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Wahrheit gegen die Macht: Die stärksten Protestsongs des Jahrzehnts

Gegen die Mächtigen singen: Die besten Protestsongs der vergangenen zehn Jahre
Wahrheit gegen die Mächtigen: Die besten Protestsongs der letzten zehn Jahre Copyright  AP Photo - Canva
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Von David Mouriquand
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Seit jeher nutzen Musiker ihre Songs, um gegen Krieg, Ungleichheit und Unterdrückung anzusingen. Euronews Kultur stellt die prägendsten Protestlieder des letzten Jahrzehnts vor.

WARNUNG: Dieser Artikel enthält Ausdrücke, die manche als anstößig empfinden könnten.

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„Dieses ganze Gerede von Kunst um der Kunst willen ist Bullshit. Wovon reden diese Leute eigentlich? Willst du mir ernsthaft erzählen, Shakespeare und Aischylos hätten nicht über Könige geschrieben? Gute Kunst ist immer politisch – es gibt keine, die es nicht ist. Und die, die sich große Mühe geben, unpolitisch zu bleiben, sind politisch, indem sie sagen: ‚Wir lieben den Status quo.‘“ - Toni Morrison -

Entgegen manch törichter Behauptung gehören Kultur und Politik zusammen. Kunst in all ihren Formen hält der Welt einen Spiegel vor und zeigt die zerrissenen Zeiten, in denen wir leben.

Vor allem die Musik kennt eine lange Geschichte von Aufruhr und Widerstand. Protestsongs dienen Musikerinnen und Musikern als Werkzeug, um anzuprangern, zu stärken, zu motivieren und Veränderung anzustoßen.

Von Aretha Franklin bis Rage Against The Machine, über Nina Simone, Fela Kuti, Bob Marley, Marvin Gaye, Bob Dylan, NWA, Public Enemy, Dead Kennedys, The Clash oder Bikini Kill – die Liste ließe sich lange fortsetzen. Die Tradition politischer und gesellschaftlich engagierter Songs ist alles andere als neu.

Wer behauptet, die Hochphase des Protestsongs habe in den siebziger Jahren gelegen, hört nicht genau hin. Die Kunst des musikalischen Protests lebt – und wie. Bands und Acts wie System Of A Down, Run The Jewels, Kendrick Lamar oder Fontaines D.C. bringen ihren Widerspruch weiterhin in Songs zum Ausdruck. Allein in diesem Jahr hat Bruce Springsteen mit „Streets Of Minneapolis“ einen Song veröffentlicht, in dem er „King Trump und seine Privatarmee“ nach der Tötung von Alex Pretti und Rennee Good durch ICE-Agenten anklagt; U2 haben zwei politisch aufgeladene EPs vorgelegt; und Massive Attack haben sich mit Tom Waits zusammengetan und eine der kraftvollsten Protesthymnen des einundzwanzigsten Jahrhunderts aufgenommen.

Kann Musik die Welt verändern? Sie kann zumindest Bewusstsein wecken und all jene stärken, die genau hinhören.

Hier ist unsere nicht vollständige Liste der einflussreichsten Protestsongs der vergangenen zehn Jahre – Kunst von Menschen, die überzeugt sind, dass Musik die Welt zum Besseren verändern kann.

Beyoncé & Kendrick Lamar – Freedom (2016)

Seit ihrer Veröffentlichung im Jahr 2016 hat sich diese Gospel-Rock-Nummer zu einer Hymne verschiedenster sozialer und politischer Bewegungen entwickelt – besonders der George-Floyd-Proteste 2020 und von Kamala Harris’ Präsidentschaftskampagne 2024. Der Song erzählt von Diskriminierung und Vorurteilen und stellt sich Unterdrückung in all ihren Formen entgegen. Wenn Beyoncé singt: „I can’t move“, klingt darin „I can’t breathe“ an – Eric Garners letzte Worte, bevor ihn die Polizei zu Tode würgte. Laut einer New-York-Times-Recherche aus dem Jahr 2020 haben mehr als siebzig Menschen, die in Polizeigewahrsam in den USA starben, genau diese drei Wörter gesagt.

