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Im größten Amazon-Lager Europas liefern Roboter, Laser und Menschen die Zukunft

Amazons Logistikzentrum Amazon LCY3 in Dartford, Großbritannien.
Amazons Warenlager Amazon LCY3 in Dartford im Vereinigten Königreich. Copyright  Euronews
Copyright Euronews
Von Roselyne Min
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Amazon setzt auf Roboter: Sie sollen Arbeitsplätze sicherer machen und Lieferungen beschleunigen. Euronews Next war in den Hallen dabei.

Amazon hat seine Veranstaltung „Delivering the Future“ am Donnerstag im Vereinigten Königreich genutzt, um eine Reihe wichtiger Ankündigungen für Europa zu machen, mit dem Versprechen milliardenschwerer Investitionen, Tausenden neuer Arbeitsplätze und einer neuen Generation von Robotern, die das Leben von Kundinnen und Kunden, Lagerbeschäftigten und die gesamte Logistikbranche verändern könnte.

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Mehr als 100 Journalistinnen, Journalisten und Creator kamen im geschäftigsten Amazon-Lager Europas zusammen, dem Standort LCY3 in Dartford. Sie wollten sehen, wie Technologie den Weg vom Klick bis zur Haustür bereits beschleunigt – und welche weiteren Neuerungen der US-Konzern auf den Kontinent bringt.

Die Anlage ist mehr als 216.000 Quadratmeter groß und verschickt nach Unternehmensangaben vier Millionen Artikel pro Woche.

Das riesige Gebäude wirkt wie ein industrieller Freizeitpark. 32 Kilometer Förderbänder transportieren in rasendem Tempo Millionen Kartons und Kisten über den Köpfen der Menschen vorbei; überall sind Warn- und Sicherheitsschilder an Gerüsten montiert.

Am Standort LCY3 setzt Amazon bereits Robotertechnik und KI-Software ein. Nach Angaben des Unternehmens arbeiten die Beschäftigten dadurch schneller und sicherer.

Im zweiten Stock, oberhalb der Förderbänder, stehen unzählige sogenannte Hercules Drives – mobile Roboter, die Amazon selbst entwickelt hat. Pro Etage fahren 1.660 Geräte um 21.700 hohe gelbe Lagertürme, die „Pods“ genannt werden. Menschen bestücken diese Türme mit Waren, gesteuert durch Anweisungen der KI-Software.

Hinter einer Absperrung, die Journalistinnen und Journalisten aus Sicherheitsgründen nicht passieren durften, sauste ein Schwarm dieser Roboter gleichzeitig hin und her und wechselte die Positionen mit choreografischer Präzision.

Die blauen Geräte erinnern an überdimensionierte Staubsaugerroboter. Sie können Lasten von bis zu 567 Kilogramm heben und orientieren sich mit Sensoren, 3D-Kameras und Navigationssoftware auf dem Hallenboden.

„[Der Roboter] nutzt eine KI namens Deep Fleet, um sich im Gebäude zu orientieren … das ist ein bisschen so, als würden Sie in eine Stadt fahren, in der 5.000 Autos unterwegs sind und es keine Ampeln gibt, die den Verkehr regeln. Deep Fleet koordiniert diese Roboter“, erklärte Martin Newton, Leiter von Amazon Tours, der Euronews Next durch die Anlage führte.

Die Roboter melden außerdem selbstständig Störungen, die sich dann Technikerinnen und Techniker ansehen, so der Guide.

Nach Angaben von Amazon optimieren Robotertechnik und Software die Nutzung von Fläche und Zeit, verkürzen Wege und erhöhen die Genauigkeit.

Wenn ein Mensch eine Bestellung verpackt hat, fährt das Paket durch einen riesigen Scanner, der in kräftigen Neonfarben leuchtet. In der grauen, grell ausgeleuchteten Industriehalle wirkt das Gerät wie eine schwebende Minidisco. Amazon bezeichnet den Scanner als eines der intelligentesten technischen Systeme im ganzen Gebäude.

Der SICK-Scanner misst laut Unternehmen die 3D-Maße jedes Pakets, liest die Versandetiketten und leitet die Sendungen in die richtige Spur zur jeweiligen Zustellbasis.

„All das geschieht in Millisekunden. Das Paket bleibt nie stehen. Tausende pro Stunde, Stunde für Stunde, mit nahezu perfekter Genauigkeit“, hieß es von Amazon gegenüber Euronews Next.

Von dort laufen die Pakete über den Versand-Sorter weiter, der in der Halle täglich 180 Kilometer zurücklegt.

Neue Roboter: Arbeiten Seite an Seite mit Menschen

Auch in den europäischen Amazon-Lagern wie LCY3 bleibt menschliche Arbeit zentral. Am Standort Dartford arbeiten täglich Tausende Beschäftigte und Partner. Sie prüfen die Qualität der Waren, holen Bestellungen aus den Lagertürmen und verpacken sie an mehr als 200 Stationen pro Etage.

Mit den neuen Investitionen soll die nächste Generation des autonomen Proteus-Roboters nach Angaben von Amazon Lasten von bis zu 400 Kilogramm bewegen, die körperliche Belastung der Beschäftigten senken und die Sicherheit in den Hallen erhöhen.

„Sie sagen ihm, was zu tun ist. Er legt Priorität, Weg und Zeitpunkt selbst fest“, sagte Scott Dresser, Vizepräsident von Amazon Robotics. „Er wird zu Ihrem Assistenten für den Materialfluss.“

Beim Termin zeigte Amazon Euronews die vorherige Proteus-Generation, die derzeit in den USA im Einsatz ist. Die neuere Version, die laut Unternehmen gesprochene Anweisungen von Beschäftigten verstehen soll, war bei der Vorführung noch nicht zu sehen.

Der neue Roboter wird nach Angaben des Konzerns derzeit in Amazons Labors getestet; der Einsatz in Europa ist für die erste Jahreshälfte 2027 geplant.

Arbeitsverbände und Expertinnen und Experten warnen allerdings seit Längerem, dass Automatisierung in Lagern den Druck auf Menschen erhöhen kann, mit dem Tempo der Maschinen mitzuhalten.

„Wir entwickeln unsere Maschinen im Dienste der Menschen“, sagte Tye Brady, Cheftechnologe bei Amazon Robotics, Euronews Next.

„Wir konstruieren die Maschinen so, dass sie sich an die Abläufe und das natürliche Arbeitstempo der Menschen anpassen. Wir sehen das als Gesamtsystem aus Menschen und Maschinen, die zusammenarbeiten“, so Brady weiter.

Mehr Robotik ermögliche es den Beschäftigten, sich stärker auf kritisches Denken zu konzentrieren, sagte er – etwa darauf, eine leckende Palette mit Nutella zu entdecken, bevor ein Roboter sie durch den Sortierbereich fährt und am Ende „alles voller Schokolade“ ist.

„Wenn hervorragende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und leistungsfähige Maschinen zusammenarbeiten, erreichen wir die Produktivitäts- und Effizienzgewinne, die wir bei Amazon sehen – und schaffen zugleich ein sichereres Arbeitsumfeld.“

Mehr zu dieser Geschichte sehen Sie im Video im Player oben.

Cutter • Roselyne Min

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