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Filmfestspiele Venedig 2026: May el-Toukhys „Woman Unknown“ gewinnt den Goldenen Löwen

Festivalbesucher versammeln sich vor dem roten Teppich von „Oasis: Don't Look Back in Anger“ bei der 83. Ausgabe der Filmfestspiele von Venedig am Samstag, dem fünften September 2026
Festivalbesucher versammeln sich vor dem roten Teppich von „Oasis: Don't Look Back in Anger“ bei den 83. Filmfestspielen von Venedig am 5.9.2026 Copyright  AP Photo
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Von Manuela Scarpellini & Malek Fouda
Zuerst veröffentlicht am
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„Naza“ von Rachel Szork und Yuval Abraham wird mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet. „Possible Love“ von Lee Chang-dong erhält den Silbernen Löwen der Jury.

„Woman Unknown“ gewinnt den Goldenen Löwen, „Naza“ erhält den Spezialpreis der Jury bei der 83. Ausgabe der Internationalen Filmfestspiele von Venedig unter dem Vorsitz von Maggie Gyllenhaal.

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Die 21 Wettbewerbsfilme decken ein breites Spektrum an Themen und Stilen ab – von politischen Dokumentarfilmen bis zu internationalen Produktionen und Hollywood-Filmen.

Mehrere Beiträge lösten beim Publikum starke Reaktionen aus. Lang anhaltende stehende Ovationen prägten die Debatte über den diesjährigen Wettbewerb.

Der Film „Naza“, erst spät ins Programm des Festivals aufgenommen, erhielt bei seiner Premiere eine stehende Ovation von 25 Minuten – die längste, die dort je verzeichnet wurde.

Die Dokumentation der israelischen Filmemacher Rachel Szor und Yuval Abraham zeigt Insider des israelischen Militärs, die über den Krieg im Gazastreifen sprechen und das aus ihrer Sicht systematische Töten palästinensischer Zivilisten schildern.

Sie ist der einzige Dokumentarfilm im diesjährigen Wettbewerb und gehört zu den nur zwei Beiträgen im gesamten Programm, bei denen Frauen Regie führen.

Auch Martin McDonaghs „Wild Horse Nine“ wurde mit stehenden Ovationen gefeiert, die weit über zehn Minuten dauerten.

Die schwarze Komödie folgt zwei CIA-Agenten, die kurz vor dem Militärputsch in Chile 1973 auf die Osterinsel reisen.

Die Leistungen der Hauptdarsteller John Malkovich und Sam Rockwell gehörten zu den Elementen, die bei der Premiere besonders hervorstachen.

McDonagh hat bereits zwei Filme in Venedig vorgestellt: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ und „The Banshees of Inisherin“.

Für beide Werke erhielt er schon Drehbuchpreise, Colin Farrell wurde für „The Banshees of Inisherin“ zudem als Schauspieler ausgezeichnet.

Marcello-Mastroianni-Preis (Beste Nachwuchsdarstellerin/Bester Nachwuchsdarsteller)

Malou Khebizi gewinnt bei der 83. Ausgabe des weltbekannten Festivals den Marcello-Mastroianni-Preis für die beste Nachwuchsdarstellerin bzw. den besten Nachwuchsdarsteller. Sie wird für ihre Darstellung in Cédric Kahns „15/18 (A Place to Heal)“ ausgezeichnet.

Das französische Drama begleitet zwei französische Teenagerinnen in die psychiatrische Station eines öffentlichen Krankenhauses und dokumentiert ihre Erfahrungen.

Coppa-Volpi-Preis (Beste Schauspielerin/Bester Schauspieler)

Mathilde Arcel gewinnt bei dem Festival den begehrten Coppa-Volpi-Preis als beste Schauspielerin für ihre Rolle in „Woman Unknown“ von May el-Toukhy.

Die Koproduktion von Dänemark, Schweden und Lettland erzählt die Geschichte von Marie (Mathilde Arcel), einer jungen Nanny und Hausangestellten. Sie steht kurz davor, den wohlhabenden älteren Witwer Christian (Carsten Bjørnlund), für den sie arbeitet, zu heiraten.

Marie hütet jedoch ein beschämendes Geheimnis: Im Zweiten Weltkrieg hatte sie eine intime Beziehung zu einem deutschen Soldaten des NS-Regimes. Ihre Vergangenheit droht sie einzuholen.

El-Toukhy lässt das Publikum tief in Maries seelische Qual eintauchen. Die junge Frau tut alles, um in der Nachkriegszeit ihren neuen Status als Hausherrin zu sichern, inmitten der herrschenden Anarchie.

US-Schauspieler John Malkovich erhält den Coppa-Volpi-Preis als bester Schauspieler für seine Rolle in McDonaghs „Wild Horse Nine“.

Miglior-Sceneggiatura-Preis (Bestes Drehbuch)

„Un bon petit soldat“ („A Good Little Soldier“) gewinnt den Miglior-Sceneggiatura-Preis für das beste Drehbuch.

Das Drama von Stéphane Brizé zeichnet das Leben von Clara (Alba Rohrwacher), einer 43-jährigen, höchst leistungsorientierten und tief engagierten Führungskraft. Sie versucht ständig, Beruf und Privatleben auszubalancieren.

Hinter ihrer perfekten Fassade ist Clara unsicher. Sie hat eine erfolgreiche Karriere aufgebaut, oft jedoch auf Kosten ihres Familienlebens.

Als frisch eingestellte Personalchefin in einem Großkonzern soll sie das Wohl der Beschäftigten fördern und zugleich die Leistungsziele erfüllen, die ihr Vorgesetzter vorgibt. Als Clara jedoch einen Fall toxischer Führung entdeckt, werden Kompromisse unvermeidlich und sie gerät an ihre Belastungsgrenze.

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