Schlüsselzeilen: “Freedom / Freedom / I can't move / Freedom, cut me loose”

Pussy Riot – Putin Lights Up The Fires (2016)

Das russische feministische Punkkollektiv Pussy Riot rebelliert seit Jahren gegen Unterdrückung, Homophobie und Sexismus und gehörte zu den ersten Gruppen, die Wladimir Putin direkt ins Visier nahmen. Viele ihrer Songs greifen ihn an – etwa „Organs“ oder „Putin Has Pissed Himself“. „Putin Lights Up The Fires“ sticht dabei als Punkhymne heraus, auf die auch Bikini Kill stolz wären. Noch beeindruckender: Das Kollektiv macht unmissverständlich klar, dass selbst angesichts von Haftstrafen Schweigen keine Option ist.

Schlüsselzeilen: (Übersetzung) "The country is going to the streets with audacity / The country is going to say goodbye to the regime / The country is a wedge of feminists / And Putin is going"

Kae Tempest – Europe Is Lost (2016)

In „Europe Is Lost“ formuliert Kae Tempest einen scharfen, unbarmherzigen Aufruf zum Handeln. Der Song richtet sich gegen Gleichgültigkeit und das bequeme „Gedanken und Gebete“-Aktivismus-Gefühl vom Sofa aus. Angesichts des weltweiten Chaos benennt Tempest unbequeme Wahrheiten – und unsere eigene Heuchelei, wenn wir das Elend vor unseren Augen ignorieren. Ein perfektes Gegenstück dazu ist der Song „People’s Faces“ von 2019, ein herzzerreißendes Stück über ein zerbrochenes Großbritannien, die Wunden des Brexits und den Trost, den man in den Gesichtern anderer Menschen finden kann.

Schlüsselzeilen: “Meanwhile the people were dead in their droves / And no, nobody noticed / Well, some of them noticed / You could tell by the emoji they posted”

Anohni – Drone Bomb Me (2016)

„Drone Bomb Me“ ist ein zugleich kraftvoller und zerbrechlicher Song über Geopolitik, Drohnenkrieg und die Zerstörung von Menschlichkeit – erzählt aus der Perspektive eines jungen afghanischen Mädchens, dessen Familie getötet wurde und das sich nun dasselbe Schicksal wünscht. Das Lied steht auf dem treffend betitelten Album „Hopelessness“, das auch den Song „4 Degrees“ enthält – ein engagiertes Stück über unsere Heuchelei im Angesicht der Klimakrise.

Schlüsselzeilen: “Drone bomb me / Blow me from the mountains / And into the sea”

Nadine Shah – Out The Way (2017)

Auf ihrem politisch aufgeladenen dritten Album „Holiday Destination“, dem Nachfolger des großartigen „Fast Food“, setzt sich „Out The Way“ mit Nationalismus und der Dämonisierung von Migrantinnen und Migranten durch die politische Rechte auseinander. Shah, selbst Tochter von Einwanderern in zweiter Generation, verbindet Konfrontation mit großer melodischer Kraft und prangert Entmenschlichung auf eindringliche Weise an.

Schlüsselzeilen: “You say "Out the way! Out the way! Out!" / Where would you have me go? / I'm second generation, don't you know?”

Hurray For The Riff Raff – Pa’lante (2017)

„Pa’lante“ leitet sich von der spanischen Redewendung „para adelante“ – „vorwärts“ – ab. Der Song, der vorletzte Track auf dem unbedingt hörenswerten Album „The Navigator“, ist Alynda Segarras mitreißender Aufruf zum Durchhalten. Die Sängerin mit puerto-ricanischen Wurzeln klagt die systematische Unterdrückung und kulturelle Auslöschung von Puerto-Ricanerinnen und Puerto-Ricanern an. Es ist ein Hoffnungsschrei angesichts wirtschaftlicher, kultureller und ökologischer Zerstörung – und zugleich ein vollkommen fesselnder Song. Wer Hurray For The Riff Raff einmal live erlebt, wird mit etwas Glück „Pa’lante“ als Zugabe hören. Gänsehaut ist garantiert.

