Eine Kanadierin chinesischer Herkunft hat Berufung gegen eine einmonatige Untersuchungshaft in Belgien eingelegt. Sie soll als Praktikantin in einem wichtigen NATO-Zentrum in Belgien für einen Drittstaat spioniert haben.
Eine kanadische Staatsbürgerin chinesischer Herkunft wird verdächtigt, während eines Praktikums in einem strategisch wichtigen Zentrum der NATO im Süden Belgiens Spionage betrieben zu haben. Gegen eine verhängte einmonatige Untersuchungshaft hat sie nun Beschwerde eingelegt. Das teilte die belgische Bundesstaatsanwaltschaft am Donnerstag mit.
Die Beschwerde ging am Donnerstag bei der Anklagekammer ein. Diese muss nach Angaben der Staatsanwaltschaft innerhalb von zwei Wochen über den Fall entscheiden.
Verdächtige bleibt in Untersuchungshaft
Bereits am Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, die Verdächtige bleibe vorerst in Untersuchungshaft. Nach belgischem Recht endete die Frist für eine Anfechtung der Haftanordnung am Mittwochnachmittag.
Gegen die Frau wird wegen des Verdachts ermittelt, Spionagetätigkeiten für einen Drittstaat ausgeübt zu haben und einer kriminellen Organisation anzugehören. Sie soll während eines Praktikum beim Supreme Headquarters Allied Powers Europe (SHAPE) in der belgischen Stadt Mons Spionage betrieben haben.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf eine Sicherheitsquelle beruft, handelt es sich um eine Frau Anfang 30 namens Claire Z., die in der IT-Abteilung von SHAPE gearbeitet hat.
Festnahme unter Durchsuchung
Die Polizei in Charleroi durchsuchte am Donnerstag ihre Wohnung in Mons und ihr Büro bei SHAPE. Am Freitag nahm sie die Frau fest.
Die jüngsten Schritte der Justiz, darunter die Entscheidung vom Dienstag, die Verdächtige für einen Monat in Untersuchungshaft zu bringen, verdeutlichen die Schwere der Vorwürfe. Zugleich werfen sie Fragen zu den Sicherheitsvorkehrungen bei der NATO auf. Wurden wichtige Informationen nicht in ausreichendem Maße geschützt?
SHAPE gilt als strategisches Militärhauptquartier des Bündnisses und Sitz des Allied Command Operations. Dort planen und koordinieren Militärvertreter die Einsätze der Allianz. Ein SHAPE-Sprecher sagte Euronews, die von Belgien geführten Ermittlungen dauerten an.