Ein zweiwöchiges Festival in sieben Städten zeigt Sprache und Kultur Frankreichs und befeuert in Kasachstan das Interesse an frankophoner Bildung.
Englisch- und spanischsprachige Songs dominieren die Popcharts. Doch Frankreich hält mit seiner eigenen Musikkultur weiter die Flagge hoch.
Jüngste Station dieser frankophonen Offensive ist Kasachstan. Dort lief in diesem Monat die sechzehnte Ausgabe des „Frühling der Frankophonie“, eines breit angelegten Kulturprogramms in sieben Städten, das die weltweite Verbreitung der französischen Sprache sichtbar machen soll.
Das jährliche Festival stellt die Vielfalt der französischsprachigen Kulturen in den Mittelpunkt. Organisiert wird es von den Botschaften Belgiens, Kanadas, Frankreichs, Litauens, Marokkos, Rumäniens, Armeniens und der Schweiz. Der Radius der Veranstaltung wächst seit Jahren stetig – ein Zeichen dafür, wie stark sich die Menschen vor Ort inzwischen einbringen.
„Hier in Astana wollen wir zeigen, dass die französische Sprache nicht nur für Frankreich steht, sondern für viele Länder, in denen Französisch gesprochen wird. Sie ist auf allen fünf Kontinenten zu Hause und eröffnet den Zugang zu Kultur, Auslandsstudium, Tourismus und Wirtschaft“, sagt Sylvain Guiaugue, der französische Botschafter in Kasachstan.
Kino, Musik und kultureller Austausch
Auf dem Programm standen Filmvorführungen, Ausstellungen, Konzerte und öffentliche Diskussionen. Eröffnet wurde der Reigen mit einem Kurzfilmabend. Es folgte eine Woche des französischen Kinos mit Filmen wie When Fall Is Coming von François Ozon, The Art of Nothing von Stefan Liberski sowie dem Animationsfilm Little Amélie or the Character of Rain von Liane-Cho Han und Maïlys Vallade.
Weitere Höhepunkte waren eine Ausstellung über den Wiederaufbau von Notre-Dame de Paris sowie Konzerte des französischen Sängers Voyou und der Pianistin Christine Fonlupt.
„Ich setze mich, auch in Frankreich, dafür ein, auf Französisch zu singen und die bestmöglichen Texte zu schreiben. Deshalb bedeutet es mir sehr viel, hier auf Französisch auftreten zu können“, sagt Voyou.
Wachsende Nachfrage nach Französisch
Das Interesse an französischer Sprache und Kultur nimmt in Kasachstan stetig zu. Derzeit lernen rund 11.000 Menschen im Land Französisch; geschätzt 25.000 sprechen die Sprache fließend.
Im Jahr 2024 unterzeichnete Kasachstan mit der Agentur für französische Auslandsschulbildung ein Abkommen über den Bau von zwei französischen Schulen in Astana und Almaty. Beobachter werten dies als Reaktion auf die wachsende Nachfrage.
„Das zeigt, dass es ein echtes Interesse gibt, die frankophone Kultur und Modernität zu entdecken – im Kino, in der Musik oder in Ausstellungen“, sagt Guiaugue.
Auch Voyou beobachtet viel Begeisterung beim Publikum vor Ort. „Ich habe mich so gefreut zu sehen, dass die Menschen in diesem Teil der Welt diese Sprache lernen“, sagt er.
Französisch: Sprache mit globalem Netzwerk
Mit weltweit mehr als 390 Millionen Sprecherinnen und Sprechern gehört Französisch weiterhin zu den meistgenutzten Sprachen. Auf fünf Kontinenten wird es gesprochen, in 29 Staaten ist es Amtssprache. Zudem spielt es eine zentrale Rolle in internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen, der NATO und der Europäischen Union.
Rund 90 Staaten gehören der Internationalen Organisation der Frankophonie an. Das unterstreicht die Größe dieser weltweiten Gemeinschaft französischsprachiger Länder.
Mit jeder Ausgabe gewinnt der Frühling der Frankophonie in Kasachstan an Größe. Nach Ansicht der Organisatorinnen und Organisatoren entwickelt sich das Festival zu einer immer wichtigeren Plattform für kulturellen Austausch – und zu einem Spiegel der wachsenden Offenheit des Landes für mehrsprachige Bildung und internationale Zusammenarbeit.