Schlüsselzeilen: “Colonized, and hypnotized, be something / Sterilized, dehumanized, be something / Well, take your pay / And stay out the way, be something / Ah, do your best / But fuck the rest, be something”

Kneecap – C.E.A.R.T.A. (2017)

Die irische Rapgruppe Kneecap veröffentlichte 2017 ihre erste Single, deren Titel „Rechte“ bedeutet. Der Entstehungsmythos: Ein Bandmitglied und ein Freund sprühten das Wort an eine Bushaltestelle. Die Polizei, im nordirischen Slang „peelers“ genannt, nahm sie fest und sperrte sie über Nacht ein, weil sie sich weigerten, Englisch zu sprechen. Das Erlebnis steckt im Song – und im großartigen Film Kneecap. „C.E.A.R.T.A“ wurde von einigen Radiosendern verbannt – trotzdem verschaffte der Track der Band den Durchbruch. Dass der Erfolg zeitlich mit dem irischen Language Act im britischen Parlament zusammenfiel, der die irische Sprache offiziell anerkennen und schützen sollte, war sicher kein Nachteil.

Schlüsselzeilen: (Übersetzung) “I don't give a fuck about any Garda / A lit joint, I'm too fast / You won't see me standing too long”

Childish Gambino – This Is America (2018)

Donald Glover, der unter dem Namen Childish Gambino auftritt, veröffentlichte 2018 diesen eingängigen, aber hochpolitischen Song. Er erzählt vom Leben Schwarzer Menschen in den USA, prangert tief verwurzelten Rassismus an und richtet sich gegen die Gewalt, die aus Vorurteilen erwächst. Am deutlichsten wird das in dem eindringlichen, voller Symbolik steckenden Musikvideo. Mit jedem Jahr, das in den Vereinigten Staaten vergeht, wirkt „This Is America“ mehr wie ein schonungsloser Lagebericht zur Nation.

Schlüsselzeilen: “This is America / Don't catch you slippin' now / Look at how I'm livin' now / Police be trippin' now”

Angèle – Balance Ton Quoi (2019)

Im Zuge der #MeToo-Bewegung – auf Französisch unter dem Hashtag #BalanceTonPorc („Verpfeif dein Schwein“) – veröffentlichte die belgische Sängerin Angèle einen offenen Song über den Alltagssexismus, dem Frauen ständig ausgesetzt sind. Ihre Texte prangern an, dass Frauen noch immer wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden. Auf dem Singlecover trägt Angèle ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Frauen brauchen mehr Schlaf als Männer, denn der Kampf gegen das Patriarchat ist ermüdend.“

Schlüsselzeilen: (Übersetzung) “People say to me, implicitly: ‘For a pretty girl, you're not that dumb’ / ‘For a funny girl, you're not that ugly’ / ‘Your parents and your brother help, they must be useful”

H.E.R. - I Can’t Breathe (2020)

H.E.R. gewann mit „I Can’t Breathe“ den Grammy für den Song des Jahres und bei den MTV Video Music Awards den Preis „Video For Good“. Das Lied ist eine klagende, entschlossene Forderung nach Veränderung angesichts immer neuer Tragödien. Titel und Text verweisen auf Polizeigewalt und den institutionellen Rassismus im Herzen der USA. Es ist ein klarer, eloquenter Protestsong, dessen Wirkung der Videoclip verstärkt: Zu sehen sind Demonstrationen rund um den Globus gegen Polizeigewalt und Rassismus. Das Video erinnert zudem an Opfer von Polizeigewalt, unter anderem an George Floyd, Ahmaud Arbery und Philando Castile.

Schlüsselzeilen: “All of the names you refuse to remember / Was somebody’s brother, friend / Or a son to a mother that’s crying, saying / I can’t breathe, you’re taking my life from me”

Run The Jewels – A Few Words For The Firing Squad (Radiation) (2020)

Run The Jewels haben nie davor zurückgeschreckt, deutliche politische Statements zu setzen. Das Finale ihres großartigen vierten Albums „RTJ4“ ist ein weiteres Beispiel für ihre sprachliche Brillanz und ihr Engagement. Der Song ist eine flammende Anklage gegen Unterdrückung und ein Appell, dass sich die Gesellschaft weiterentwickeln muss. Der Titel spielt auf die Tradition der letzten Worte vor einer Hinrichtung an; „Firing Squad“ deutet darauf hin, dass jemand von einem repressiven Regime erschossen wird. Viele Zeilen verweisen auf frühere Protestsongs – etwa das Bild von Körpern, die wie „strange fruit“ an Bäumen hängen, eine Anspielung auf Billie Holidays Bürgerrechtssong über die Lynchmorde an Schwarzen in den USA.

