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Literatur erhält Bühne bei großem Musikfestival in Portugal

Literaturbühne bei NOS Alive 2026
NOS Alive 2026: Literarische Bühne Copyright  Arlindo Camacho / NOS Alive
Copyright Arlindo Camacho / NOS Alive
Von Ema Gil Pires
Zuerst veröffentlicht am
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Bei der 18. Ausgabe des Festivals NOS Alive setzt eine neue Literaturbühne Akzente: ein Raum für Bücher, Schreiben und die Kraft von Geschichten.

Bei Sommerfestivals steht meist die Musik im Mittelpunkt. In den vergangenen Jahren haben die großen Events in Portugal jedoch versucht, über die üblichen Konventionen hinauszugehen und auch anderen Ausdrucksformen der Kultur eine Bühne zu geben.

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Bei der diesjährigen Ausgabe von NOS Alive auf dem Passeio Marítimo de Algés in Lissabon bekommt die Literatur einen besonderen Zugang zum Publikum. Möglich macht dies eine Initiative, die laut Festivalorganisation (Quelle auf Portugiesisch) einen „Raum für Bücher, das Schreiben und die Kraft von Geschichten“ schafft.

Diese Literaturbühne, so der Name des neuen Bereichs, gehört zu den wichtigsten Neuerungen der inzwischen 18. Ausgabe eines der zuschauerstärksten Sommerfestivals Portugals. NOS Alive findet in diesem Jahr vom 9. bis 11. Juli statt und fasst maximal 55.000 Besucher pro Tag. Diese Marke erreicht das Festival bereits am Freitag und auch am Samstag, für beide Tage sind keine Karten mehr erhältlich.

Zu den eingeladenen portugiesischen Autoren gehört Valter Hugo Mãe, dessen Werk in mehrere Sprachen übersetzt ist – etwa Titel wie A Desumanização, O paraíso são os outros und O apocalipse dos trabalhadores. Er bestritt eines der Literaturgespräche am ersten Tag von NOS Alive, der am Donnerstag startete. Durch das Gespräch führte die Autorin und Medienfrau Ana Markl.

Im Gespräch mit Euronews betonte der Schriftsteller, er halte „alle Initiativen für wichtig, die das Buch den Menschen näherbringen, die das Buch dorthin bringen, wo die Menschen sind“. Deshalb sei es seiner Ansicht nach entscheidend, keine „Vorurteile darüber zu entwickeln, welcher Ort wofür geeignet ist, damit am Ende jeder Ort ein Ort für Bücher sein kann“.

Für Valter Hugo Mãe spielt Literatur eine zentrale Rolle. „Ich bin überzeugt, dass Bücher zutiefst humanisieren, sie sind ein Symptom für die Reife der Menschheit. Wo es Bücher gibt, gibt es Hoffnung; wo es Bücher gibt, bauen wir an etwas, das absolut unverzichtbar ist.“

Auf der Bühne mit Ana Markl warnte Valter Hugo Mãe außerdem vor den Gefahren, die neue Technologien und insbesondere Künstliche Intelligenz nicht nur für das kulturelle Schaffen, sondern für die Menschheit insgesamt mit sich bringen.

„Neue Technologien bringen ein gewisses Staunen mit sich, sie sind natürlich faszinierend, weil sie Lösungen eröffnen, nach denen wir uns immer gesehnt haben. Das Problem dieser Technologien beginnt in dem Moment, in dem sie nicht mehr nur unsere Probleme lösen, sondern möglicherweise eine Ersetzung dessen vorschlagen, was wir sind“, sagte der Autor.

Im künstlerischen Bereich, bei „diesen neuen Technologien, die scheinbar sowohl das Schreiben eines Textes als auch die Komposition eines Musikstücks erleichtern“, müsse jede und jeder verstehen, dass „diese Anziehungskraft der Vereinfachung uns nicht vor das stellt, was wirklich menschlich ist“, erläuterte Valter Hugo Mãe.

„Was hätte ich selbst von einem schönen Liebesgedicht, das mir eine Maschine ausgedacht hat? Letztlich ist ein schönes Liebesgedicht doch immer eine Art Beziehung zwischen jemandem, der liest, und jemandem, der schreibt“, reflektierte der portugiesische Schriftsteller.

