Die schmale Straße von Hormus wird buchstäblich zu einer geopolitischen Landmine. Die USA wollen sie kontrollieren, aber für den Iran ist die Wasserstraße das ultimative Druckmittel.
Ein Fünftel des weltweiten Erdöls fließt durch die vom Iran kontrollierte Straße von Hormus. Für Washington bedeutet jede Unterbrechung höhere Benzinpreise, Lebensmittelinflation - ein Alptraum für die bevorstehenden Zwischenwahlen.
Für den Iran ist die Wasserstraße das ultimative Druckmittel: Teheran hat geschworen, nicht zuzulassen, dass auch nur ein einziger Liter Öl an seine Feinde gelangt. Als Reaktion darauf haben die USA nach eigenen Angaben 16 iranische Minenlegerschiffe zerstört.
Und Minen sind die "Waffe des armen Mannes" der Seekriegsführung. Sie sind gefährlich billig - einfache Kontaktminen können nur ein paar tausend Euro kosten - und doch können sie ein milliardenschweres Kriegsschiff oder einen Supertanker in Sekundenschnelle außer Gefecht setzen.
Während des iranisch-irakischen Krieges in den 1980er Jahren, der auch als "Tankerkrieg" bekannt ist, füllte der Iran dieselben Gewässer mit Minen, um irakische Exporte zu stoppen.
Und 1988, nachdem eine US-Fregatte fast von einer iranischen Mine versenkt wurde, reagierte die Reagan-Regierung entschlossen und startete die Operation Praying Mantis.
An einem einzigen Tag versetzte die US-Marine der iranischen Einsatzflotte einen verheerenden Schlag. Die Botschaft war klar: Wer sich mit dem Öl anlegt, verliert seine Flotte.
Wegen der Unterbrechungen in der Meerenge sucht der Irak, der 90 Prozent seiner Einnahmen aus dem Öl bezieht, nun verzweifelt nach alternativen Routen durch Syrien, Jordanien und die Türkei.
Für Europa hat diese Krise gezeigt, dass der Tausch von russischem Öl gegen Rohöl aus dem Golf lediglich den Austausch einer Abhängigkeit gegen eine andere bedeutet.
Vielleicht wäre das ein Signal für eine Wiederbelebung der dezentralen grünen Energie? Denn wenn der Klimastreit zu polarisierend wird, könnten militärische und energetische Souveränität Argumente sein.
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