Schlüsselzeilen: “This is for the do-gooders that the no-gooders used and then abused / For the truth tellers tied to the whippin' post, left beaten, battered, bruised / For the ones whose body hung from a tree like a piece of strange fruit / Go hard, last words to the firing squad was, "Fuck you too"

Fiona Apple – Under The Table (2020)

Die unvergleichliche Fiona Apple thematisiert seit langem sexistische Verhaltensweisen, komplexe soziale Beziehungen und Geschlechterungleichheiten. 2017 veröffentlichte sie mit „Tiny Hands“ sogar einen Anti-Trump-Song zu Ehren des Women’s March in Washington. Drei Jahre später folgte ihr Meisterwerk, das Album „Fetch The Bolt Cutters“, mit Songs über das Schweigenbrechen und die Möglichkeit von Befreiung nach Missbrauch. „Under The Table“ gehört dazu – ein leidenschaftlicher Aufruf, die gesellschaftlichen und kulturellen Erwartungen abzuschütteln, die Frauen routinemäßig auferlegt werden.

Schlüsselzeilen: “Kick me under the table all you want / I won't shut up / I won't shut up”

Bob Vylan – We Live Here (2020)

„This place has got so ugly / But this is my fucking country / And it’s never been fucking lovely.“ Dieser wütende Track des umstrittenen britischen Punk-Rap-Duos Bob Vylan erschien im Sommer der Black-Lives-Matter-Proteste und zerschlägt das Bild Großbritanniens als angeblich tolerante Nation. Der Song zeichnet das Bild eines Landes, das tief beschädigt ist und weiterhin von rassistischen Übergriffen geprägt wird.

Schlüsselzeilen: “Strong black man in the making / Hated by the place I was made in / This country is finished, but they're proud to be British / Who are they kidding?”

Shervin Hajipour – Baraye (2022)

2022 teilte der iranische Sänger Shervin Hajipour seinen Song „Baraye“ über einen Instagram-Post mit der Welt. Er schrieb ihn als Reaktion auf die Proteste nach dem Tod von Mahsa Amini, der zweiundzwanzigjährigen Frau, die von Irans Sittenpolizei wegen angeblich falsch getragenem Hijab festgenommen wurde und an den Folgen der Misshandlungen in Haft starb. „Baraye“ wurde zur Hymne der „Frau, Leben, Freiheit“-Bewegung. 2023 schrieb der kraftvolle Song Geschichte, als er den ersten Grammy in der neuen Kategorie „Best Song for Social Change“ gewann. Die damalige First Lady der USA, Jill Biden, nannte das Stück bei der Preisvergabe einen „kraftvollen und poetischen Ruf nach Freiheit und Frauenrechten“. Ein Jahr später wurde Hajipour zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt – wegen „Anstiftung und Aufwiegelung zur Störung der nationalen Sicherheit“. Glücklicherweise erhielt er später eine Begnadigung.

Schlüsselzeilen: (Übersetzung) “For the tired and sleepless nerves / For men, homeland, eternity / For the girl who wanted a boy / or woman, life, freedom / For freedom / For freedom”

Fontaines D.C. - I Love You (2022)

Wie Kneecap machen auch die irischen Post-Punker Fontaines D.C. ihrem Zorn über heutige Politik und die frischen Wunden der Geschichte Luft – und zeigen zugleich ihre Solidarität mit Palästinenserinnen und Palästinensern, die von Völkermord bedroht sind. Frontmann Grian Chatten beschreibt „I Love You“ als den ersten „offen politischen Song“ der Band. Auf den ersten Blick klingt er wie eine Liebeserklärung an eine Person. Doch schnell wird klar: Gemeint ist Irland. Der Track ist ein Protestsong über eine verlorene Jugend in Zeiten politischer Unsicherheit. Er ist zugleich konkret in seiner Kritik an der Situation in Irland und universell in seiner Beschreibung des Schmerzes, wenn man begreift, dass man an den einst geliebten Ort nie mehr wirklich zurückkehren kann. „I Love You“ ist ein modernes Meisterwerk im Kanon der Protestsongs.

