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Oscars: Neue Regeln – KI-Darsteller und Drehbücher gehen leer aus

Oscars: Neue Regeln – KI-Schauspieler und -Drehbücher gehen leer aus
Oscars verschärfen Regeln: KI-Darsteller und -Drehbücher gehen leer aus Copyright  AP Photo - Canva
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Von David Mouriquand
Zuerst veröffentlicht am
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Die Oscar-Akademie verschärft ihre Regeln für KI: Drehbücher müssen von Menschen stammen, bei der Schauspielerei bleiben viele Formulierungen vage.

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences befasst sich erstmals offiziell mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) bei Schauspielleistungen und Drehbüchern für die Oscars 2027.

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Im Rahmen der jährlichen Überprüfung der Regeln zur Oscar-Zulassung nimmt die Akademie nun auch das Thema KI auf.

In den neuen Richtlinien heißt es, die Werkzeuge verschafften weder Vor- noch Nachteile bei einer möglichen Nominierung. Jede Sparte bewerte die Leistung danach, in welchem Maß ein Mensch im Zentrum der kreativen Autorschaft stand, wenn sie über eine Auszeichnung entscheide. Zugleich behält sich die Akademie das Recht vor, vom Filmteam weitere Informationen über Art und Umfang des KI-Einsatzes sowie über die „menschliche Autorenschaft“ anzufordern.

„Menschen müssen im Mittelpunkt des kreativen Prozesses stehen“, sagte Academy-Präsidentin Lynette Howell Taylor. „Wenn sich KI weiterentwickelt, entwickeln sich unsere Gespräche darüber mit. Für die Akademie wird die menschliche Autorenschaft jedoch immer im Zentrum des Verfahrens für die Oscar-Zulassung stehen.“

Bei den Schauspielkategorien berücksichtigt die Akademie nur Rollen, die nachweislich von Menschen und mit deren Einverständnis gespielt wurden.

Die Organisation wollte nicht kommentieren, ob der kommende, per KI erzeugte Auftritt von Val Kilmer zulässig wäre.

„Das prüfen wir von Fall zu Fall“, sagte Kramer. „Wie alle in unserer Branche und weltweit werden auch wir das jedes Jahr neu bewerten.“

Deutlich klarer formuliert sind die Regeln in den Drehbuchkategorien: Drehbücher müssen von Menschen geschrieben sein, sonst sind sie nicht zugelassen.

Eine weitere deutliche Neuerung: Schauspielerinnen und Schauspieler können nun mit mehreren Leistungen in derselben Kategorie nominiert werden. Jahrzehntelang war eine doppelte Nominierung in einer Sparte ausgeschlossen.

Außerdem hat die Akademie ihre langjährige Regel überarbeitet, nach der in der Kategorie Bester internationaler Film pro Land oder Region nur ein Beitrag berücksichtigt wurde, ausgewählt von einem örtlichen, von der Akademie anerkannten Komitee. Künftig kann ein nicht englischsprachiger Film auch dann qualifiziert sein, wenn er den Hauptpreis bei einem der großen Filmfestivals wie Berlin, Busan, Cannes, Sundance, Toronto oder Venedig gewinnt. Ein Land kann nun mehr als einen Film in der Kategorie nominiert haben, und als Nominierten führt die Akademie jeweils den internationalen Film selbst, nicht das Land oder die Region.

Die Änderungen der Akademie kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Spannungen in der Branche weiter wachsen. Immer mehr Stars sprechen über die existentielle Bedrohung durch KI, besonders seit KI-generierte Schauspielerinnen und Schauspieler Schlagzeilen machen.

Zeitlich fallen die neuen Regeln mit jüngsten Äußerungen von Evangeline Lilly zusammen. Sie hat Disney dafür kritisiert, im Zuge konzernweiter Entlassungen zahlreiche Marvel-Beschäftigte zu feuern, vor allem aus dem Bereich visuelle Entwicklung.

Seitdem wird spekuliert, der Konzern könnte seine Spezialeffekte verstärkt auf KI stützen, obwohl Marvel dies bislang nicht offiziell angekündigt hat.

Lilly, die in Marvels Ant-Man-Filmen die Hauptrolle spielte und in Avengers: Endgame zu sehen war, warf Disney auf Instagram vor, den Menschen den Rücken zu kehren, die den Erfolg des Marvel Cinematic Universe aufgebaut haben.

„Ich habe meinen guten Freund Andy Park kontaktiert, den kreativen Kopf hinter dem ursprünglichen Wasp-Superanzug und den Entwurfszeichnungen, und ich sagte: ‚Stimmt das? Passiert das wirklich?‘ Er sagte: ‚Ja, es stimmt.‘“

Sie fuhr fort: „Ich kann kaum fassen, dass Disney die Künstler gehen lässt, die mit ihrem Genie das Marvel-Universum zum Leben erweckt haben, und dass die Menschen, die diese Figuren erfunden und gestaltet haben, nun durch KI ersetzt werden. KI, die ihre Entwürfe nimmt, auf dem aufbaut, was sie geschaffen haben und daraus Varianten erzeugt. Es tut mir so leid, Andy. Es tut mir so leid für jede einzelne Künstlerin und jeden einzelnen Künstler, die entlassen wurden.“

Lilly schrieb in der Bildunterschrift auf Instagram: „Disney, SCHÄMT EUCH dafür, dass ihr den Menschen den Rücken kehrt, die die Macht aufgebaut haben, mit der ihr sie jetzt wegwerft“, und stellte anschließend die Gesetze infrage, die den Ersatz menschlicher Arbeit durch KI regeln.

„Wo sind die Gesetze, die alle menschliche Kunst aus den KI-Datenbanken ENTFERNEN?!?“, fragte sie. „Warum dürfen sie unsere Genialität stehlen und sie nutzen, um Manager reich zu machen, während die Künstlerinnen und Künstler, die ihre Roboter füttern, hungern müssen? Widerlich. Abgeordnete in Kalifornien … wo seid ihr?!?!?“

Die 99. Oscarverleihung findet am Sonntag, dem 14. März 2027, statt.

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