Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Kommunalwahlen in Frankreich: Paris bleibt links, Rechte legt teils zu

Der Kandidat der französischen Sozialisten für die Bürgermeisterwahlen in Paris, Emmanuel Gregoire, Mitte links, und Anne Hidalgo, Mitte rechts, nachdem Gregoire die zweite Wahlrunde gewonnen hat
Der Kandidat der französischen Sozialisten für die Bürgermeisterwahlen in Paris, Emmanuel Gregoire, Mitte links, und Anne Hidalgo, Mitte rechts, nachdem Gregoire die zweite Wahlrunde gewonnen hat Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Sophia Khatsenkova
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopieren Copy to clipboard Link kopiert!

Die Ergebnisse zeigen ein gemischtes Bild: Die Linke verteidigt wichtige Städte wie Paris, während rechte Kräfte punktuell zulegen. Die Wahlen gelten als erster Stimmungstest vor der Präsidentschaftswahl 2027.

Die Kommunalwahlen in Frankreich haben den großen politischen Lagern ein gemischtes Ergebnis gebracht. Die Linke konnte wichtige Städte verteidigen, während die extreme Rechte in Nizza einen symbolischen Erfolg verbuchte. Gleichzeitig behaupteten sich auch etablierte Parteien in mehreren größeren Städten – mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2027 ein wichtiger Test.

WERBUNG
WERBUNG

Kommunalwahlen entscheiden zwar über Bürgermeister und Gemeinderäte vor Ort, gelten aber als wichtiger Stimmungstest. Sie zeigen, wie gut Parteien organisiert sind, welche Bündnisse funktionieren und wie stark ihre Basis ist, bevor nationale Wahlkämpfe beginnen.

In der Hauptstadt Paris setzte sich der Sozialist Emmanuel Grégoire gegen seine konservative Rivalin Rachida Dati durch. Damit bleibt die Stadt weiterhin in linker Hand, nachdem Amtsinhaberin Anne Hidalgo nicht erneut kandidiert hatte. Die Linke regiert Paris damit seit rund 25 Jahren ununterbrochen.

Auch in anderen Großstädten war die Linke erfolgreich: In Marseille wurde der sozialistische Bürgermeister Benoît Payan wiedergewählt – trotz Hoffnungen der extremen Rechten, die Stadt zu gewinnen.

In Lyon behauptete sich der grüne Amtsinhaber Grégory Doucet in einem knappen Rennen gegen einen konservativen Herausforderer, der kurz vor der Wahl noch ein Bündnis mit einer linken Partei eingegangen war.

Starkes Ergebnis für die Sozialisten

Auch die Sozialisten konnten ihre Position in mehreren Städten festigen oder deutlich hinzugewinnen. Das verstärkt den Eindruck, dass die traditionelle Linke insgesamt wieder an Stärke gewinnt.

Bei der extremen Rechten zeigt sich dagegen ein gemischtes Bild. Parteichef Jordan Bardella sprach zwar vom bislang größten Erfolg seiner Partei auf kommunaler Ebene. Tatsächlich konnte das Rassemblement National die Stadt Perpignan verteidigen und auch in kleineren Gemeinden zulegen.

In größeren Städten blieb der Durchbruch jedoch aus. In Marseille, Toulon und Nîmes konnte die Partei keine Siege erringen. Eine wichtige Ausnahme ist jedoch Nizza: Dort gewann Éric Ciotti, früher eine zentrale Figur der konservativen Rechten und inzwischen Verbündeter der RN. Damit fiel die fünftgrößte Stadt des Landes an das rechtsnationale Lager.

Zugleich deuten die Wahlergebnisse darauf hin, dass das bürgerlich-konservative Lager sowie das Umfeld von Präsident Emmanuel Macron zunehmend zersplittert sind.

Der frühere Premierminister Édouard Philippe wurde in Le Havre im Amt bestätigt – ein Ergebnis, das seine Ambitionen für die Präsidentschaftswahl 2027 stärken dürfte. Auch das Lager von Präsident Emmanuel Macron kann auf einen symbolischen Erfolg verweisen: In Bordeaux setzte sich Renaissance-Kandidat Thomas Cazenave gegen den bisherigen grünen Bürgermeister Pierre Hurmic durch.

Gleichzeitig zeigte die Niederlage des früheren Premierministers François Bayrou in Pau, wie anfällig das breitere Bündnis des Präsidenten geworden ist.

Sorgen bereitet weiterhin die Wahlbeteiligung: Sie lag am Nachmittag laut Innenministerium bei knapp 48 Prozent – höher als bei der von der Corona-Pandemie geprägten Wahl 2020, aber weiterhin unter dem Niveau früherer Jahre.

Insgesamt geben die Ergebnisse noch keinen klaren Hinweis darauf, wer 2027 die Nachfolge Macrons antreten könnte. Sie zeichnen jedoch die politische Ausgangslage: eine Linke, die ihre Hochburgen verteidigt, eine konservative Rechte mit starker lokaler Verankerung, ein zentristisches Lager auf der Suche nach Stabilität – und eine erstarkende extreme Rechte, die in den großen Städten weiterhin an Grenzen stößt.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Kommunalwahlen in Frankreich: Großer Stimmungstest ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl

"Frankreich hat sich diesen Krieg nicht ausgesucht" - Macron schließt Hormus-Mission aus

Kommunalwahlen in Frankreich: Paris bleibt links, Rechte legt teils zu