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Kommunalwahlen in Frankreich: Großer Stimmungstest ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl

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Von Amalat Goglik
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Ein Jahr vor Macrons Amtsende testen die Parteien ihre Stärke beim zweiten Kommunalwahlgang. Nach Pakten und Rückzügen liegen viele Kandidaten in Großstädten, allen voran Paris, Kopf an Kopf.

Das Ergebnis der Kommunalwahl gilt als Stimmungsbarometer für den Zustand der Parteien ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl.

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Nach Stimmen liegen die Sozialisten (PS) und das bürgerliche Lager (LR, Horizon, MoDem, Renaissance) im ersten Wahlgang klar vorn. Doch der Aufschwung des Rassemblement national (RN) und der Partei von Jean-Luc Mélenchon, La France insoumise (LFI), prägt die Wahrnehmung deutlich stärker.

Spaltung bei den Linken

LFI tritt erstmals in großem Umfang bei Kommunalwahlen an. Die Partei der radikalen Linken hat dem PS bereits im ersten Wahlgang die Stadt Saint-Denis abgenommen. LFI hofft nun auf rund zehn weitere Städte, darunter insbesondere Roubaix.

Die PS-Spitze hatte sich nach Antisemitismusvorwürfen gegen ihren Parteichef Jean-Luc Mélenchon von La France insoumise distanziert. Am Abend des ersten Wahlgangs musste PS-Generalsekretär Olivier Faure jedoch feststellen, dass Kandidaten seiner Partei in mehreren Städten Abkommen mit LFI eingegangen sind – etwa in Avignon, Limoges, Toulouse und Nantes.

Am Tag nach dem zweiten Wahlgang wird der PS wissen, wie stark er von LFI abhängig ist.

Rassemblement national: Partei will sich als fähige Verwalterin präsentieren

Am äußersten rechten Rand kontrolliert der RN bereits Perpignan, wo Louis Aliot schon im ersten Wahlgang wiedergewählt wurde. Der Rassemblement national will mehrere der im Jahr 2020 gewonnenen Städte halten. Die Partei möchte zeigen, dass sie nicht nur eine Protestkraft ist, sondern auch Verantwortung in der Stadtverwaltung übernehmen kann.

Die Partei von Marine Le Pen nimmt mehrere Großstädte ins Visier, darunter Toulon und Marseille, die zweitgrößte Stadt Frankreichs. In Marseille tritt Franck Allisio gegen den amtierenden sozialistischen Bürgermeister Benoît Payan an.

Rechte will Widerstandskraft zeigen

Die traditionelle Rechte hält nur noch eine Handvoll Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern und hofft, ihre Widerstandskraft gegenüber dem RN zu beweisen.

Die Republikaner (LR) setzen vor allem auf Paris, wo Rachida Dati dem Sozialisten Emmanuel Grégoire dicht auf den Fersen ist. Eng werden könnte es auch in Lyon, wo Jean-Michel Aulas dem grünen Amtsinhaber Grégory Doucet das Rathaus abnehmen will.

Für die Grünen zählt Lyon – neben Straßburg, Poitiers und Lorient – zu den Städten, die die Partei im Jahr 2020 gewonnen hat und nun verteidigen möchte.

Im Macron-Lager sind die Erwartungen gedämpft.

Die Präsidentenpartei Renaissance will sich vor allem in Bordeaux verankern. Dort tritt der frühere Minister Thomas Cazenave an, um den grünen Bürgermeister Pierre Hurmic abzulösen.

Horizon, die Partei des früheren Premierministers Édouard Philippe, ist lokal stärker verankert und dürfte ihre Hochburgen in Le Havre, Angers oder Reims ohne große Mühe halten.

Kommunisten mit frühem Erfolg

Bei den Kommunisten (PCF) wurde Generalsekretär Fabien Roussel in Saint-Amand-les-Eaux im Département Nord bereits im ersten Wahlgang bestätigt. Die Partei hofft zudem auf ein gutes Ergebnis in Nîmes.

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