Die Extraktion des Zünders einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg scheiterte am Sonntagmittag in Colombes (Hauts-de-Seine). Die Minenräumer mussten daher den Sprengsatz unter der Erde vergraben, um ihn zur Explosion zu bringen.
An diesem Sonntag haben Sprengstoffexperten in der Nähe von Paris eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg nach Angaben Nachrichtenagentur AFP am Nachmittag gezündet, nachdem mehrere Tausend Menschen evakuiert worden waren.
Rund 800 Polizisten riegelten das Gelände im nordwestlichen Vorort Colombes ab, wo der Sprengsatz am 10. April bei Bauarbeiten entdeckt worden war. Der Sprengkörper war ohne sein Leitwerk 1,06 Meter lang und hatte einen Durchmesser von 33 Zentimetern.
Ein AFP-Reporter hörte die Explosion gegen 15.20 Uhr Ortszeit, als die Sprengstoffexperten die Bombe in einer zwei Meter tiefen Grube detonieren ließen.
Die Behörden bestätigten den reibungslosen Ablauf der Operation.
Die kontrollierte Sprengung war angeordnet worden, nachdem ein erster Versuch, den Zünder aus dem Sprengsatz zu entfernen, gescheitert war.
Bilder der Operation zeigten, wie das schwere, rostige Metallüberbleibsel auf dem Boden einer sandigen Grube lag, fest verkeilt durch dicke, rohe Holzbohlen, die vor Betonwänden eingelassen waren. Anschließend waren umfangreiche Abdeckarbeiten erforderlich, um die Detonation zu dämpfen.
Ein dumpfer Knall, gefolgt von einem schweren Echo, das Hunderte von Metern weit zu hören war, durchzog die leergefegten Straßen der Gemeinde westlich von Paris, während eine Drohne über den Ort flog, um den Krater zu inspizieren und sicherzustellen, dass die Umgebung vollständig gesichert war.
Die Anwohner im Umkreis von 450 Metern wurden am Sonntagmorgen aufgefordert, sich in örtliche Aufnahmezentren zu begeben. Einige lokale Straßen wurden für den Verkehr und die öffentlichen Verkehrsmittel gesperrt.
Nicht explodierte Munition aus dem Zweiten Weltkrieg wird immer noch in ganz Europa entdeckt, insbesondere in Deutschland, wo 80 Jahre nach dem Ende des Krieges regelmäßig Bomben auf Baustellen freigelegt werden.
Im März 2025 war der Gare du Nord in Paris lahmgelegt, als eine 500-Kilo-Bombe aus dem Krieg gefunden wurde. Schulen und Gebäude im Umkreis mussten unter der Aufsicht von 300 Polizisten evakuiert werden.