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Von Dänemark bis Großbritannien: Warum Städte auf rote Straßenbeleuchtung setzen

Die Farbänderung gehört zu einem Plan, die Folgen der Lichtverschmutzung zu verringern, vor allem für nachtaktive Tiere.
Die neue Farbe gehört zu einem Konzept, das Lichtverschmutzung verringern soll, vor allem zum Schutz nachtaktiver Tiere. Copyright  Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Rebecca Ann Hughes
Zuerst veröffentlicht am
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Die Verantwortlichen stellen die Beleuchtung auf andere Farben um. So soll die Lichtverschmutzung sinken, vor allem zum Schutz nachtaktiver Tiere.

In Kopenhagen leuchtet die Straßenbeleuchtung entlang einer wichtigen Verkehrsachse in Rot statt in Weiß.

Die Farbumstellung ist Teil eines Konzepts, das die Lichtverschmutzung verringern soll, vor allem zum Schutz nachtaktiver Tiere.

Studien zeigen, dass weiße Nachtbeleuchtung die Aktivität von Fledermäusen beeinträchtigt. Rotes Licht hat dagegen kaum Auswirkungen – es wirkt für sie fast wie Dunkelheit.

Europäische Städte setzen auf fledermausfreundliche rote Beleuchtung

In Gladsaxe läuft ein Projekt des Büros AFRY Architects, das Stadtentwicklung und Umweltschutz näher zusammenbringen soll.

Entlang einer Hauptstraße und einer Radschnellroute wurden rote LED-Straßenlampen montiert. Sie sollen die Lebensbedingungen einer nahegelegenen Fledermauskolonie möglichst wenig beeinträchtigen.

Dreißig Poller von einem Meter Höhe tauchen die Straße nun in rotes Licht.

Die Poller stehen so weit auseinander, dass lichtscheue Arten das Gebiet queren können, ohne sich als Beute zu entblößen. Gleichzeitig bleibt die Straße für Autos und Radfahrende gut einsehbar.

Ähnliche Projekte entstehen überall in Europa. Die niederländische Gemeinde Zuidhoek-Nieuwkoop installierte 2018 als weltweit erste einen roten Beleuchtungstyp, der auf Tiere Rücksicht nimmt.

Großbritannien richtete 2019 seinen ersten „Bat Crossing“ ein: ein rund 60 Meter langer Abschnitt mit roter Beleuchtung an der vielbefahrenen A4440 nahe dem Naturschutzgebiet Warndon Woodlands bei Worcester.

Rotes Licht beeinträchtigt die Aktivität von Fledermäusen nicht

2017 gelang es Forschenden erstmals, die Wirkung verschiedener Lichtfarben auf Fledermausarten zu messen.

Ein Team des Netherlands Institute of Ecology stellte fest, dass unterschiedliche Lichtspektren die Aktivität langsam fliegender, lichtscheuer Fledermäuse in ihren Jagdgebieten verschieden stark beeinflussen.

Der Versuch lief über fünf Jahre an acht Standorten entlang von Waldrändern in besonders dunklen Regionen der Niederlande.

„Diese Fledermäuse sind bei rotem Licht genauso aktiv wie in völliger Dunkelheit“, erklärte Studienleiter Kamiel Spoelstra damals in einer Mitteilung. „Weißes und grünes Licht verringern ihre Aktivität dagegen deutlich.“

Fledermäuse jagen Insekten in der Nacht: Es gibt dann kaum Konkurrenz, und Fressfeinde können sie im Dunkeln kaum entdecken.

Künstliches weißes Licht stört Arten wie die Fransenfledermaus oder das Braune Langohr erheblich; sie fühlen sich Sichtjägern wie Eulen dann stärker ausgeliefert.

Wendige Flieger wie die Zwergfledermaus stören sich laut Studie hingegen kaum an dem zusätzlichen Licht. Straßenlampen helfen ihnen sogar bei der Jagd, weil sie Insekten anziehen und auf engem Raum bündeln.

Größere Arten wie Breitflügelfledermaus und Kleinabendsegler fliegen so hoch, dass Straßenbeleuchtung sie nicht erreicht, stellten die Forschenden fest.

Rotes Licht bietet einen praxisnahen Beitrag zum Naturschutz

Die Ergebnisse sind vor allem deshalb ermutigend, weil sich das rote Licht auch unter Alltagsbedingungen bewährt. „Für Landstraßen ist es bestens geeignet“, so Spoelstra.

„Das eröffnet neue Möglichkeiten, die Störungen durch äußere, künstliche Beleuchtung in Naturräumen zu begrenzen – in Situationen, in denen Licht dennoch als sinnvoll gilt.“

Die LED-Leuchten senken zudem den Energieverbrauch und brauchen weniger Wartung.

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