Die Ukraine intensiviert seit einigen Wochen ihre Vergeltungsangriffe aus großer Distanz auf Ziele in Russland, vor allem auf die Ölindustrie.
Ukrainische Streitkräfte haben einen Langstrecken-Drohnenangriff auf eine russische Ölraffinerie geflogen, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj und das Militär am Donnerstag mitteilten.
Auf X erklärte Selenskyj, seine Truppen hätten die Ölraffinerie im westrussischen Syzran getroffen, und veröffentlichte dazu ein Video, das Flammen und dichten schwarzen Rauch über der Anlage zeigt.
„Ich danke den Kämpfern der Unmanned Systems Forces und der Special Operations Forces für ihre Präzision“, schrieb Selenskyj und kündigte an, Kyjiw werde auch weiterhin russische Raffinerien ins Visier nehmen.
In einem Beitrag auf Telegram erklärten die Special Operations Forces, sie hätten den Einsatz gemeinsam mit dem ukrainischen Sicherheitsdienst SBU vorbereitet. Nach dem Angriff sei demnach ein „großes Feuer“ auf dem Gelände ausgebrochen.
Durch den Einsatz kamen zwei Menschen ums Leben, mehrere weitere wurden verletzt, teilte der Gouverneur der russischen Region Samara, Wjatscheslaw Fedorischtschew, mit.
Die Ukraine hat ihre Vergeltungsangriffe in größerer Entfernung auf Ziele in Russland in den vergangenen Wochen deutlich ausgeweitet, vor allem gegen Öl-Infrastruktur.
Kyjiw erklärte am Mittwoch, die ukrainischen Streitkräfte hätten bereits eine weitere Raffinerie in Kstowo getroffen.
Am Wochenende flog das ukrainische Militär einen seiner größten Drohnenangriffe seit Beginn der russischen Großinvasion und nahm dabei die Region Moskau ins Visier. Das russische Verteidigungsministerium meldete, die Luftabwehr habe von Samstagabend bis Sonntagmorgen landesweit mehr als 550 Drohnen abgeschossen.
„Unsere Antworten auf die Verlängerung des Krieges durch Russland und seine Angriffe auf unsere Städte und Gemeinden sind vollkommen gerechtfertigt“, sagte Selenskyj damals.
Moskau hält seit Beginn des umfassenden Angriffs im Februar 2022 einen nahezu ununterbrochenen Beschuss ukrainischer Städte mit Raketen und Drohnen aufrecht.
Ein russischer Angriff auf die Region Dnipro zu Wochenbeginn umfasste nach Angaben Selenskyjs 524 Angriffsdrohnen und 22 Raketen und dauerte mehr als sechs Stunden. Ziel seien sowohl Wohnhäuser als auch Energieanlagen gewesen.