Wissenschaft zum Anfassen statt trockener Vorlesungen: Die "MS Wissenschaft" bringt aktuelle Forschung rund um Gesundheit, KI und Zukunftsmedizin auf Europas Wasserstraßen.
Hörsaal, Museum oder doch lieber eine Bootsfahrt? Wer sich nicht entscheiden möchte, sollte der "MS Wissenschaft" einen Besuch abstatten.
Das schwimmende Science Center tourt jedes Jahr durch Deutschland und bringt und Besuchern aktuelle Forschung und wissenschaftliche Zukunftsthemen näher.
Die diesjährige Ausstellung steht unter dem Motto "Medizin der Zukunft", das zugleich auch der Leitgedanke des Wissenschaftsjahres 2026 sit.
Ihre Tour startete die "MS Wissenschaft" am 7. Mai 2026 in Berlin.
Bei der Eröffnung erklärte Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU): "Gesundheit geht uns alle an. Wissenschaft kann jeder und jedem von uns helfen. Deswegen ist das eine abenteuerliche und fantastische Entdeckungsfahrt: eine interaktive Reise in die Medizin der Zukunft."
Was gibt es an Bord?
An Bord wird Wissenschaft nicht nur erklärt, sondern kann direkt ausprobiert werden. Rund 30 interaktive Exponate laden Besucher dazu ein, selbst in die Medizin der Zukunft einzutauchen.
So können Gäste etwa Medikamente an einem künstlichen Organ testen, ihren eigenen Herzschlag per Kamera analysieren oder virtuell einen Operationssaal der Zukunft betreten. An mehreren Stationen geht es außerdem um aktuelle Forschung zu Krankheiten wie Demenz, Diabetes oder Endometriose.
Mit dabei sind auch mehrere Max-Planck-Institute mit Forschungsprojekten zur Medizin der Zukunft. Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung präsentiert etwa den "Elderbot", ein digitales Trainingssystem gegen soziale Isolation im Alter.
Das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik zeigt mit der App "Brain Explorer", wie Besucher spielerisch ihre Gehirnfunktionen testen und gleichzeitig Forschung zu Lernen und Entscheidungsverhalten unterstützen können.
Zudem beteiligt sich das Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie an Projekten, die Medikamente künftig gezielter und effizienter im Körper einsetzen sollen.
Empfohlen wird der Besuch ab zwölf Jahren. Ergänzt wird die Ausstellung durch Workshops für Schulklassen und ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm. Der Eintritt ist kostenlos.
Nach dem Auftakt in Berlin macht die "MS Wissenschaft" in den kommenden Monaten in zahlreichen Städten Halt. Bereits nächste Woche legt das Schiff in Schwedt an, bevor es vom 23. bis 25. Mai einen Abstecher ins polnische Stettin macht. Die Tour endet schließlich am 26. September in Wien.
Wer sind die Organisatoren?
Hinter dem Projekt steht die Organisation "Wissenschaft im Dialog" (WiD), die die Ausstellung im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt organisiert. Ziel ist es, aktuelle Forschung verständlich, greifbar und direkt erlebbar zu machen.
WiD versteht sich als zentrale Plattform für Wissenschaftskommunikation in Deutschland. Die Organisation entwickelt neue Formate, vernetzt Forschende mit der Öffentlichkeit und will Wissenschaft aus Laboren und Hörsälen stärker in den Alltag der Menschen bringen.
Die Exponate an Bord stammen laut Angaben des Think Tanks direkt aus der aktuellen Forschung. Entwickelt und bereitgestellt werden sie unter anderem von Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und der Max-Planck-Gesellschaft sowie von Hochschulen und weiteren Forschungseinrichtungen.
Auch international wird das Projekt unterstützt: Für den Österreich-Teil der Tour 2026 fördern das österreichische Wissenschaftsministerium sowie das Land Niederösterreich den Aufenthalt der "MS Wissenschaft".