Der Schriftsteller Valter Hugo Mãe und Ana Markl auf der Literaturbühne beim Gespräch über „Wie Bücher klingen“
Der Schriftsteller Valter Hugo Mãe und Ana Markl auf der Literaturbühne beim Gespräch über „Wie Bücher klingen“ Arlindo Camacho / NOS Alive

Zu den weiteren Namen mit Auftritt auf der Literaturbühne dieser NOS-Alive-Ausgabe zählen: Pedro Chagas Freitas, der ebenfalls am Donnerstag im Programm stand, ebenfalls im Gespräch mit Ana Markl; Afonso Cruz, Luísa Sobral und Pedro Boucherie Mendes am Freitagnachmittag; sowie Francisco Guimarães, Ana Bárbara Pedrosa, David Azevedo Lopes und Hugo van der Ding am Samstag, dem letzten Festivaltag.

Die Initiative fördert nicht nur die Diskussion über die literarische Welt, sie gibt dem Publikum auch die Möglichkeit, vor Ort Bücher der beteiligten Autorinnen und Autoren zu erwerben und signieren zu lassen. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten dieses Angebot.

Und für alle, die ein „Extra-Gewicht“ im Rucksack abschrecken könnte, gibt es eine Partnerschaft mit FNAC und den CTT – Correios de Portugal. So können die gekauften Bücher nach dem Erwerb kostenlos nach Hause geschickt werden.

Die Besucherinnen und Besucher lobten auch die Einrichtung dieses Literaturrraums und zeigten damit, dass auf einem Musikfestival Platz für weitere Kunstformen ist. NOS Alive setzt seit einigen Jahren darauf, sein kulturelles Angebot zu diversifizieren – etwa mit einer Bühne, auf der Fado die Hauptattraktion ist, und einer weiteren, auf der Comedy das Publikum mit viel Gelächter erobern will.

Dulce Pinto, eine von vielen Tausenden am ersten Festivaltag, berichtete Euronews, sie habe beim Betreten des Geländes am Donnerstag „nicht erwartet, ein kleines literarisches Eckchen zu finden“. Und schon gar nicht, „Valter Hugo Mãe beim Signieren von Büchern zu erleben“.

Für sie war das ein „Moment außerhalb des Gewohnten“, der durch eine „witzige und ansprechende Initiative“ Gestalt annahm. Diese „ergibt vollkommen Sinn“, fügte sie hinzu, denn Literatur sei ebenfalls eine Form von „kulturellem Ausdruck“ und „ein gutes Büchlein ist nie Ballast“.

Der Festivalbesucher Pedro Fernandes wiederum verriet, er sei „früher“ aufs Gelände gekommen, um die Gelegenheit zu nutzen, die „Talk“ zu besuchen, bei der Valter Hugo Mãe im Mittelpunkt stand. Eine solche Veranstaltung in einem Sommerfestival „ergibt vollkommen Sinn“, sagte er ebenfalls, denn Literatur sei, genau wie Musik, „auch Kultur und Kunst“.

Für diesen Besucher hat sich die Entscheidung, früher zu kommen, besonders gelohnt: „Ich habe die Möglichkeit gewonnen, Valter Hugo Mãe persönlich zu sehen. Es ist das erste Mal, dass ich ihn sehe. Und ich beginne jetzt, seinem Werk mit großem Interesse zu folgen. Außerdem war das Gespräch sehr interessant, denn sein letztes Buch, das jüngste [O Século dos Imbecis], behandelt ein Thema, das mich sehr interessiert.“

Viele Festivalbesucherinnen und -besucher kamen zur Literaturbühne, um die Talks des ersten Festivaltags zu verfolgen
Viele Festivalbesucherinnen und -besucher kamen zur Literaturbühne, um die Talks des ersten Festivaltags zu verfolgen Arlindo Camacho / NOS Alive

Auf musikalischer Ebene prägten am Donnerstag, dem 9. Juli, die Konzerte von Nick Cave & The Bad Seeds und Twenty One Pilots den ersten Tag der 18. NOS-Alive-Ausgabe. Sie waren die großen Headliner des Abends.

Foo Fighters, Skunk Anansie, Teddy Swims, Lorde, Florence + The Machine und Buraka Som Sistema gehören hingegen zu den Acts, auf die die Zehntausenden Festivalfans am Freitag und Samstag besonders warten. An beiden Tagen werden erneut viele Besucherinnen und Besucher auf dem Gelände erwartet.

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