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„Woman Unknown“ gewinnt Goldenen Löwen, „NAZA“ erhält Spezialpreis der Jury

Regisseurin May el-Toukhy posiert mit dem Goldenen Löwen für den besten Film bei den 83. Filmfestspielen von Venedig am Samstag, dem zwölften September 2026
Regisseurin May el-Toukhy posiert nach Erhalt des Goldenen Löwen für besten Film bei der Abschlussgala des 83. Filmfestivals Venedig am Samstag, dem zwölften September 2026. Copyright  Photo by Scott A Garfitt/Invision/AP
Copyright Photo by Scott A Garfitt/Invision/AP
Von Manuela Scarpellini & Malek Fouda
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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El-Toukhys Drama erzählt von einer jungen Kinderfrau und Haushälterin, die ihren älteren Arbeitgeber heiratet, aber ein dunkles Geheimnis verbirgt, das ihr Leben in der Nachkriegszeit zu zerstören droht.

„Woman Unknown“, ein Drama über Dänemark in der Zeit nach der Besetzung durch die Nationalsozialisten, hat am Samstag bei den 83. Filmfestspielen von Venedig den prestigeträchtigen Goldenen Löwen gewonnen.

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El-Toukhy war in diesem Jahr die einzige Frau, die im Hauptwettbewerb allein Regie geführt hat.

Ihr Film stellt die junge Marie in den Mittelpunkt, gespielt von Mathilde Arcel. Ihr Preis als beste Schauspielerin macht den Erfolg zu einem seltenen Doppelsieg. Marie arbeitet als Kinderfrau und Hausangestellte. Kurz nach Kriegsende steht sie kurz davor, ihren wohlhabenden Arbeitgeber zu heiraten. Doch sie verbirgt eine vergangene Liebesbeziehung zu einem deutschen Soldaten, die ihren Ruf zerstören könnte.

Der poetische Blick des südkoreanischen Autorenfilmers Lee Chang-dong auf Klasse und Arbeit, „Possible Love“, erhielt den Großen Preis der Jury, den Silbernen Löwen. „Possible Love“ ist Lees erster Film seit acht Jahren, nach seinem vielgelobten Werk „Burning“ aus dem Jahr 2018.

Die Jury zeichnete „NAZA“, eine eindringliche Dokumentation über Militärstrategien im Krieg im Gazastreifen der israelischen Regisseure Yuval Abraham und Rachel Szor, mit einem Spezialpreis aus.

„Es ist uns ganz besonders wichtig, dass Israelis diesen Film sehen“, sagte Abraham.

Auf Wunsch der Macher nahm die Festivalleitung den Film erst spät in den Hauptwettbewerb auf, und auch im Programm lief er erst gegen Ende. Seine Wirkung war dennoch deutlich: Nach der Premiere gab es einen rekordverdächtigen stehenden Applaus, der rund 25 Minuten anhielt.

„NAZA“ wurde über drei Jahre hinweg nachts heimlich auf den Dächern von Tel Aviv gedreht. Der Film enthält Aussagen von 24 israelischen Militärangehörigen, darunter Geheimdienstoffiziere und Soldaten. Sie geben Einblicke in den Krieg im Gazastreifen und sprechen von einer systematischen Tötung palästinensischer Zivilisten.

Den Silbernen Löwen für die beste Regie erhielt Ilya Krzhanovsky für seinen Film „Dau“. Das Projekt über sowjetische Physiker, die die Atombombe entwickelten, entstand über mehr als 20 Jahre.

Krzhanovsky, der aus Protest gegen den Krieg in der Ukraine seine russische Staatsbürgerschaft aufgegeben hat, widmete den Preis den Menschen in der Ukraine, darunter seiner Mutter, die dort geboren wurde.

Die von Maggie Gyllenhaal geleitete Jury gab die Preisträger bei einer Zeremonie am Samstagabend bekannt. Dazu gehörte auch der Preis als bester Schauspieler für John Malkovich für seine Rolle in der düsteren CIA-Komödie „Wild Horse Nine“.

Malkovich war bei der Feier nicht anwesend. Er schickte jedoch eine Videobotschaft und erklärte, er stehe derzeit in Montreal vor der Kamera.

„Ich fühle mich geehrt, für diesen Preis ausgewählt worden zu sein, der schon so vielen großartigen Schauspielern zugesprochen wurde“, sagte Malkovich.

Auch Martin McDonaghs „Wild Horse Nine“ erhielt stehende Ovationen, die deutlich länger als 10 Minuten anhielten. Die schwarze Komödie erzählt von zwei CIA-Agenten, die kurz vor dem Militärputsch in Chile 1973 auf die Osterinsel reisen.

Besonders Beachtung fanden bei der Premiere die Leistungen der Hauptdarsteller John Malkovich und Sam Rockwell.

McDonagh hat bereits zwei Filme in Venedig vorgestellt: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ und „The Banshees of Inisherin“.

Für beide Werke gewann er schon Drehbuchpreise; Colin Farrell erhielt für „The Banshees of Inisherin“ zudem einen Darstellerpreis.

Mathilde Arcel, Hauptdarstellerin von „Unknown Woman“, nahm den Preis als beste Schauspielerin sichtlich bewegt entgegen. Sie sagte, die Trophäe sei sehr schwer, und stellte sie während ihrer Rede auf den Boden.

„Das ist meine erste Hauptrolle in einem Film und mein erster Besuch bei einem Festival“, sagte sie. „Ich fühle mich außerordentlich geehrt.“

Der französische Regisseur Stéphane Brizé gewann den Drehbuchpreis für sein Unternehmensdrama „A Good Little Soldier“.

Malou Khebizi erhielt den Marcello-Mastroianni-Preis als Nachwuchsschauspielerin für ihre Rolle in Cédric Kahns „15/18 (A Place to Heal)“. Der Film spielt in einer psychiatrischen Station für Jugendliche in einem öffentlichen Krankenhaus.

Weitere Quellen • AP

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