als Beispiel verweist sie indirekt auf Produkte, die zwar großen kommerziellen Erfolg haben, etwa Mandeldrinks, aber keinen vergleichbaren Nährwert bieten.

Stattdessen, so betont sie, sollten neue pflanzliche Rohstoffe nach ihrer Nährstoffzusammensetzung und ihrem Beitrag zu einer nachhaltigeren Lebensmittelproduktion ausgewählt werden.

Angeliki Triantafyllou gewinnt den Europäischen Erfinderpreis 2026 in der Kategorie „Industrie“
Angeliki Triantafyllou gewinnt den Europäischen Erfinderpreis 2026 in der Kategorie „Industrie“ European Patent Office

Warum wir pflanzliche Alternativen brauchen

Nach Einschätzung von Triantafyllou sollen pflanzliche Produkte tierische Lebensmittel nicht vollständig ersetzen. Sie können aber einen Teil des Bedarfs eines Planeten decken, der in den kommenden Jahrzehnten Milliarden Menschen ernähren muss.

"Die tierische Produktion lässt sich nicht unbegrenzt steigern, um den Bedarf einer ständig wachsenden Bevölkerung zu decken."

Wie sie erklärt, liefert die Erbse Eiweiß von hoher Qualität. Hafer wiederum steuert wertvolle β-Glucane und Ballaststoffe bei, von denen die meisten Menschen deutlich weniger aufnehmen als empfohlen.

Zugleich benötigen pflanzliche Kulturen in der Regel weniger natürliche Ressourcen. Sie können damit auch Lösungen für Regionen bieten, die bereits heute unter Wasserknappheit, Bodendegradation und den Folgen der Klimakrise leiden.

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