Über das Programm „Constellation“ leiht das Centre Pompidou in den kommenden vier Jahren Werke nach Seoul. Die Partnerschaft mit der Hanwha Cultural Foundation soll seine internationale Präsenz ausbauen.
Das Centre Pompidou wächst weiter und überschreitet erneut Grenzen. In Südkorea entsteht nun ein Ableger des Pariser Museums. Grundlage ist das Programm „Constellation“, über das das Haus Werke in Frankreich und weltweit verleiht.
Am vierten Juni eröffnet die koreanische Dependance im Stadtteil Yeouido, dem wichtigsten Finanzviertel von Seoul. Es ist der zweite Standort in Asien nach dem Haus in Shanghai.
„Anlässlich des hundertvierzigsten Jahrestags der diplomatischen Beziehungen zwischen Korea und Frankreich eröffnen wir das ‚Centre Pompidou Hanwha‘ im Rahmen einer Partnerschaft mit dem Centre Pompidou in Frankreich“, freute sich Jade Kaunhye Lim, Ausstellungsleiterin der kulturellen Hanwha-Stiftung.
Die Partner haben eine Zusammenarbeit für vier Jahre vereinbart. In der südkoreanischen Hauptstadt sollen pro Jahr zwei Ausstellungen entstehen, basierend auf den modernen und zeitgenössischen Sammlungen des Pariser Museums. „Wir planen, weltweit bekannte Meisterwerke der Moderne zu zeigen, dazu internationale Ausstellungen, die unser eigenes Team kuratiert“, erklärte sie.
Erste Ausstellung: Kubismus
Den Auftakt macht der Kubismus: „Les Cubistes: Inventer la vision moderne“. Nach Angaben der Hanwha Foundation for Culture umfasst die Schau mehr als hundert vom Centre Pompidou in Paris ausgeliehene Werke. Zu sehen sind Arbeiten von 54 Künstlern, darunter große Namen wie Pablo Picasso, Georges Braque und Fernand Léger.
„Der Kubismus ist eine anspruchsvolle Wahl, und ich denke, man kann sagen, dass dies die erste große Ausstellung ist, die in Asien seit fünfzig Jahren dem Kubismus gewidmet ist – mit mehr als hundert Werken, vor allem aus dem Centre Pompidou“, sagte Laurent Le Bon, Präsident des Centre Pompidou.
„Das ist eine grundlegende Dynamik, die wir für entscheidend halten. Wer den Kubismus wählt, entscheidet sich für die wichtigste Kunstbewegung des frühen zwanzigsten Jahrhunderts, die uns geholfen hat, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Für uns bedeutet dieses Projekt, ein starkes Signal zu senden“, betonte er.
Doch es geht nicht nur darum, dem koreanischen Publikum ausländische Kunst zu zeigen. „Wir wollen als Sprungbrett dienen und die koreanische Kunst mit Hilfe des weltweiten Netzwerks des Centre Pompidou auf die internationale Bühne bringen“, so Jade Kaunhye Lim abschließend.
Nach dem Kubismus sollen in dem neuen Kulturort in Seoul Werke von Künstlern wie Henri Matisse oder Marc Chagall zu sehen sein.