Seine Rückgabe wurde am 20. Februar offiziell bekannt gegeben, nachdem das französische Parlament seiner Entfernung aus den Sammlungen des Nationalmuseums zugestimmt hatte, um seine Rückkehr zu ermöglichen.
Frankreich hat am Freitag die Trommel Djidji Ayokwe an die Elfenbeinküste zurückgegeben. Sie war 1916 von französischen Kolonialtruppen geplündert und nach Frankreich gebracht worden. Die Rückgabe ist Teil der seit fast zehn Jahren andauernden Bemühungen der französischen Regierung, Kulturgüter an afrikanische Staaten zurückzuführen.
Es handelt sich um die erste Rückgabe dieser Art an die Elfenbeinküste. Sie ist Teil einer breiteren Initiative europäischer und westlicher Regierungen, wertvolle Kulturgüter nach jahrzehntelangem Widerstand an ihre Herkunftsländer zurückzugeben.
Seine Rückgabe war am 20. Februar offiziell angekündigt worden, nachdem das französische Parlament seiner Entfernung aus den Sammlungen des Nationalmuseums zugestimmt hatte, um die Rückführung zu ermöglichen.
Die Elfenbeinküste hatte Ende 2018 die Rückgabe des Djidji Ayokwe bereits beantragt – als eines von 148 Kunstwerken, die während der Kolonialzeit aus dem Land gestohlen worden waren.
Die Trommel traf an Bord eines eigens gecharterten Flugzeugs in Abidjan, der größten Stadt des Landes, ein. Sie wurde in einer großen Holzkiste transportiert, die mit der Aufschrift "Fragil" versehen war.
"Moment der Gerechtigkeit und Erinnerung"
Die mehr als drei Meter lange und 430 Kilogramm schwere Holztrommel – deren Name "Panther-Löwe" bedeutet – wurde von der Gemeinschaft der Ebrié verwendet, um auf Gefahren hinzuweisen, Truppen für den Krieg zu mobilisieren oder die Dorfbewohner zu Zeremonien einzuberufen.
Sie wurde 1916 von den Kolonialbehörden beschlagnahmt, 1929 nach Frankreich verschifft und in Paris ausgestellt.
"Dies ist ein historischer Tag, und ich bin tief bewegt", sagte Kulturministerin Françoise Remarck, als sie die Trommel bei ihrer Ankunft am Flughafen in Empfang nahm. Mitglieder der Ebrié-Gemeinschaft begleiteten den Moment mit Gesang und Trommeln.
"Wir erleben einen Moment der Gerechtigkeit und der Erinnerung", fügte die Ministerin hinzu.
"Wir sind glücklich und erleichtert, dass dieses heilige Stück unserer Kultur in seine Heimat zurückgekehrt ist", sagte Aboussou Guy Georges Mobio, der Chef des Dorfes Ébrié, zur Nachrichtenagentur AFP.
Die Trommel werde zunächst an einem "sicheren Ort" aufbewahrt, um ihr die Möglichkeit zu geben, sich zu akklimatisieren, sagte die Kulturministerin.
Sie wird im Musée des Civilisations in Abidjan ausgestellt, das eigens für diesen Anlass renoviert wurde.
Frankreich treibt Rückgabe kolonialer Kulturgüter voran
2018 hatte der französische Präsident Emmanuel Macron angekündigt, Kulturgüter an afrikanische Länder zurückzugeben. Grundlage war ein Bericht, den er bei Wissenschaftlern in Auftrag gegeben hatte und der entsprechende Rückführungen empfahl.
Im vergangenen Jahr verabschiedete das französische Parlament ein Sondergesetz, das die Entfernung des ivorischen Artefakts aus französischen Sammlungen und damit seine Rückgabe ermöglichte.
Die Trommel ist eines von Hunderten von Kulturgütern, die Frankreich künftig an afrikanische Staaten zurückführen will. Ein neues Gesetz soll diesen Prozess beschleunigen und umfassendere Rückgaben ermöglichen.
Auch der Senegal und Benin haben die Rückgabe ihrer Kulturschätze gefordert. Ende 2020 verabschiedete das französische Parlament bereits ein Gesetz, das die endgültige Rückgabe von 26 Objekten aus den königlichen Schätzen von Dahomey an Benin vorsieht.
Die Rückgabe während der Kolonialzeit geraubter Kulturgüter ist inzwischen zu einem sensiblen Thema geworden. Museen, Institutionen und private Sammler in Europa und den USA stehen zunehmend unter Druck, solche Objekte an ihre Herkunftsländer zurückzugeben.