Im März 2026 hatten durchschnittlich 13,5 Prozent der volljährigen Bevölkerung in Deutschland ein Minus auf dem Girokonto. Das ist der höchste Wert seit Dezember 2021 und entspricht im Vergleich zum Februar 2026 einem Anstieg von 12,5 Prozent.
Der anhaltende Krieg im Iran und im Nahen Osten hat spürbare Auswirkungen für die Geldbörsen der Deutschen.
Die Zahl der Kontoüberziehungen hat zugenommen. Im März 2026 hatten durchschnittlich 13,5 Prozent der volljährigen Bevölkerung in Deutschland ein Minus auf ihrem Girokonto. Dies stellt den höchsten Wert seit Beginn der repräsentativen Erhebung des Finanzvergleichsportals smava im Dezember 2021 dar. Im Rahmen der Umfrage werden regelmäßig rund 5.000 Erwachsene zu ihrem aktuellen Kontostand befragt.
Unter den Betroffenen waren im März 2026 rund 35 Prozent im Schnitt mit mehr als 2.000 Euro im Dispokredit.
Inflation im März gestiegen
Laut dem Statistischen Bundesamt ist die Teuerungsrate von 1,9 Prozent im Februar 2026 auf 2,7 Prozent im März 2026 gestiegen. Besonders deutlich verteuerten sich Energieprodukte, deren Preise im März 2026 um 7,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahres lagen. Kraftstoffe waren im selben Zeitraum sogar 20 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.
Aktuelle Auswertungen von Banken und Finanzportalen zeigen insgesamt einen leichten, aber steigenden Trend entsprechender Fälle von Kontoüberziehungen.
Dabei werden grundsätzlich zwei Entwicklungen beobachtet: Zum einen steigt die Zahl der kurzfristigen Überziehungen, zum anderen nutzen viele Kunden den Dispositionskredit nicht nur kurzfristig, sondern über längere Zeiträume hinweg als dauerhafte finanzielle Reserve.
Die Daten deuten darauf hin, dass finanzielle Engpässe im Alltag vieler Haushalte wieder häufiger durch Kontoüberziehungen überbrückt werden – ein Trend, der eng mit Inflation und hohen laufenden Kosten verbunden ist.
Schätzungen zufolge befinden sich mehrere Millionen Menschen regelmäßig im Dispokredit.
Als Hauptursachen gelten gestiegene Lebenshaltungskosten. Besonders häufig werden laufende Ausgaben wie Miete, Lebensmittel und Mobilität als Gründe für Kontoüberziehungen genannt.
Gleichzeitig bleibt der Dispo eine der teuersten Kreditformen: Wer sein Girokonto über den Dispokredit in Anspruch nimmt, zahlt derzeit durchschnittlich 11,28 Prozent Zinsen. Im teuersten Fall liegen die Dispozinsen bei bis zu 15,47 Prozent. Das geht aus einer fortlaufenden Analyse hervor, die die Konditionen von über 1.000 Banken und rund 5.000 Girokontomodellen auswertet.