Die starke Erschütterung war in weiten Teilen Süditaliens zu spüren. Das Epizentrum lag im Tyrrhenischen Meer vor der Küste Kalabriens. Nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) ist die Region für tiefe Erdbeben bekannt.
Ein starkes Erdbeben hat in der Nacht zum Dienstag weite Teile Süditaliens erschüttert. Das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) registrierte ein Beben der Stärke 6,2. Das Epizentrum lag im Tyrrhenischen Meer vor der kalabrischen Küste nahe der Gemeinde Belmonte Calabro in der Provinz Cosenza.
Der Erdbebenherd befand sich in einer Tiefe von rund 250 Kilometern. Die Erschütterungen waren entlang der tyrrhenischen Küste deutlich zu spüren. Berichte über Schäden oder Verletzte lagen zunächst jedoch nicht vor. Das Beben wurde auch in Neapel und im Vesuvgebiet sowie in Teilen Kalabriens, der Basilikata, Apuliens und Siziliens wahrgenommen. Nach dem Beben nahm der regionale Zivilschutz Kontakt zu den Gemeinden in der Nähe des Epizentrums auf, darunter Amantea, Cetraro und Lamezia Terme.
Nach bisherigen Angaben wurden dort keine Schäden festgestellt. Auch der Bürgermeister von Cosenza, Franz Caruso, erklärte, die Lage sei unter Kontrolle. Die Feuerwehr führte entlang der tyrrhenischen Küste der Provinz Cosenza vorsorgliche Kontrollen durch, um mögliche Schäden auszuschließen.
Warum das Erdbeben trotz seiner Stärke keine Schäden verursachte
Obwohl das Erdbeben eine Magnitude von 6,2 erreichte, wurden bislang keine Schäden gemeldet. Ausschlaggebend war vor allem die große Tiefe des Bebens. Das Hypozentrum lag rund 250 Kilometer unter der Erdoberfläche – deutlich tiefer als bei den meisten zerstörerischen Erdbeben. Durch diese Tiefe verlor ein erheblicher Teil der freigesetzten Energie auf dem Weg zur Oberfläche an Intensität.
Die Erschütterungen waren zwar in weiten Teilen Süditaliens spürbar, fielen an der Erdoberfläche jedoch deutlich schwächer aus. Dadurch sank das Risiko für Schäden an Gebäuden und Infrastruktur erheblich. Nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) steht das Beben mit der Subduktion der ionischen Lithosphäre unter Kalabrien in Zusammenhang.
Dabei schiebt sich eine tektonische Platte unter eine andere – ein geologischer Prozess, der für das südliche Tyrrhenische Meer typisch ist. Die Region ist für tiefe Erdbeben bekannt. In der Vergangenheit wurden dort bereits mehrfach Erschütterungen mit Magnituden von mehr als 5 registriert, deren Erdbebenherde in ähnlichen Tiefen lagen.