Schlüsselzeilen: “Selling genocide and half-cut pride, I understand / I had to be there from the start, I had to be the fucking man / It was a clamber of the life, I sucked the ring off every hand / Had 'em plying me with drink, even met with their demands”

Rina Sawayama – This Hell (2022)

„This Hell“ ist der Sound der japanisch-britischen Sängerin Rina Sawayama im Widerstand gegen religiöse Extremisten, die die queere Community mit Gewalt ins Visier nehmen. Der Song stammt von ihrem zweiten Studioalbum „Hold The Girl“. Sawayama reizt Homophobe, prangert Hass und Bigotterie an und liefert zugleich eine empowernde LGBTQ-Hymne. Zum Release – mitten im Pride-Monat – erklärte sie, sie habe „einen westlichen Popsong schreiben wollen, der GEMEINSCHAFT und LIEBE feiert, in einer Zeit, in der die Welt wie die Hölle wirkt“.

Schlüsselzeilen: “Don't know what I did, but they seem pretty mad about it / God hates us? Alright then / Buckle up, at dawn we're riding”

Iyah May – Karmageddon (2025)

Die australische Sängerin und frühere Notärztin Iyah May sorgt mit „Karmageddon“ für viel Aufmerksamkeit – und Kontroversen. Der Song ist in den sozialen Medien viral gegangen und einer der spaltendsten dieser Liste. Berichten zufolge hat ihr Management sie fallen gelassen, weil sie sich weigerte, bestimmte Textzeilen zu ändern. Darin kritisiert sie unter anderem die Pharmaindustrie, Cancel Culture, Gewalt gegen Frauen, das Waffenrecht, ein „menschen-gemachtes Virus“ (Anspielung auf COVID) und Völkermord. Es ist ein Schrotflintenansatz, der viele Themen gleichzeitig aufs Korn nimmt. Manche feiern ihre kompromisslose „Mir doch egal“-Offenheit; andere beklagen, dass der Song von der extremen Rechten vereinnahmt wird.

Schlüsselzeilen: “Diss tracks about beating up your queen / While women dying doesn't cause a scene / While we're fed all these distractions / Kids are killed from Israel's actions”

Massive Attack & Tom Waits – Boots On The Ground (2026)

2026 sind bereits mehrere Protestsongs erschienen – von Bruce Springsteen, der Trump musikalisch den Stinkefinger zeigt und den Opfern der ICE-Einsätze gedenkt, bis hin zu U2, die eine politisch aufgeladene EP veröffentlicht haben, in der es darum geht, wie „America will rise against the people of the lie“ und wie man in Zeiten der Gewalt mit Mitgefühl leben kann. Der wohl kraftvollste Song bislang stammt jedoch von den britischen Trip-Hop-Ikonen Massive Attack und dem legendären US-Singer-Songwriter Tom Waits: „Boots On The Ground“. Der Song zielt frontal auf die Verbrechen der ICE-Behörde und den größeren Zustand der Welt: „Across the western hemisphere, state authoritarianism and the militarisation of police forces are fusing again with neo-fascist politics.“ Die Musik ist einzigartig gespenstisch, die Wirkung kaum zu leugnen. Begleitet wird der Track von einem bewegenden Video mit Arbeiten des Foto-Künstlers thefinaleye. Wenn Künstlerinnen und Künstler dieses Kalibers so aufrüttelnde Songs liefern, macht das Hoffnung, dass die Menschheit doch noch nicht verloren ist.

Schlüsselzeilen: “Now who the hell are these federal pricks? / Hiding in the Senate like a bloated-ass tick / Air-conditioned fuckstick loafers / Sittin' in a room full of army posters”

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