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Unsichere Jobs und schlechte Pflege treiben Pflegekräfte aus dem Beruf

ARCHIV: Viele der befragten 20 000 Fachkräfte beklagen die Unsicherheit der Branche.
ARCHIV: Viele der zwanzigtausend befragten Fachkräfte beklagen die Unsicherheit in der Branche. Copyright  © Arizona Daily Star
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Von Rafael Salido
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Eine Studie in Spanien zeigt: Unsichere Jobs, Überlastung und als schlecht wahrgenommene Pflege treiben viele Pflegekräfte zum Ausstieg. Das verweist auf ein strukturelles Problem in Europa.

Der Entschluss, den Pflegeberuf in Spanien aufzugeben, hat nicht nur eine Ursache. Dahinter steht ein Bündel struktureller Probleme, die den Berufsalltag aushöhlen. Besonders ins Gewicht fallen fehlende Stabilität und eine schlechte Versorgungsqualität. Das zeigt eine neue Studie (Quelle auf Spanisch), der zufolge sich fast vier von zehn Pflegekräften in Spanien vorstellen können, ihren Beruf in der nächsten Dekade aufzugeben.

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Es handelt sich um die bislang größte Untersuchung im Land, koordiniert (Quelle auf Spanisch) vom Gesundheitsministerium und dem Institut für Gesundheitsforschung Carlos III (ISCIII). Die Autorinnen und Autoren werteten mehr als 20.000 Antworten aus; veröffentlicht wurde die Studie im Fachjournal 'Journal of Nursing Management'.

Dem Bericht zufolge wollen 39,6 % der befragten Pflegekräfte ihren Beruf in den kommenden zehn Jahren verlassen. 17 % planen dies sogar innerhalb von nur zwei Jahren. Ausschlaggebend sind vor allem fehlende Jobsicherheit, eine hohe Arbeitsbelastung und negative Einschätzungen zur Qualität der Pflege sowie zur Patientensicherheit.

Laut Studie erhöhen befristete Verträge die Wahrscheinlichkeit, aus dem Beruf auszusteigen, um 33 %. Eine als schlecht empfundene Patientensicherheit steigert das Risiko um 81 %. Zudem nennen 56,5 % derjenigen, die den Beruf verlassen wollen, die fehlende Stabilität als wichtigsten Grund. Dahinter folgen mangelnde Anerkennung und Arbeitsbedingungen, die viele als unzureichend empfinden.

Die Auswertung zeigt auch deutliche regionale Unterschiede. In Regionen wie Madrid, den Kanarischen Inseln, Galicien und den Balearen ist die Ausstiegsabsicht mehr als doppelt so hoch wie in Navarra. Die Autorinnen und Autoren führen das auf unterschiedliche Arbeitsbedingungen und eine unterschiedliche Organisation der Gesundheitssysteme zurück.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Abstand zwischen Ausbildung und beruflicher Praxis: Nur 34,5 % der spezialisierten Pflegekräfte arbeiten in ihrem Fachgebiet. Das verstärkt den beruflichen Frust. Hinzu kommt fehlende Zeit für die Versorgung. 60 % der Befragten geben an, deshalb auf bestimmte Pflegeleistungen zu verzichten.

Pflegemangel breitet sich in Europa aus

Das Phänomen bleibt nicht auf Spanien beschränkt. In vielen europäischen Ländern stehen die Gesundheitssysteme vor einem wachsenden Mangel an Pflegepersonal. Die alternde Bevölkerung, steigender Druck in der Versorgung und die Schwierigkeit, Fachkräfte zu halten, verschärfen die Lage.

Berichte internationaler Organisationen warnen, dass die Europäische Union in den kommenden Jahren Hunderttausende zusätzliche Pflegekräfte braucht, um die Versorgungsqualität zu sichern. In Ländern wie Deutschland, Frankreich oder dem Vereinigten Königreich schlagen Gesundheitsgewerkschaften Alarm: Sie melden steigende Ausstiegsquoten und große Probleme, Dienste in Krankenhäusern und in der Primärversorgung zu besetzen.

Die spanische Studie, eingebettet in den Strategischen Rahmen für Pflege 2025-2027, betont die Notwendigkeit von mehr Stabilität, mehr beruflicher Anerkennung und besseren Arbeitsbedingungen. Diese gelten als zentrale Hebel, um die Abwanderung von Fachkräften zu bremsen. Bleibt die Entwicklung bestehen, könnte sie die langfristige Tragfähigkeit der europäischen Gesundheitssysteme gefährden.

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